_Tsunami_
Urgestein
Ich finde deinen Text sehr passend. Dieses Maskentragen – niemand will es, und doch hat man das Gefühl, man müsste es. Vielleicht wären wir gar nicht so menschlich, wenn jeder seine Masken fallen lassen würde. Auch ich trage diese Maske, vielleicht um andere nicht zu verletzen, oder nein, ich denke, ich trage sie für mich, um mich an etwas festzuhalten. Traurig irgendwie. Aber würden wir, könnten wir wirklich für andere funktionieren, würden wir die Maske fallen lassen? Ich denke, wir wären nicht mehr kompatibel, es wäre zu viel Egoismus. Ich sage nicht, dass egoistisch sein eine schlechte Eigenschaft ist, aber ich sehe das so: Bei mir, sage ich mal, wie ich was sehe, kommt zu oft eine Gegenwehr, das ist anstrengend auszuhalten. Also ist die Maske eigentlich doch einfach ein Schutz für sich selbst?
Zunächst, jeder sieht und empfindet die Dinge ein bisschen anders, klar.
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Was nun das Verhalten betrifft, ich möchte mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber würde sagen, dass viele Menschen ganz simpel träge sind, Mitläufer, Opportunisten, etc.
Gleichfalls würde ich sagen, dass es für den "Durchschnittsmenschen" zumindest in der Anfangs- oder Übergangszeit eine Menge Aufwand bedeutet, ein guter Mensch zu sein, so zu denken und sich so zu verhalten.
Ich meine auch, dass jemand kein guter Mensch ist, wenn das nur so auf dem Papier oder so steht und er sich gleich mal anders verhält.
Eine kleine "Bewährungsprobe" könnte vielleicht so aussehen, dass man in einer Diskussion alleine gegen fünf andere gestellt ist, und man ob der gesprochenen Grütze oder sonstigem ungutem Verhalten nicht gleich wegbricht, sondern ein bisschen Kontra bietet, wenn nicht sogar mehr.
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Okay, ich mag bzgl. dem "gut Reden" gut reden haben. Ich sehe es nicht als eine besondere Leistung von mir, aber ja, bin in der Vergangenheit unter anderem in der Situation gelandet, Betriebsrat und Betriebsratsvorsitzender zu sein - wie die Jungfrau zum Kinde. Da bleibt es nicht aus, bestimmte Dinge gegenüber der Belegschaft zu vertreten, Rechenschaft über das abzulegen, was man getan hat, etc. Wie schon gesagt, aus meiner Sicht keine große Sache oder Leistung. Wenn man den Job eine Weile machen will und macht, reduziert sich das "Lampenfieber" gegenüber mehreren und den "Bossen" einfach. Letztlich kochen wir alle nur mit Wasser, würde ich sagen.
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Bin mir keinesfalls immer so sicher darüber, was ich tue. Bin ja auch nur ein Mensch. Ich denke, wenn man immer wieder versucht, das Gute und Richtige zu tun, tut man es vielleicht irgendwann auch.