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Glaubt ihr der Mensch ist für Monogamie geschaffen?

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Ist der Mensch für Monogamie geschaffen?


  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    56
Für mich selber käme es niemals auch nur ansatzweise in Frage. Meine Gedanken sind allerdings ohnehin nur theoretischer Natur, weil ich als schwerstbehinderter Pflegefall noch nie eine Beziehung hatte. Aber gerade weil ich körperlich so eingeschränkt bin, da würde ich es skeptisch betrachten, wenn Sexualität im Leben meiner Partnerin einen höheren Stellenwert einnehmen würde, und ja - ich würde vermutlich auch mit Eifersucht und Traurigkeit reagieren, wenn sie diese Sexualität dann mit einem anderen Mann erleben würde.
Das tut mir leid für Dich. Aber was mich wirklich interessieren würde: Wenn Du irgendwann mal wirklich eine Frau finden würdest, die in allen anderen Dingen super zu Dir passt, also ne richtige Seelenverwandte. Und für diese Frau wäre aber eine erfüllte Sexualität wichtig. Und nicht alle die Dinge, die sie sich dabei wünscht (nichts Ausgefallenes), kann sie mit Dir haben ? Und sie würde dann diese Dinge (und nur die), mit jemand Anderem erleben wollen ab und zu ? Würdest Du dann trotzdem lieber keine Beziehung wollen ?
 
Würdest Du dann trotzdem lieber keine Beziehung wollen ?

Ich weiß, dass das nicht gut gehen würde. Ich hatte immer wieder enge platonische Beziehungen zu Frauen, die mich als ihren besten Freund, Seelenmenschen etc bezeichneten. Die jeden Tag anriefen, und mit mir ihre Sorgen und Gedanken besprechen wollten. Auch heute noch.

Aber wenn ich dann in jüngeren Jahren doch mal vorsichtig körperliche Nähe suchte, dann wurde die Annäherung zurückgewiesen. Und um ehrlich zu sein, da tat es weh, diese Frauen dann in den Armen anderer Männer zu wissen. Ich hatte nicht die Kraft so etwas mehr als einige Male zu erleben.

Natürlich wirkt ein Mann in einem Stephen Hawking Rollstuhl bizarr, und ich habe diese Unsicherheiten bei meinem Gegenüber auch immer verstanden. Vielleicht ist die Wahrheit auch eine andere.

Die Ehefrau meines besten Freundes (wir lernten uns vor fünfzehn Jahren zu Dritt kennen) sagte einmal zu mir, dass ich ohne Partnerschaft geblieben wäre, weil ich unbewusst intellektuell einschüchternd wirken würde. Sie selber hätte sich in den ersten Gesprächen mit mir immer regelrecht lebensunerfahren und klein gefühlt. Mit den pubertären Spinnereien ihres Mannes könne sie viel besser umgehen. Und dass sie letztendlich trotz allem Interesse an Emotionen doch nur den klassischen Traum einer Frau von Haus, Kind, Auto vor Augen gehabt hätte, also Dinge für die ich überhaupt nicht stehen würde. Und deshalb hätte es sie letztendlich zu ihm gezogen, obwohl sie mich am Anfang interessanter gefunden hätte. Natürlich möchte ich lieber an diese Aussage glauben, als an die Unattraktivität meiner Behinderung.

Jetzt ist es ohnehin zu spät. Zu der Behinderung kamen später dann noch einige Krebserkrankungen, und meine Fantasie reicht einfach nicht mehr aus, realistisch über eine Partnerschaft zu reflektieren, weil ich physisch wirklich sehr eingeschränkt bin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß, dass das nicht gut gehen würde. Ich hatte immer wieder enge platonische Beziehungen zu Frauen, die mich als ihren besten Freund, Seelenmenschen etc bezeichneten. Die jeden Tag anriefen, und mit mir ihre Sorgen und Gedanken besprechen wollten. Auch heute noch.
Aber das Thema Sexualität wird dabei immer konsequent ausgespart oder kannst Du Dich mit denen auch darüber unterhalten ?
 
Aber das Thema Sexualität wird dabei immer konsequent ausgespart oder kannst Du Dich mit denen auch darüber unterhalten ?

Sie erzählen mir von ihren intimsten Empfindungen, angefangen von ihren heimlichen Toys bis zu ihren partnerschaftlichen Problemen, was ich allerdings meist abzublocken versuche. Interessanterweise gibt es in meinem Freundeskreis kein einziges Paar mehr, die erfüllende Sexualität erleben würden, allerdings ausnahmslos weil die Männer nicht wollen. Es scheint fast so als wenn Pornographie, Streß, Druck und das berechtigte sexuelle Selbstbewusstsein der Frauen die männliche Libido breitbandig ausgelöscht hätten. Ich habe das jetzt schon so oft erzählt bekommen. Das ist dann umso peinlicher, wenn die entsprechenden Männer erfundene Geschichten präsentieren, obwohl du die Wahrheit kennst.

Und um ehrlich zu sein, da spreche ich selber nicht gerne über Sexualität. Ich finde, dass man das Thema auch totquatschen kann, und so die Magie verloren geht. Und irgendwann ist in einer emotionalen Freundschaft auch der Punkt überschritten, an dem ich mir dann noch eine körperliche Beziehung vorstellen könnte. Das würde sich dann weird anfühlen.
Die mentale Beziehung müsste zusammen mit der physischen Beziehung wachsen.

Ich würde das nonverbale Flirten mögen, wie ein vertrautes Lächeln im richtigen Augenblick kurz vor einem ersten Kuss.
 
Hast du mal an eine Surrogat-Partnerin gedacht?
Ist für mich kategorisch ausgeschlossen. Ich könnte nicht ausblenden, dass die betroffene Frau in letzter Instanz nicht aus eigenem körperlichen Willen mit mir verkehrt, sondern letztendlich als Lohnarbeit.
Ich käme mir trotzdem schäbig und übergriffig vor, egal in welchem safe space das Ganze stattfinden würde.

Und zielführend wäre es auch nicht, weil mir der Aspekt echter Zuneigung wichtig ist. Ich habe in meinem Leben Zärtlichkeit vermisst, und keine pure Sexualität. Es gibt nunmal Dinge, die man weder kaufen noch künstlich erzeugen kann, wie beispielsweise ein Blick der sagt, dass ich dir etwas bedeute.
 
Ich hätte 100 mal lieber einen Partner, der mir klar sagt, dass er eventuell nicht bis an unser Lebensende treu sein kann/will und gerne bei Gelegenheit Sex mit anderen hätte, als einen der mich verarscht und anlügt.

In beiden Fällen hätte mein Partner dann Sex mit anderen, aber im 1. Fall war er jedenfalls ehrlich und respektvoll.
Mir gefällt dieser Gefanke und ich sehe das im Prinzip inzwischen auch so.
Die Krux daran: Eine Partnerin/Partner zu finden für eine Beziehung der/die das auch so sieht.
Ich glaube in den meisten Fällen käme man deshalb erst gar nicht zusammen als Paar.

Stell dir mal vor, du schreibst so etwas direkt in dein Profil in einem Datingportal oder einer Datingapp. Einerseits ist es dann völlig klar was du willst und erwartest. Andererseits senkt das natürlich auch wieder die Anzahl möglicher Interessenten/Interressentinen. Und wenn man sich dann doch in Jmd. vegucken sollte, der das nicht so sieht bzw. der/die dennoch Interesse an dir hätte? Dann trotzdem deshalb nicht weiter daten? Ich weiß, das wäre eigentlich nur konsequent....
 
Du bist also offen für's Fremdgehen oder für das Öffnen der Beziehung? (Wenn deine Partnerin nicht für das Öffnen der Beziehung zu begeistern ist, dann halt Fremdgehen?)
Ich finde, wer Paarsex ablehnt ist in der Verantwortung eine alternative anzubieten. Zb. das öffnen der
Beziehung. Hattet ihr das eigentlich thematisiert?

Ich kann als Partner nicht hingehen, alles ablehnen und dann noch erwarten das alles so weiterläuft wie ich mir das in meinem Kleinhirn vorstelle.

Wenn ich keinerlei Berührungen mehr erhalte und diese auch nicht zu erwarten sind, dann sag mir bitte was es für den anderen für einen Unterschied macht ob ich Zärtlichkeiten mit jemand fremdes erlebe oder nicht.

Aber der Fremdgänger ist der böse? Und diesen sollte ein schlechtes Gewissen plagen? Echt jetzt?
 
Die Krux daran: Eine Partnerin/Partner zu finden für eine Beziehung der/die das auch so sieht.

Mir fehlt natürlich jedwede praktische Erfahrung was die Liebe betrifft, aber gerade am Anfang ist man doch auch oft unsicher. Gerade beim Onlinedating zweifle ich doch erstmal daran, dass mein Gegenüber in der realen Welt auch so ist.
Mich würden solche Bonus Geständnisse wie der Wunsch nach Polyamorie etc endstressen, obwohl ich den Punkt total verstehe, dass gerade diese Ehrlichkeit vertrauenserweckend sein kann.
Und trotzdem hätte ich absolute Angst vor meiner eigenen Überforderung, wenn ich selber so gar keine Erfahrung mit solchen Konstellationen hätte.
 

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