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Dr. Rock
Gast
es ist zu hoffen, dass Wissenschaftler die Themen Wissenschaft und private Glaubensüberzeugung trennen können. Das gilt doch wohl für alle Arten des Glaubens, also auch für den Glauben, es gäbe keinen Gott.
Die Auffassung eines natürlichen Weltbildes ohne Götter, Kobolde und Heinzelmännchen ist kein Glaube, sondern eine Weltanschauung die auf den derzeit verfügbaren Fakten und Erkenntnissen beruht. Und diese Weltanschauung kann man dann, je nach dem, anpassen und erweitern.
Jedoch irrst Du Dich in dem Punkt, dass es in der Bibel nicht den geringsten ernstzunehmenden Hinweis gibt. Weltanschauung als Produkt von Phantasie und Mutmaßungen „verkaufen“ …. zeugt von wenig Wissen des Kritikers, der sowas schreibt. Eigentlich habe ich Dir mehr zugetraut.
Ich kann keinen Schmöker ernst nehmen der über einen Zeitraum von zig Jahrhunderten von den unterschiedlichsten „Autoren“ verfasst wurde und bei dem das Prinzip „stille Post“ Anwendung gefunden hat…mystische Geschichten die erst mündlich weitergegeben und dann irgendwann schriftlich notiert wurden…es mag einige nette Stellen wie die Bergpredigt geben – die übrigens auch der leider von einigen hier offenbar verhasste Dawkins lobt – jedoch macht das die Bibel nicht glaubwürdiger.
Ganz zu schweigen von dieser „Jungfrauengeburt“…merkwürdigerweise ist das ein weitverbreiteter Mythos, der auch anderen historischen Gestalten angedichtet wird…die Mutter von Buddha wurde von einem weißen Elefanten (!?!) in die Seite (!?!) gepiekst und nach 10 Monaten (!?!) gebar sie – aus ihrer rechten Seite (!?!) - Buddha, der natürlich sofort laufen konnte und aus dessen erste Schritte Blumen wuchsen…das sind eben die Märchen die erschaffen werden um eine Person „unsterblich“ zu machen.
Daß Du einen Gläubigen kennenlerntest… der aus Deiner Sicht über zuviel Phantasie verfügte, vermag ich nicht beurteilen, ich kenne nicht genügend Details, um mir da eine Meinung zu bilden. Selbst wenn das ein „merkwürdiger“ Mensch war – na und – ist er deshalb die Norm für alle Gläubigen? Oder anders: Man kann in unserer Welt auch genügend „merkwürdige“ Ungläubige treffen. Oder?
Für den Betroffenen war es jedoch keine Phantasie, er war davon felsenfest überzeugt und sein Blick sprach Bände als ich – wie gewünscht – seine Überzeugung (freundlich!) kommentierte…aber vermutlich ist es in den Augen einiger hier dann wieder Polemik wenn ich sage, dass es in diesem Fall glücklicherweise nur ein Verstärker war den Gott diesem Herrn zu bauen befahl und nicht, jemanden zu steinigen weil er am Sabbat einen Regenschirm aufgespannt hat oder mit einem Flugzeug in ein Hochhaus zu fliegen oder…
Die Meinung, dass Nichtchristen über keine Grundlage für Moral und Ethik verfügen, ist nicht die meinige. Keine Ahnung, wer das behauptet. Ich stimme dem nicht zu, im Gegenteil. So eine Behauptung empfinde ich weltfremd und eher überheblich. (Bemerkung: Christen sind keine besseren Menschen… ).
Grundlage von Moral und Ethik ist die schlichte und natürliche Tatsache dass (nicht nur) wir Menschen mit unserer langen Entwicklung kooperative Wesen sind die einander brauchen, wir orientieren uns auch weitläufig aneinander. Grundsätzlich – Glaube macht einen Menschen nicht zwangsläufig besser – „Ungläubigkeit“ jedoch natürlich auch nicht!
Das mit dem Infrage-Stellen und der ratio ist so eine Sache. Ich denke, daran knabbern Atheisten mindestens ebenso wie gläubige Menschen. Hinweis: Selbst die Physik baut auf Annahmen und Vermutungen auf. Trotzdem bleibt sie als Wissenschaft anerkannt und wird nicht als Unsinn abgetan.
Die Annahmen und Vermutungen die in Physik und Wissenschaft getätigt werden, unterliegen jedoch Beobachtungen bzw. basieren auf bereits vorhandenen Erkenntnissen – und nicht auf Luftschlössern. Von daher hat das Wort „Glaube“ in diesem Zusammenhang eine völlig andere Bedeutung als das hier diskutierte Wort „Glaube“. Leider wird das oft durcheinandergeworfen…genauso wie „Theorie“ in „Evolutionstheorie“ auch eine andere Bedeutung hat bzw. für etwas anderes steht.
Es ist altbekanntes Wissen, dass wir Menschen nicht alles verstehen und verstehen können.
Auch das kann man eben nicht wirklich „wissen“, nur prognostizieren…wobei ich dir hier aber schon beipflichte, ich denke auch nicht dass die Menschheit irgendwann „alles“ wissen wird, zumal man „alles“ vermutlich nie völlig definieren können wird, wenn man davon ausgehen kann dass sich mit zunehmenden Erkenntnissen immer neue Fragen auftun werden. Je mehr man „weiß“, desto mehr Fragen „weiß“ man auch.
Aber was auch immer sich wann entwickelt und ergibt, es ist doch völlig in Ordnung, etwaige Wissenslücken offen zu halten und sie nicht mit einem Gott als Lückenbüßer zu stopfen. Damit macht man es sich nämlich zu leicht. Wobei man sich jetzt fragen kann, welche Lücke das überhaupt sein soll, die so ein Gott zu stopfen hat…ist ein Gott als Erschaffer von Leben notwendig? Als moralische Instanz sicher nicht.
Ich darf Dich daran erinnern, dass es lt. Wissenschaft einige Dimensionen mehr gibt, als die über die wir Menschen verfügen. Der oft gehörte Anspruch, der Mensch soll und könne alles wissenschaftlich erklären, ist unrealistisch und ich kenne keinen Wissenschaftler, der diesen Anspruch vertritt. Das wäre so, als ob der Ton erklären soll, dass es (k)einen Töpfer gibt und wenn, dann bitte schön soll er den Töpfer beschreiben bzw. beweisen. Alle solchen Versuche scheitern eben an der begrenzten menschlichen ratio.
Wenn etwas wissenschaftlich-seriös (noch) nicht erklärbar ist, dann bedeutet das nicht im Gegenzug die Rechtfertigung etwas postulieren bzw. frei interpretieren und dann als Wahrheit verkaufen zu dürfen. Wenn der Anspruch, alles wissenschaftlich erklären zu müssen, tatsächlich unrealistisch sein sollte, dann sind Glaube und Religion erst Recht völlig obsolet – Wissenschaft stellt eine Möglichkeit der fundierten Erkenntnisgewinnung dar, wenn also die Wissenschaft etwas nicht eindeutig erklären kann, wie soll es dann der Glaube bzw. die Religion?
Der Glaube an Gott lässt sich nicht durch Worte o.ä. auf einen anderen Menschen übertragen. Und mit unserer ratio stoßen wir an unsere menschlichen Grenzen, sowohl was Versuche betrifft, Gott zu beweisen als auch Versuche, die Nicht-Existenz zu beweisen.
Doch, er lässt sich durchaus mit Worten auf Menschen übertragen, wenn kleine Kinder beispielsweise frühzeitig indoktriniert werden, dann ist das der Fall. Man zwingt ihnen ein Weltbild auf, was sie gar nicht überdenken können und sie später, wenn überhaupt, nur noch schwer wieder loswerden.
Es ist außerdem ohnehin niemandem´ s Aufgabe, die Nicht-Existenz von etwas zu beweisen…was wäre denn das für eine merkwürdige Logik…denn dann müsste man ja auch beweisen müssen dass hinter dem 9. Mond des 32. Planeten aus dem Pfirtzlxing-Universum kein grüner Nebel existiert in dem rosa Elefanten schweben die ununterbrochen AC/DC hören und dazu emsig ihre Rüssel schütteln.
Grundsätzlich gibt immer noch die gute, alte Teekanne von Herrn Russel den Ton an; wenn jemand die Existenz von etwas behauptet, ist er auch in der Beweispflicht. Aber daran scheitern die Religionen und verweisen dagegen auf „persönliche Erfahrungen“, Gefühle sowie auf alte Mythen.
Daher akzeptiere und respektiere ich jeden Nicht-Christen. Persönlich sehe ich ein großes Problem in der Haltung „mein Verstand ist meine einzige Grundlage“ oder wie mikenull schreibt: „meine Bibel“. Unbestritten ist das Wissen der Menschheit heute um vieles größer als vor 100 Jahren. Und doch scheint es mir, dass die Probleme der Menschheit eher zunehmen. Wäre der menschliche Verstand ein Angestellter, dessen Aufgabe und Verantwortung es wäre, nur die ärgsten Probleme der Menschen zu lösen, dann müsste dieser Angestellte wegen Unfähigkeit entlassen werden und da nützt es dem Angestellten nicht, wenn er auf sein großes Wissen verweist.
Und wäre Gott so ein fabelhafter Designer, herausragender Ingenieur bzw. genialer Konstrukteur, dann wäre ich nicht kurzsichtig wie ein Maulwurf und hätte keinen Haarausfall.
Es scheint dir so…nun, vor 100 Jahren war die Sterblichkeitsrate doch höher als heute, der Lebensstandard war niedriger, in weiten Teilen der Welt (in Deutschland 1918?) gab es nicht einmal ein Wahlrecht für Frauen…dass heute doch in weiten Teilen vieles durchaus besser aussieht als eben noch vor 100 Jahren, verdanken wir seriöser Wissenschaft und der Aufklärung.
Und wieso nennst Du mich Rainer????? Ist das eine Verwechslung oder hat das was zu bedeuten?
Selbstverständlich, entschuldige…es handelt sich hier um eine Verwechselung… 😉