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Glaubt ihr an Karma?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 133109
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Manche Menschen leiden am meisten an dem Tag an dem ihnen all ihre Fehltaten bewusst werden. Ich wollte dann mit ihnen nicht tauschen.
Das ist bei manchen Menschen aber nie der Fall, nicht mal auf dem Sterbebett. Setze bei anderen nie das Gewissen voraus das Du selber hast.

Wenn Du selber etwas böses was Dir angetan wurde, verstehen, verzeihen etc. kannst ist das zwar schön für Dich, aber wer hält den Täter dann davon ab, anderen das gleiche oder noch schlimmeres anzutun?
Immer wenn etwas böses geschieht, ist das Verhindern weiterer Taten die allererste Pflicht, auch indem man die Tat anzeigt, damit sie aktenkundig und der Täter zur Verantwortung gezogen wird. Verstehen etc. kommt erst irgendwann später, aber auch nur wenn man will und zufällig auf leichtes Vergeben gepolt ist, was aber auch nicht vorausgesetzt oder gar gefordert werden darf. Manche Menschen leben sehr gut mit ihrem Groll, insbesondere wenn die Behörden schlampen und der Täter ungehindert weitermachen kann, denn dann kann der Groll unter Umständen in Selbsthilfe umschlagen, wenn der Staat seine Schutzverpflichtung gegenüber dem Bürger nicht erfüllen will. Das ist nämlich ein beiderseitiger Vertrag, wenn der Staat sich nicht mehr dran hält, ist der Bürger auch nicht mehr dran gebunden.

Das ist die große Fehlerquelle beim Karma-Gedanken, daß er oft als Ausrede für Untätigkeit herhalten muß, sei es weil man denkt, andere haben sich ihr schlechtes Leben halt durch ihr eigenes Karma verdient, da braucht man gar nicht helfen, oder daß man aus lauter Angst sein eigenes Karma zu verschlechtern, nicht den Mut findet einzugreifen wo man könnte. Aber wie schon so ein alter Römer sagte, wer das Unrecht nicht hindert wo er könnte, der gebietet es. (Erlaubt es, in Neudeutsch, macht sich also zum Mittäter. Und auch das ist dann wieder nicht gut fürs Karma!)
 
Und genau hierunter verstehe ich Karma.
Genau. Aber nicht weil ein Schicksal oder höhere Macht eingreift, sondern allein durch die Bewusstwerdung ihrer Taten, ihrer Gedanken und ihrer Emotionen.
Vielleicht ist das auch wie ein Segen, eine Gnade, sofern man an Wiedergeburt glaubt und die Seele diese Erinnerung der Erkenntnis in sich mitnimmt, eine Chance es besser zu machen. Das bedeutet aber sich von diesem schlechten Karma zu lösen. Die Erinnerungen der eigenen Taten nicht erneut zu wiederholen.
Spiritualität bedeutet daher auch so viel wie,- es anders machen. Sensibel und wachsam sein,- und suchend.

Jemand kann sein Leben verschwenden weil er es nicht genießen kann vor lauter Gram an eine vergangene Tat. Oder auch aus lauter Schuldgefühlen usw.

"Doch als wesentlich für das Karma wird nicht das Tun, sondern der dahinterstehende Wille betrachtet.
Der Wille setzt sich aus Absicht, Intention und dem mentalen Impuls zusammen, der zur Handlung führt."

"Wenn die drei Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung eine Tat motivieren, entstehen schlechtes Karma und leidvolle Erfahrungen. Werden Gier, Hass und Verblendung durch ihre positiven Gegenpole Gleichmut, liebevolle Güte und Einsicht ersetzt, entstehen positives Karma und heilsame Handlungen. Je mehr positives Karma generiert wird, desto mehr weichen Gier, Hass und Verblendung zurück. Gutes Karma bewirkt eine bessere Wiedergeburt innerhalb des Geburtenkreislaufs (Samsara im Buddhismus) und eine langfristige Annnäherung an das endgültige Erwachen."
Religion.orf.at.

Fasst es vielleicht ganz gut zusammen.
Unter Erwachen verstehe ich die Loslösung aus der polaren Welt.
Gewisse Dinge geschehen zwar immer noch, doch man ist nicht mehr ein Teil davon. So irgendwie.
Gibt ja diesen Film little Buddha, wo jemand aufzählt wie all diese Begriffe wie Leben, Tot, Leiden usw weg fallen.
Unser Leben besteht aber derzeit aus dem was in der Bibel steht,- Alles hat seine Zeit...
"weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;"
 
@ F
Wo Gott ist kann ich Dir nicht sagen.
Ich kann Dir nur sagen wo ich bin.

Ich könnte Dir sagen , was ich glaube, weil das kann ich in Worte fassen, doch darum geht es nicht, Du fragst mich wo Gott ist. Hmmmm - was hättest Du davon, wenn Du es wüsstest ?

Ich denke ja, das es zwar "chaotische" Zustände gibt , die von innen betrachtet, aber völlig logisch sind.

Stellt Euch eine Brausende Brandung im Sturm vor das Spiel der Wellen und der Gischt das aufgewühlte Wasser, das reinste "Chaos" - wenn Du es von außen als Zustand betrachtest

gehst Du ins Detail und berechnest jede Bewegung jeden Moleküls bist Du noch ganz weit weg von der Wahrheit aber trotzdem erscheint Dir die Bewegung die Handlung die Tat das Geschehen, als logisch.....ja klar , weil der Wassertropfen auf den Wind trifft, teilt er sich.....und verbindet sich wieder mit ....die Welle bricht - alleine die Datenmenge die dafür notwendig wäre, können wir noch nicht berechnen und ich rede nicht von viel Wasser , sondern nur von einer Brandung.....

Nun kannst Du aber noch weiter ins Detail gehen, Du könntest für jedes einzelne Proton jedes einzelnen Elementarteilchens , für jedes Neutrino ein Bewegungsprofil erstellen, die Datenmenge ist dann noch mal größer um ein sehr großes Vielfaches. Aber Du wärst bis zur Wissensgrenze des heutigen Menschen Dir im Klaren darüber, wann wo weshalb welcher Gischtspritzer ist.

Das bedeutet obwohl Deine Logik schon überzeugt ist, hast Du die Möglichkeit weiter ins Detail zu gehen , solche Fälle gibt es viele.

Der Kain erschlägt den Abel ....der erste Mord .....der eine Bruder erschlägt den anderen ......gar nicht so weit weg .....alle Menschen sind Brüder und Schwestern oder ?

Aber den jetzt auch erschlagen ??? Warum ??? Ich denke, wegsperren reicht. Warum dem nicht helfen wenn er krank wird ? Warum den nicht arbeiten produktiv sein lassen ? Er kann auch seinen Aufenthalt bezahlen, wie jeder andere auch.

Die Notwehr - alles Dinge die damit reinspielen - der finale Rettungsschuss , die andere Seite , bist Du dann ein Mörder ???

Karma ???
 
Manche Erlebnisse sind so schlimm
Das ist doch einfach relativ oder?
Deine Vergangenheit ist so, wie du sie siehst und bestimmt nur durch deine Sichtweise deine Gegenwart und Zukunft.
Nichts anderes verursacht menschliche Dramen. Unsere Sichtweise.
Sich davon zu lösen bedeutet nicht zu werten.

Ich habe das früher schon so erlebt. Ich hatte jemandem von ein paar der Kindheitserlebnisse erzählt und die bekamen große Augen und meinte so etwas wie oh wie schrecklich, oh du Arme usw.
Ich konnte das gar nicht nachvollziehen. Für mich waren die Dinge einfach wie sie waren. Weder gut noch schlecht.
Das hatte sich mit der Zeit dann aber geändert. Auf einmal war dieses oder jenes Erlebnis Schuld für mein Verhalten und Denken. Es waren erst die Bewertungen der Erinnerungen die ein Drama verursachten?
Und anders lässt sich eine unschöne Vergangenheit auch nicht bewältigen, mit einer neuen Bewertung und Einordnung der Erinnerung. 🤔
Ansonsten trägt man ja ständig seine Dramen mit sich herum.

Auch bei Glück und Unglück. Wir wissen doch gar nicht ob etwas langfristig gut oder schlecht ist.
Dann meine ich zwar ich hätte Glück gehabt mit x und verpasse dafür aber y was viel besser für mich gewesen wäre. Dann war x also eher Pech^^
 
Wenn es so einfach wäre sich von vergangenen Ereignissen und den damit verbundenen Flashbacks zu lösen, bräuchte man keine Behandlungen gegen Traumata, PTSD nach Kriegen, Unfällen, Vergewaltigungen. Tödliche Bedrohungen nimmt die Psyche nicht so einfach hin, die schädigen auf tiefster, instinktiver Ebene, dort wo noch das Tier zuhause ist und nicht der vernunftbegabte Mensch.
 
Dass das einfach ist und mal eben schnell gelingt, wurde hier, soweit ich lesen kann, nicht behauptet.

@Daoga
Ich kenne genau das, die Erkenntnis der Vergangenheit und eine ans Jetzt geknüpfte Neubewertung/Interpretation, aus der Traumatherapie.
 
Dass das einfach ist und mal eben schnell gelingt, wurde hier, soweit ich lesen kann, nicht behauptet.

@Daoga
Ich kenne genau das, die Erkenntnis der Vergangenheit und eine ans Jetzt geknüpfte Neubewertung/Interpretation, aus der Traumatherapie.
Bei manchen Sachen hilft keine Neubewertung, denn an schwerer Gewalt begangen an kleinen Kindern lässt sich nichts schönreden. Es ist ein Unterschied ob man ein Trauma wirklich auflösen oder nur mit hübschem Lack und viel Selbstbetrug übertünchen will.
 
Bei manchen Sachen hilft keine Neubewertung, denn an schwerer Gewalt begangen an kleinen Kindern lässt sich nichts schönreden. Es ist ein Unterschied ob man ein Trauma wirklich auflösen oder nur mit hübschem Lack und viel Selbstbetrug übertünchen will.
Du hast mich leider nicht verstanden 🙂
 
Heutzutage verbreitet sich die Unart, aus jedem Lolli und jedem Pony das sich mal ein Kind gewünscht und nie bekommen hat, ein späteres angebliches Trauma zu basteln. Wodurch die echten Traumata vermutlich verharmlost werden oder in der Masse untergehen sollen, meiner Vermutung nach.
 
Bei manchen Sachen hilft keine Neubewertung, denn an schwerer Gewalt begangen an kleinen Kindern lässt sich nichts schönreden. Es ist ein Unterschied ob man ein Trauma wirklich auflösen oder nur mit hübschem Lack und viel Selbstbetrug übertünchen will.
Eine Neubewertung ans "Jetzt" geknüpft wie Drölfchen es formuliert, beinhaltet die Frage, wie will ich "jetzt" mit diesen Erlebnissen umgehen, wie sie in mein Leben neu einordnen und bewerten.
Es hat nichts mit schön oder klein reden zu tun.
Nur soll die Vergangenheit eben den Platz bekommen der ihr gebührt. Und das ist die Vergangenheit.

Das ist auch eines der größten Probleme, dass wir Erinnerungen so real und lebendig halten als wären sie jetzt eben erst passiert. Das ist wirklich verrückt, wenn man genau darüber nach denkt.


@Lala Ich kann dich nur auf diesen Inder verweisen. Er spricht oft von verschiedenen Arten der Meditation und Yoga welche eine bestimmte Wirkung haben.
Ich denke aber nicht, dass es wie eine zeitlich begrenzte Therapie zu verstehen ist. Eher wie eine Lebensweise. Entweder man lebt bewusst und achtsam oder eben nicht. Und um das zu erlernen braucht es seine Zeit und Übung.
 
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