Das ist bei manchen Menschen aber nie der Fall, nicht mal auf dem Sterbebett. Setze bei anderen nie das Gewissen voraus das Du selber hast.Manche Menschen leiden am meisten an dem Tag an dem ihnen all ihre Fehltaten bewusst werden. Ich wollte dann mit ihnen nicht tauschen.
Wenn Du selber etwas böses was Dir angetan wurde, verstehen, verzeihen etc. kannst ist das zwar schön für Dich, aber wer hält den Täter dann davon ab, anderen das gleiche oder noch schlimmeres anzutun?
Immer wenn etwas böses geschieht, ist das Verhindern weiterer Taten die allererste Pflicht, auch indem man die Tat anzeigt, damit sie aktenkundig und der Täter zur Verantwortung gezogen wird. Verstehen etc. kommt erst irgendwann später, aber auch nur wenn man will und zufällig auf leichtes Vergeben gepolt ist, was aber auch nicht vorausgesetzt oder gar gefordert werden darf. Manche Menschen leben sehr gut mit ihrem Groll, insbesondere wenn die Behörden schlampen und der Täter ungehindert weitermachen kann, denn dann kann der Groll unter Umständen in Selbsthilfe umschlagen, wenn der Staat seine Schutzverpflichtung gegenüber dem Bürger nicht erfüllen will. Das ist nämlich ein beiderseitiger Vertrag, wenn der Staat sich nicht mehr dran hält, ist der Bürger auch nicht mehr dran gebunden.
Das ist die große Fehlerquelle beim Karma-Gedanken, daß er oft als Ausrede für Untätigkeit herhalten muß, sei es weil man denkt, andere haben sich ihr schlechtes Leben halt durch ihr eigenes Karma verdient, da braucht man gar nicht helfen, oder daß man aus lauter Angst sein eigenes Karma zu verschlechtern, nicht den Mut findet einzugreifen wo man könnte. Aber wie schon so ein alter Römer sagte, wer das Unrecht nicht hindert wo er könnte, der gebietet es. (Erlaubt es, in Neudeutsch, macht sich also zum Mittäter. Und auch das ist dann wieder nicht gut fürs Karma!)