"Umgekehrt, Du hast in diesem Leben so viel mitgemacht, daß Du jede Menge "Guthaben" für zukünftige Leben hast, wo alles total easy laufen darf."
Das ist vielleicht zu schnell so gesagt und sieht mir auch wieder mehr nach unserer christl. Kultur aus, wo nämlich der, der am meisten leidet, der Beste Christ ist.
Beim Gedanken des Karmas muss man selber schon aktiv werden und Gutes tun, um sich positive "Punkte" erwerben zu können. Denn die zählen, um ein leichteres Leben mit mehr Glücksfällen zu erfahren.
Das mit dem "der beste Christ hat am meisten zu leiden" ist leider heute nicht mehr aktuell.
Das war eher das Credo der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen katholischen Kirche und deren Orden.
Deshalb gehörte natürlich auch die Krankenpflege und sonstige Hilfe für Bedürftige zu deren Hauptaufgaben.
So haben z.B. die Aussätzigen im Mittelalter hierzulande gar nicht so schlecht gelebt (davon abgesehen, daß sie von ihrer alten Welt abgeschnitten und für die Angehörigen quasi tot waren) in ihren speziellen Häusern und Siedlungen, wo sie von besonders frommen Ordensschwestern und -brüdern betreut wurden.
Zumindest hatten sie genug zu essen, und waren nicht nur sich selbst überlassen, bekamen geistlichen Trost, und das war ja mehr, als manche anderen Menschen selbst heutzutage haben.
Die christlichen evangelikalen Freikirchen aus den USA sehen das genau andersherum:
wenn jemand finanziell erfolgreich ist und Millionen oder sogar Milliarden scheffelt, ist das automatisch schon ein Zeichen, daß Gott es gut mit ihm meint.
Natürlich nur, wenn er auch gleichzeitig in die entsprechenden Kirchen geht, Organisationen wie pro Life unterstützt, und staatliche Hilfen für Bedürftige oder Schutz der Umwelt und der Meere für ein Werk des Teufels hält..🤯
Und wem es schlecht geht, der hat halt einfach zu wenig gebetet, oder war zu faul, verdient es nicht besser und kommt später mal in die Hölle.
Nee danke, da wünsche ich mir eher die Haltung der Kirche von vor über 1000 Jahren zurück.
Die waren seinerzeit wesentlich menschlicher, und die Fanatisierung der katholischen Kirche mit Hexen-und Ketzerverfolgung und Massenmord an nicht christlichen Völkern, die kam ja erst einige Jahrhunderte später.
Ich will natürlich nicht allen heutigen Kirchen diese Haltung unterstellen, aber gerade diese Evangelikalen predigen einen Religion des Egoismus, die dem.. ich nenne es mal modernen Schmalspur-Karmaglauben sehr ähnlich ist.