kobaltblau
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Zur Bibel: natürlich ist die Bibel authentisch - das muss sie aber nicht "wahr" machen. Ihre Authenzität beruht auf der Wiedergabe der damaligen Ansicht, Meinung, Erfahrung und Empfindung ihrer Urheber. Die nun mal Menschen sind. Es ist ganz klar, dass die Bibel aus dem Versuch heraus geschrieben wurde, eine gesellschaftliche und moralische Struktur vorzugeben, die ein Zusammenleben erleichtert (Nächstenliebe, soziales Verhalten ect) und gleichzeitig unerwünschtes Verhalten zu unterbinden (Homosexualität, Diebstahl, Sünde ect). Sie zeichnet ein Bild von Gott und Göttlichkeit, die den Menschen als Verantwortlichen entlasten will (Gott hat das letzte Wort), ihn gleichzeitig mit Belohnung und Sanktion zur Verantwortung zieht und presst Gott in eine Form, die der menschlichen Vorstellungskraft und Denke entspricht. Der Mensch war schon immer auf der Suche nach dem "Mehr", ist aber nicht in der Lage, dieses "Mehr" mit etwas zu füllen, was ihm selbst unbekannt ist. Somit gibt die Bibel die Wahrheit dessen wieder, was als Wahrheit erachtet wurde. Ob es dieser aber entspricht und ob es überhaupt eine Wahrheit gibt - das ist bis auf weiteres nicht zu klären.
Eine gelungene Beschreibung, aber war das Ziel der Bibel wirklich nur, das gesellschaftliche Leben für Alle zu erleichtern? Damals gab es auch schon Interessengruppen, Schichten und Klassen. Die Bibel zementiert zum Beispiel eine patriarchalische Moral und Gesellschaftsordnung, bzw. ist Ausdruck derselben. Ich will sagen, in der Bibel geht es auch um bestimmte Interessen, um bestimmte Zielsetzungen.