Hallo Renzi!
Ich nehme an, dass es einen freien Willen gibt. Ich rechne mit ihm genauso wie ich mit Gott oder der Unsterblichkeit rechne. Gäbe es keinen Freien Willen, dann wäre es schlecht um den Wert und die Würde des menschlichen Lebens bestellt. Dann hätten wir eine deterministische Wüste, in der zufällig und blind irgendwelche Atome und andere Kleinstteilchen aufeinanderprallen. Die reine Kausalität, die den Menschen zur Marionette macht, führt letzendlich zu einer depressiven Weltanschauung. Das ist weder vernünftig noch sinnvoll.
Gott, Freiheit, Unsterblichkeit lassen sich alle drei weder beweisen noch widerlegen. Die Vernunft fordert von uns die Annahme dieser drei Phänomene oder Ideen. Im Falle der Freiheit sehen das die Atheisten wohl am ehesten ein.
Der gute Wille ist das Beste in der Welt. Er gibt dem Menschen seine Würde und seinen Wert. Ich mag keine Menschen, die sich blind (zB von ihren Trieben) treiben lassen. Damit meine ich Dich aber nicht 🙂.
Ich klammere mich auch nicht an die Bibel, sondern an meine Vernunft, die im übrigen genauso arbeitet wie die Vernunft jedes anderen vernunftbegabten Wesens.
Die Bibel hat im Grunde ein wichtiges Thema: "Gott und die Menschen". Da sie ein wichtiges Thema behandelt und zudem positiv für Gott eintritt, kann man sie meines Erachtens nicht ganz ablehnen. Mich stört allerdings, dass Gott in der Bibel als existierend vorausgesetzt wird. Wir können aber nicht wissen, ob er existiert. Wir sind lediglich durch unsere Vernunft dazu aufgerufen, seine Existenz anzunehmen (zu glauben, nicht zu wissen). Anders ausgedrückt: es ist sinnvoll, so zu leben, als ob Gott existieren würde.
Davon abgesehen hat die Bibel natürlich auch einen hohen kulturellen und literarischen Wert. Bohlens Autobiographie fällt dagegen doch etwas ab 🙂.
Weil sich unsere Vernunft für die Unsterblichkeit ausspricht. Es ist vernünftig, sich nicht mit seiner Sterblichkeit abzufinden. Die Annahme der Unsterblichkeit fördert übrigens auch die Verantwortung für sein Handeln. Wer glaubt, bald ist alles aus, der läßt eher mal die Sau raus 🙂.