Heißt für mich, die "Seele" Jesu lebt durch Taten der Nächstenliebe weiter oder anders ausgedrückt: Er hat ein nachhaltiges "Lebenswerk" für die Menschen hinterlassen.
Die Taten der Nächstenliebe..... Es heisst, dass Jesus Kranke heilte und sogar Tote wieder zum Leben erweckte. Warum hat er dies nicht durchgängig bei allen kranken Menschen gemacht, wenn dies das Wesentliche seines Lebens war?
Jedes Evangelium erzählt des Weiteren die Ereignisse des leeren Grabes in etwas abgewandelter Form. Mal wird das offene Grab von Maria Magdalena vorgefunden, mal erscheint einigen Frauen ein Engel im leeren Grab, mal erscheinen zwei Engel vor dem geöffneten Grab...
Ja. Es spricht für die Authentizität. Vergleiche es mit einem Verkehrsunfall, der heute an einer Kreuzung passiert. Auf verschiedenen Seiten stehen Zeugen. Wäre es nicht merkwürdig, wenn alle Zeugen genau das Gleiche mitbekommen hätten? Dann würde man annehmen müssen, dass sie sich abgesprochen haben.
Du darfst auch nicht vergessen, dass zwischen dem historischen Jesus und dem kerygmatischen Christus unterschieden wird. Bzw. dass das Kerygma der historischen Person Jesus hinzugefügt wurde, auf dem der Glaube der Christen beruht.
Das ist so nicht richtig. Wir wissen genau, dass es sich lediglich um eine Behauptung handelt, wenn gesagt wird, es wäre dies oder das Unwahre dem historischen Jesus hinzugefügt worden. Denn die Personen, die das behaupten, lebten gute 1.900 Jahre später. Mit anderen Worten: Die Erzählung von der Hinzufügung eines nicht wirklich existenten kerygmatischen Jesus ist ein Mythos. Dass sie durch ihre Behauptung selbst einen Mythos schaffen, war A. Schweitzer und H. Bultmann wohl nicht bewusst.
Schon alleine, dass sich die Jünger Jesu für ihre Nachfolge und Predigten verfolgen, einkerkern und töten liessen, spricht dafür, dass sie es für die volle Wahrheit hielten, was sie sagten.
So ehrenwert A. Schweitzer und H. Bultmann im Allgemeinen gewesen sein mögen, so bezweifel ich, dass sie für den von ihnen geschaffenen Mythos auch den Tod in Kauf genommen hätten.