Lieber Webster,
Wann Du selber bewusst, einen Wunsch, oder eine Gewaltphantasie im Kopf gehabt hast? So in der Art... ob es Dir innerlich bewusst ist, wann Du das erste Mal klar, so eine Vorstellung, oder ein Gefühl gehabt hattest?
An und für sich ist so ein Seziergedanke, anatomisch gesehen, nichts ungewöhnliches. Es gibt Berufe, wie Ärzte zum Beispiel, da sind Operationen an der Tagesordnung.
Entscheidend ist bei dem Gedanken an den Hund und die Katze eher, was für ein Gefühl Du dabei hattest? Ob Du das genossen hast, wie ein Lebewesen gestorben ist, ob es Dir egal war, oder Du wütend gewesen bist.
Denn je nach Gefühlswelt und innerer Empfindung zu Deinem Erlebnis, lässt sich daraus schon vermuten, wie Du evtl. in Bezug auf Anatomie "tickst".
Du hast also Dein Verhalten erst auf einen bestimmten Menschen gemünzt, und nach und nach erkannt, dass es irgendwie ein bestimmtes Schema bei Dir sein muss, wonach Du dann die Fantasien in den Kopf bekommst.
Das ist, als Ansatzpunkt in einer Therapie und generell schonmal viel Wert; weil... durch dieses bestimmte Schema lässt sich dann ja analysieren, wonach Du vorgehst.
Wäre es zum Beispiel ein ältere Herr, eine junge Frau oder jemand mit einer Behinderung, der automatisch bestimmte Gewaltfantasien in Dir auslöst, dann wäre dort zu schauen...
was genau reizt Dich selber, diesen Menschen in Deinem Kopf Schaden zufügen zu wollen?
Damit meine ich: wenn Dir jemand nicht passt (aber dafür zu Deinem Schema passt), dann möchtest Du ihn "eliminieren" ( ich vermute es jetzt mal so), aber... der Mensch ist dennoch Teil der Welt und der Realität.
Zu schauen wäre dabei:
wofür steht zum Beispiel jmd. der alt, jung, behindert oder sonstwie ist, so dass er in Dein Schema passt?
.
Wenn Du selber gegen bestimmte "Schema-Menschen" etwas hast, dann haben diese Leute auch irgendwas mit Dir zu tun, sonst würdest Du nicht denken "Schema-passt"... und diese Gewaltphantasien im Kopf abfahren.
Um Dich davon lösen zu können, wird es hilfreich sein, Schritt für Schritt durchzuarbeiten ( kann sicherlich sehr tief in Deine eigene Persönlichkeit gehen), woran Dich diese Leute erinnern?
Ob Du jemanden damit in Verbindung bringst, der Dir früher schon auf den Keks ging...
- oder gibt es in diesem Leben (bisher) keinen erkennbaren Bezug für Dich?
Eine Sorte Gefühl, die Dich selber in Besitz nimmt, und Dich scheinbar stark unter Kontrolle hat, wenn ich das so lese.
Es kommt Dir so vor? Nun. Was Menschen reden, denken oder tun, können unterschiedliche paar Schuhe sein.
Es gibt diesen Spruch: "Hunde, die bellen, beissen nicht." - das stimmt nicht immer. Schwer zu beurteilen, wie die Dame wirklich ist; aber ich weiß ja auch nur durch Deine Beschreibung von ihr.
Die Kunst klingt ja gut - das ist ja vermutlich irgendwas mit Gefühl.
Interessehalber, wenn Du magst, würde mich interessieren, was für eine Art/ Sorte Kunst es ist?
Es ist gut, dass Du eine Therapie gewählt hast. Zwischen den geschriebenen Zeilen vermute ich einiges an Gewalt; und auch für Dich ein schlimmes Erlebnis.
Ich meine, aus dem Herzen heraus mit anderen sprechen; weil Du wirklich Interesse an jemandem hast; nicht, weil Du eine Maske aufsetzt, um in der Gesellschaft evtl. kurzfristig Pluspunkte zu sammeln.
Auf Dauer rechnen sich Lügen nicht; und sind, gegenüber den anderen zugleich auch ein Selbstbeschiss.
ah- okay. Asymmetrischer Gang = Behinderung?
Asymmetrie = Mathematik...
Dann haben wir doch hier eine Möglichkeit = was asoziierst Du mit Ungeradliniegkeit?
Kennst Du das von Dir, aus irgendeinem anderen Zusammenhang; evtl. mit Deinem schlimmen Erlebnis?
Oder wann hast du schonmal damit zu tun gehabt?
Hintergrund: wenn Du selber Zusammenhänge damit herstellen kannst, kannst Du eher nachvollziehen, warum es Dich so rasend macht.
-- Möchtest Du evtl. perfekt sein; und magst Ungeradliniegkeit nicht?
Kannst Du es nicht ertragen, wenn andere Leute etwas anders machen, als Du?
Dann wäre das ein Ausdruck, zum Beispiel auch erklärbar durch Deine Erziehung, die, so scheint es mir, ja sehr geradlinieg-harmonisch verlaufen ist.
Und sobald etwas ungeradlnieg ist, passt das kaum in Deine Warhnehmung; ist Dir ein Dorn im Auge.
Deswegen auch logisch, warum Mathematik Dich ablenken kann; weil es Dir die Möglichkeit der Geradlinigkeit mittels Logik aufzeigt.
Und Du somit Deinem empfundenen "Störfakter" der Ungeradliniegkeit aus dem Weg läufst.
Ja. Du setzt Dir eine Maske auf, bist "Ungeradlinig" zu Dir selber, was Deine Ehrlichkeit angeht, und probierst Dir damit Vorteile zu sichern...
aber: sind das wirklich Vorteile für Dich, wenn Du dafür unehrlich sein musst?
Was hält Dich zurück, Du selber zu sein? Mit Ecken und Kanten?
Nun. Mein Beispiel bezog sich in erster Linie darauf, auszutesten, wie Du darauf reagierst; und ob Du, wenn Du so einen "Vernichtungsgedanken" durchziehst, ob Du selber merkst, wie das wäre... und was Du davon langfristig hättest.
Lg
okay dann arbeiten wir uns nochmals druch eine relativ langen text
😀. ich muss dir danken, dass du so konstruktive beiträge bringst.
wann habe ich das erste mal bewusst eine gewaltfantasie gehabt...nunja wenn wir den selbstschutz nicht gelten lassen (7. lebensjahr), dann kann ich darauf nicht antworten..das weiß ich einfach nicht.
zur anatomie bzw dem gefühl beim seziergedanken, wie du ihn nennst...da war damals kein gefühl dabei. ich konnte die katze natürlich nicht sezieren..nicht in dem alter. aber mich hat interessiert warum das und das so und so aussieht. natürlich war es schade um das tier aber ich kann mich nicht entsinnen wut oder vergnügen gespürt zu haben. ich glaube es war pure neugier.
da sind wir auch schon bei den personen auf die sich meine fantaien beziehen. dort habe ich grob zwei typen. einmal sind es menschen, die mir ohne grund sofort auffallen. sie scheinen aus der masse herauszustechen- etwas ganz besonderes zu sein...asymmetrischer gang, abgesenkter kopf, blass...das sind menschen die mir sofort ins auge fallen. sie sind akteure der weniger krassen vorstellungen. die die sich eher psychischen attacken ausgesetzt sehen würden. der zweite typ ist für mich deutlich interessanter, weil leichter zu beschreiben. das sind ganz einfach menschen die- so doof es klingt- mir ähnlich sind. also ganz grob beschrieben, junge attraktive,sportliche männer. das finde ich ist schon sehr spezifisch.
ob mir jemand nicht passt spielt eine geringere rolle. wenn jemand eine potentielle gefahr für mich oder meinen rang in meinem sozialen umfeld ist, dann muss er damit rechnen, beideite geschafft zu werden...wenn bisher auch immer "brav" ohne physische gewalt.
es gibt einige menschen, die ich definitiv als kontrahenten bezeichnen muss aber dennoch achte, weil sie ganz einfach logisch argumentieren. sie sind so gut wie nie meine bühnenpüppchen.
der erkennbare bezug wäre eigentlich nur die attraktivität. ich kann mich so bezeichnen, weil ich von anderen oft so bezeichnet werde, was mir den alltag nicht unbedingt erschwert. mein damaliger..naja nennen wir es mal peiniger war nicht hässlich. aber eine andere parallele sehe ich nicht auf anhieb.
die gefühle, die aus den fantasien resultieren beeinflussen und vereinnahmen mich nicht mit konstanter intensität...es gibt tage, da spielen sie keine rolle, es gibt tage, da denk ich kaum an etwas anderes und kann es teilweise genießen einem "gegner" immer und immer wieder zu zeigen, wie unterlegen er doch ist (wobei ich nicht umsonst diesen ironischen ton anschlage...ich sehe was das bedeutet).
gegen die menschen, die ins schema passen habe ich persönlich nichteinmal was. bei manchen reicht die reine optik, die art sich zu bewegen...wenn sie mit mir sprechen gibt es drei szenarien. das häufigste ist, dass ich sie unsympathisch finde und dann fest einbaue...es sei denn ich weiß von vornherein, dass ich sie eh nie wieder sehen werde..dann bleiben sie nicht lang im kopf..dann sind sie eine sache von stunden oder höchsten zwei drei tagen. sind sie mir sympathisch, so geraten sie nur selten ins scheinwerferlicht, es sei denn ich sehe sie eh nie wieder..dann sind sie dabei. zumindest hin und wieder. die dritte option tritt auf, wenn ich grade entsprechende fantasien habe und diese person spricht mit mir und während des gesprächs spiele ich szenarien und ideen durch, stimme sie auf ihn ab. die werden hinterher verworfen, weil sie sich alle als unerfüllbar identifizieren lassen.
zu der anderen süßen: ja es kommt mir so vor...ob es tatsächlich so ist vermag ich nicht zu beurteilen... sie hat zumindest kein problem mit dem töten von tieren (gut hab ich moralisch auch nicht im geringsten, aber mich hindert, dass es mir so garnichts gibt). sie scheint auch einen gewissen hang zur nekrophilie zu haben...sexualität kann ich auch in meinen perversesten abgründen nicht mit tod oder schmerz verbinden. gewalt hat bei ihr nach ihren eigenen aussagen auch shcon hin und wieder eine rolle gespielt- sowohl als opfer als auch als täterin. beispielsweise hatte sie einen wangenknochenbruch ihrer mutter zu verantworten.
zur erholung vom ganzen getippe also die kunst. dort betätige ich mich in allem, was mir ästhetisch erscheint. malerei..gerade der halbakt (also die ästhetische darstellung des körpers ohne sexualbezug) und die abstrakte malerei haben es mir angetan. direkt dahinter rangiert die fotografie der ganz normalen perversion...zum beispiel die abgründe der großstadt bei nacht. oft bin ich nacht draußen und lichte ab, was das ausdrücken kann.
weiter zum schlimmen erlebnis, wie du es bezeichnest. ich fand es wohl nicht so prickelnd tagelang nackt einem erwachsenen mann ausgeliefert zu sein, der es tierisch geil fand sich immer wieder auf einen zu packen, sodass man keine luft bekam, alle paar stundne gewürgt zu werden, schnittwunden fand er auch wahnsinnig faszinierend. aber ich weiß nicht inwiefern das relevant ist.
aus interesse spreche ich mit anderen persönlich, wenn es um wissenschaft geht. an einer person interessiert mich nichts, solange ich diese person nicht als sympathisch bewertet habe. dann sieht es schon anders aus. dann interessieren mich auch mal ihre probleme, was nicht bedeutet, dass sie soetwas wie mitleid von mir zu erwarten haben- aber natürlich bekommen sie das wenigstens vorgespielt...das ist ja, was sie wollen. lügen scheint mir eine normale sache zu sein. sie sind in einigen fällen ganz einfach nützlich, wenn auch nur für beschränkte zeit...aber die reicht ja aus. soziale kontakte sind bei mir selten von dauer. die meisten menschen bezaubere ich mit meiner anwesenheit *hust*, solange es mir etwas bringt oder es mir ganz einfach beschäftigung bringt. wenn sie uninteressant werden, dann wird gewechselt und sie merken es nichteinmal. außnahmen gibt es. da wäre mein partner und noch eine weitere person.
asymmetrischer gang war nur ein beispiel. es gibt zahlreiche beispiele. dieser gang ist für mich einfach ein zeichen für angreifbarkeit. klar macht es mehr spaß einen selbstbewussten und obendrein vielleicht noch intelligenten und vorlauten menschen zu brechen aber so als kleine happen zwischendurch langen sie allemal...hier gibt es aber eine klare grenze. kinder, frauen, behindert(die dadurch eingeschränkt werden) haben eine art schutz- immunität. genauso wie alte menschen. sie kommen mir so vor als wären sie wehrlos und da verliert alles seinen reiz. was kinder angeht..da bekomme ich sogar skrupel. sie sind für mich heiligtümer. sie dürfen nicht angetastet werden. weder verbal noch sonst irgendwie. das sind soziemlich die einzigen situationen in denen ich die fassung verliere..wenn kinder dran sind. wenn ich eine junge mutter sehe, die mit ihrem kind vollkommen überfordert ist und es anbrüllt, statt sich hilfe zu hohlen...da krieg ich ne absolute krise. aber auch die frau genießt dann immunität...ich weiß, dass frauen nicht wehrlos sind. in vielem sind sie männern überlegen, aber sie passen einfach überhaupt nicht ins schema.
natürlich möchte ich nach meinen maßstäben perfekt sein und ich lege meine maßstäbe auch bei anderen an.mag sein, dass das nicht effektiv ist aber das ist meine herangehensweise. dass ich menschen verabscheue, die anders sidn als ich, kann ich überhaupt nicht bestätigen. mulitkultur finde ich äußerst gewinnbringend. ich führe keine bewertung durch. der wert jedes menschen ist bei mir gleich. auch die, die ich spielen lasse, haben bei mir den gleichen wert, wie alle anderen auch. heißt wohl, dass dieser wert nicht sonderlich hoch ist. zumidnest nicht nach meinem menschenbild.
wenn sie einfach nur ein anderes verhalten haben als ich, bezeichne ich das i.d.r. als normal. schließlich bin ich der abweichende.
ungeradliniges ist mir kein dorn im auge...ich hass ees nicht, es fällt mir nur auf. auf meinen tisch hat der 6b bleistift immer ganz recht zu liegen. linsk daneben 4b, dann 2h, dann 2b und dann 6h. die zeichenkohle in einer 6cm x8 cm x 2cm transparenten plastikschachtel im rechten winkel zu den bleistifen mit der unteren linken ecke abschlüssig mit der spitze des 2b stiftes usw. was das angeht ist geradelinigkeit etwas schönes für mich. aber auf den bildern z.b. ...da will ich keine geraden sachen..die sidn dort viel zu langweilig. wenn es mir optisch nicht misfällt, warum sollte ich dann generell etwas gegen ungeradlinigkeit haben?
die liebe zur mathematik betrachte ich nicht als konsequenz aus dem bedürfnis des erkennens mithilfe von klaren strukturen, sondern umgekehrt. laut aussage meiner mutter konnte früher kein mensch großartig mit mir spielen..ich wa rangeblich immer nur am zählen und an den ersten kleinen rechnungen, auch wenn ich die da noch nicht mit der korrekten symbolik durchgeführt habe..einige der blätter gibt es noch.
was sind meine vorteile, wenn ich für sie unehrlich sein muss...mit unehrlichkeit habe ich meist kein problem. ich weiß nicht was dagegen spricht. sie funktioniert. und sie sichert mir meine stellung im momentanen umfeld. sie hat es so unglaublich einfach gemacht, stellvertretender schulsprecher zu werden. sie sorgt dafür, dass so viele so viel auf mein wort geben. so viele denken so und so über das und das, weil ich es ihnen sozusagen beibringen konnte. mit ehrlichkeit wäre mir das wohl nicht gelungen...ein versuch mag es vielleicht wert sein. ich lüge ja auch nicht dauernd, sondern eben genau dann, wenn es nützlich ist...wenn das aufwand-nutzen-verhältnis stimmt. dafür jagen im kopf recht schnell kleine pro-contra-listen durch.
was hält mich zurück, ich selbst zu sein...ähm...was? das kann ich beim besten willen nicht beantworten. was wär ich schon ohne diese ganzen verhaltensweisen? ein unbedeutendes, angreifbares individuum, wie so viele es in meinem näheren umfeld sind. angreifbarkeit ist kein zustand, den ich ertragen kann.
zum letzen punkt: was heißt einen vernichtungsgedanken "durchziehen". meinst du, wenn ich tatsächlich mal dumm genug sein sollte,eine fantasie in die tat umzusetzen? das würde mir erstmal genugtuung bringen. wie es auf psychisch-emotionaler ebene auch passiert,denke ich. und dann käme die fantasie daher um sich mit der realität zu vergleichen und festzustellen, dass sie soviel besser ist...ich glaube ich würde dann bei ihr bleiben...denn sie wäre ja viel spannender (?!)