Du schreibst, dass die Schule den "Vorfall kaum zur Kenntnis nimmt". Wie äußert sich dieses "kaum" denn und was wurde unternommen? Sofern solche Vorfälle nicht häufiger vorkommen würde ich der Schule zunächst die Chance auf angemessene Reaktion geben, sie allerdings auffordern, euch als Opferpartei eng einzubinden und transparent zu kommunizieren, wie verfahren wurde. Ich würde auch klarstellen, dass - sollte hier keine eindeutige Reaktion erfolgen, die sicherstellt, dass euer Kind absolut unbehelligt den Schulbesuch fortsetzen kann - ihr die Polizei einschalten würdet. Womöglich macht es Sinn, den Vorfall zumindest schon mal bei der Polizei zu melden; ob eine Anzeige angebracht ist könntet ihr dann gemeinsam besprechen; die Beteiligten sind ja nicht strafmündig. Ich würde mir einen Gesprächstermin besorgen, mir dann mein Kind schnappen und dort vorstellig werden für ein Beratungsgespräch. Die Beamten werden vermutlich auch euer Kind bestärken, alles richtig gemacht zu haben und Empfehlungen aussprechen, wie sie sich nun verhalten soll. Das gibt ihr Sicherheit, wenn sie demnächst wieder alleine unterwegs ist. Auch ihr als Eltern bekommt auf diese Weise Handlungssicherheit und womöglich auch Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.
Vor einigen Jahren hat die Polizei an vielen deutschen Grundschulen sog. Anti-Aggressions- oder auch Anti-Bullying-Programme durchgeführt. Ich kenne es von der Grundschule, an der meine Tochter war; eine fast schon auffällig friedliche Schule übrigens, und trotzdem hat man das Programm dort durchgeführt. Auch da geht es um Gewalt-/Mobbing- Prävention an Schulen, womöglich ließe sich so etwas ja installieren. Das könntet ihr bei der Polizei mal anfragen und auch der Schule als Maßnahme vorschlagen. Das Konzept ist wie gesagt präventiv ausgerichtet, es muss also nicht erst Schlimmeres passieren ehe es für eine Schule sinnvoll ist. Hier noch ein paar Infos dazu - es läge m. E. durchaus im Bereich des Vorstellbaren, dass die gewalttätige Gruppe deine Tochter auf den Kieker nimmt. Daher fänd ich das Programm nicht verkehrt:
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/jugendkriminalitaet/gewalt-an-schulen/
Das riesige Rad mit Info an sämtliche Instanzen hielte ich - sofern so etwas nicht schon häufiger vorgekommen ist - für überzogen. Für mich wäre das mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, so sehr ich eure aktuelle Entrüstung auch nachvollziehen kann. Kinder machen Fehler, müssen aber auch die Chance bekommen zu lernen. So etwas kann ansonsten auch sehr schnell eine Eigendynamik bekommen, bei der eure Tochter dann die Leidtragende ist, obwohl sie sich ja eigentlich sehr mutig und ehrenwert verhalten hat.