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Gerichtstermin - die Uhren stehen still

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 116947
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Bumblebee, ich akzeptiere deine Aussagen als die für dich gefühlt richtigen. Dennoch mag ich sie nicht ohne meine Gedanken stehen lassen. In meinen Augen warst du nicht dumm als du ihm nicht vertrautest. Du warst nur in Folge der von einem anderen begangenen schweren Straftat zutiefst in deiner Persönlichkeit erschûttert.

Durch die Tat war in dir eine Sehnsucht nach Kontrolle , was nichts anderes bedeutet, dass du dich nie wieder so fremdbestimmt fühlen möchtest. Diese Sehnsucht nach Kontrolle ließ dich agieren, wie du es zu der Zeit brauchtest.

Vertrauen ist gegeben, wenn 2 Dinge als Vorausetzung gültig sind: 1. dem anderen muss man vertrauen können und 2. auch sich selbst muss man dabei vertrauen können . Ich glaube, dass dein Vertrauen in ihn nicht nur durch die von einem anderen begangenen Straftat erschüttert wurde, ich glaube vielmehr, dass er seinen Teil dazu beitrug. Du hattest früher das Gefühl, du konntest mit ihm durch dick und dünn gehen. Das Gefühl ging bei dir verloren, so manche Reaktion von ihm konntest du dir nicht erklären, weswegen du hier nach Rat fragtest. Somit glaube ich, dass auch durch sein Agieren ein beträchtlicher Teil deines Vertrauens verloren ging. Das sollte er sich wieder erarbeiten. Und: wie kann man von einem Menschen uneingeschränktes Vertrauen erwarten, der in seinem Vertrauen sich selbst gegenüber zutiefst erschüttert ist, sollte er sich zusätzlich fragen? Somit sollte er dein Nicht- Vertrauen als keinen Angriff gegen ihn verstehen. Ich glaube aber, dass er dies so versteht. In meinen Augen ist also kein dummes Verhalten von dir ursächlich für eure veränderte Umgangsweise, sondern seine Unerfahrenheit gegenüber den Problemen traumatisierter Menschen, was ich nicht wertend meine.
Du schreibst, dass die Schuld bei dir lag, weil du dich oft angegriffen fühltest. Dich kann aber in meinen Augen keine Schuld treffen, denn du bist seit der Tat in einer unsäglichen Lage mit viel Selbstzweifel und mit viel verlorenen Vertrauen in andere, so dass die von dir empfundenen Angriffe nur verständlich sind.

Ich hoffe, dass du irgendwann sehen und fühlen kannst, dass dich keine Schuld trifft...denn nur einer hat Schuld auf sich geladen, der Täter.

Dein ehemals bester Freund und du müssen nun mit den Folgen der Tat umgehen. Dies ist für euch schwierig, aber keinen von euch trifft eine Schuld dabei. Ich hoffe, dass ihr euren Kontakt wieder zu etwas Schönem und Wertvollen werden lassen könnt.
 
Weißt du KBS, das zu wissen, was du schreibst ist das eine. Aber ob es Grund und Rechtfertigung am Ende sein kann, dass in dieser Hinsicht wieder alles gut wird, in dieser Hoffnung habe ich nun Monatelang verharrt.
Du musst wissen, er gehört zu jenen wenigen Menschen, die aus sich heraus sehr gutherzig und hilfsbereit sind. Meine Sorge war es oft, dass er mal einen falschen Menschen trifft, der dies ausnutzt und ihn verletzt. Am Ende war es ich, die ihn verletzt hat, obgleich auch ohne Absicht. Aber was spielt das für eine Rolle, das Vertrauen hat trotzdem Schaden genommen.
Ich denke, dass wir uns beide sehr wichtig waren und wir aufgrund der Umstände deshalb zugleich auch beide so verletzlich sind. Aus dieser emotionalen Situation müssen wir uns beide lösen. Er ist mir da einen Schritt voraus und hat dies bereits getan. Ich selbst muss meinen Weg jetzt noch finden. Ob es dann nach all den Dingen nochmal eine Chance für uns gibt, daran darf ich aktuell nicht denken, da ich sonst in meiner Hoffnung und der Trauer darüber, dass diese Freundschaft so wie sie war wahrscheinlich nicht mehr fortgesetzt werden kann, stecken bleibe - was zur Zeit einfach nicht geht, da ich den Kopf frei haben muss und meine Kraft für den Prozess brauche.

Jetzt würde ich daher an dieser Stelle die Thematik mit dem besten Freund gerne ruhen lassen. Ich danke dir sehr für deine Worte und deine Sicht auf die Dinge als ebenfalls Betroffener.

Wenn ich dir noch eine sehr persönliche Frage stellen dürfte?

Ist dein Leben wieder gut geworden und lebenswert und nicht mehr bestimmt durch die Tat und deren Folgen? Du musst darauf nicht antworten, sie ist ja sehr persönlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich entspreche deinem Wunsch , würde aber gerne die Möglichkeit haben, dir allgemein zur Hilfsbereitschaft etwas zu schreiben. Wenn aber auch hierin zu viel Worte für dich liegen können, dann werde ich dazu schweigen. Die Entscheidung obliegt dir.

Ich habe ähnlich wie du eine sehr harte Kindheit erlebt. Mit den Jahren lernte ich nach Ablösung von meinem Elterhaus das Leben zu lieben.Meine Ablösung begann aber schon in den letzten Jahren, in denen ich im Elternaus lebte. Für mich entwickelten sich sehr schöne Jahre. Wenn es mal nicht so lief, erinnerte mich auch an die schõne Zeiten und ich entwickelte zusätzlich die Gabe auch in schweren Zeiten noch das Positive zu sehen. Ich bin ein positiv denkender Mensch,der schwere Zeiten auch als Chance sehen kann, in denen ich mich weiterentwickle. Dies schrieb ich, damit du meine weiteren Zeilen einordnen kannst.

Gewiss hat die Tat gegen mich Spuren hinterlassen, da möchte ich dir nichts vormachen.Ich bin aus einem Hinterhalt mit einer Waffe angegriffen worden. Ich kenne Situationen wie du, in denen ich erstarren kann. Trigger gibt es somit auch bei mir. Ich weiß aber auch, dass ich mich mit Worten anfürsich wehren kann. Je mehr Situationen ich erlebe, in denen ich das schaffe, umso besser wird meine Situation, das spüre ich.Die Pandemie erschwert dies zu "üben". Vieles, was ich früher machte entfällt aufgrund des Lockdowns.

Panikattacken hatte ich schon lange nicht mehr. Zurzeit geht es mir gut und ich vernichte zurzeit viele Schriftsätze, die ich für die OEG-Verfahren schrieb- Mehrzahl deswegen, weil ich die Verfahren auch für meine damalige Freundin führte. Ich löse mich dadurch auch von meiner Vergangenheit, ohne aber sie als Teil meiner Vergangenheit nicht zu akzeptieren. Daher glaube ich, dass ich auf einem guten Weg bin. Das Leben empfinde ich aber auch mit all seinen Schwierigkeiten als lebenswert.

Die Schwierigkeiten in meinem Leben ermöglichten mir, eine gewisse Empathie zu entwickeln und ich hoffe, dass ich damit dem einen oder anderen Menschen ein wenig helfen kann.
Gewiss ist in mir durch unser Schriftwechsel auch Traurigkeit über dein Erlebtes und was ich erlebte - aber gerade in unseren Nachrichten und in den Nachrichten vieler anderer hier steckt viel Lebenswertes.
Ich habe mal hier einen Beitrag geschrieben, in dem ich begründete, warum ich auf Seiten der Betroffenen stehe. Dieser Artikel war eine indirekte Antwort auf einen Disput hier. Wenn du magst, dann lies ihn dir mal durch
Ich kann es aber auch in einem Satz zusammenfassen: Das Böse hat es nicht so leicht mit mir, auch wenn mich die gegen mich gerichtete Tat sehr nah an den Abgrund führte.

Aber eines hat die Tat schon in mir geändert, nur noch kämpfen kann und möchte ich auch nicht mehr. Letztendlich sehne ich mich zurzeit nach dem Ende der Pandemie, um mich wieder vermehrt meinen alten Gewohnheiten anzunähern. DieTat liegt bei mir nun 5 Jahre zurück und das Ende meiner Therapie liegt nun 2 Jahre hinter mir. Ich bin bisher weit gekommen und werde den Rest des Weges auch noch schaffen - da bin ich mir relativ sicher.
 
Hallo KBS,
Danke für deine Offenheit!

Das mit der Kindheit ist für mich deshalb gerade so schwer zu verdauen, weil mir erst jetzt bewusst wird, dass sie nicht "normal" war. Hättest du mich vor drei Jahren gefragt, ob ich eine gute Kindheit hatte, ich hätte es mit ja beantwortet. Vieles was dort "schief" lief, habe ich bis zuletzt als normal betrachtet oder als nicht schlimm/nicht mehr schlimm und habe vieles auch tatsächlich völlig aus meinem Bewusstsein verdrängt. Klingt verrückt, aber genau so ist es. Erst jetzt kommen viele Erinnerungen nach und nach in mir auf - aber die Gefühle dazu, jene, die normal und angemessen wären, bleiben aus. Stattdessen ist da entweder nichts oder ein enormes Schuldgefühl. Vielleicht ist das aber auch besser so, habe ich ja aktuell eh noch genug andere Baustellen. Wenn es nach mir ginge, würde ich auf das ganze Thema Kindheit gerne wieder einen Deckel drauf machen, aber wahrscheinlich lässt sich dieses Fass nicht einfach wieder schließen - und es gibt mir ja auch eine Chance mich zu verändern und gewissermaßen mich auch selbst zu schützen, damit soetwas wie der Übergriff mir nie wieder passiert. Aber das alles ist auch neu für mich und ich muss erst noch lernen, wie ich reale Unsicherheiten von den falschen unterscheide.

Auch ich habe das Leben tatsächlich viele Jahre genießen können. Mitunter eben auch, weil ich weit weg zog und vieles aus meinem Bewusstsein verbannt habe. Meine Therapeutin sagte oft zu mir, dass vieles in mir "angelegt" sei und durch die Tat auch nicht zerstört wurde und ich nur wieder lernen muss, darauf zu vertrauen. Mein Bauchgefühl, aber auch Kraft und Lebenswille und natürlich auf das Gute im Menschen.
Ich nehme da tatsächlich viel aus der Therapie für mich mit und lerne mich selbst gerade nochmal völlig neu kennen.

Durch den Lockdown kann ich viele Situationen leider nicht üben und die Angst, dass eine solche Übung doch wieder in einer Katastrophe endet, hemmt mich natürlich auch - gerade auch, weil ich kein Umfeld mehr habe, das mir da etwas Sicherheit geben könnte, denn mir selbst fehlt da leider die nötige Selbstsicherheit.

Hinzu kommen die leider stark ausgeprägten Ptbs Symptome, die ich nur schwer in den Griff bekomme und weswegen mein Umfeld sicher auch die Geduld mit mir verloren hat. Ich kann es ihnen daher auch nicht einmal verübeln.
Inzwischen fehlt mir aber auch der Blick dafür, was ich schon alles geschafft habe, weil viele Symptome wieder zurück sind. Auch neue, die ich so noch nicht kannte. Da passiert es mir, dass ich dann doch mal den Lebenswille aus den Augen verliere und den Glauben daran, dass ich das alles mal hinter mir lassen kann.

Du schreibst, die Tat ist 5 Jahre her und seit 2 Jahren auch deine Therapie. Das bedeutet, du hast 3 Jahre Therapie gebraucht, um dort anzukommen, wo du jetzt stehst. Das ist etwas sehr Gutes! Bei mir ist die Tat etwas mehr als 3 Jahre her, ebensolange befinde ich mich in Therapie. Aber ich bin längst noch nicht an dem Punkt, an dem ich sagen könnte: Ja, so wie es ist, ist es lebenswert.

Aber vielleicht brauche ich einfach etwas länger, ich brauche immer etwas länger.

Natürlich hätte ich gerne sämtliche Baustellen sofort abgearbeitet, aber das ist unmöglich. Deshalb fokussiere ich mich jetzt erstmal auf den Prozess, das ist Stress genug.

Danke noch einmal für deine Offenheit. Ich wünsche auch dir, dass du diese schlimme Tat irgendwann hinter dir lassen kannst.

PS: Ja natürlich kannst du etwas zur Hilfsbereitschaft sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bumblebee, zunächst muss ich etwas genauer werden. Meine Therapie fing nicht gleich nach der Tat an. Zwar war ich nach der Tat bei der Traumaambulanz, aber ich hatte das Gefühl, dass diese mir nicht half. Ich war auch nicht auf eine solche Therapie geeicht, weil ich einfach funktionieren musste. Ich war nur 15 (korrigiert, ich schrieb vorher 10 und das war falsch) Tage im Krankenhaus, da ich unheimliches Glück hatte. 3 Wochen nach der Tat stand einen Umzug an, da meine damalige Freundin nicht mehr in ihre Wohnung zurückkonnte, ich konnte zwar nichts Schweres schleppen, aber fahren bekam ich hin und die leichteren Tätigkeiten. Nach 5,5 Wochen arbeitete ich wieder, obwohl meine Knochen noch nicht verheilt waren. Der Unterhalt für meine Kinder musste aber weiter laufen, was ich nur mit Krankengeld nicht geschafft hätte. Das alles war gewiss schon zuviel für mich, so dass ich mich erst einmal selbst therapierte. Ich las in der Zeit viel im Netz. Erst mit der ersten schweren Panikattacke war mir klar, dass ich es nicht selbst schaffen kann. Ab der ersten Panikattacke suchte ich mir meine Thrapeutin. Mit meinem heutigen Wissen würde ich einiges anders machen. Ich war aber vorher gewohnt selbst durch fast jede Wand gehen zu können.
Du solltest aber nun nicht unsere Zeiten vergleichen und dich als langsam titulieren. Denn eines unterscheidet dich und mich in der Stärke der erlittenen PtbS. Ich habe das Glück gehabt, dass ich nie irgendeine eigene Schuld verspürte. Du hingegen siehst auch gefühlte Schuld bei dir, die aber objektiv nicht vorhanden ist. Du musst also zusätzlich gegen dein eigenes Schuldgefühl ankämpfen. Müsste ich das ebenso, dann bräuchte auch ich länger. Daher wünsche ich dir, dass du dir etwas selbst schenken kannst, nämlich Geduld mit dir. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um dein Trauma zu verarbeiten, denn auch du wirst den Weg gehen können.

Ich verstehe, dass du nicht über deine Kindheit sprechen magst.Die Andeutung, die ich über das Geschehnis las, als du im Kindergartenalter warst, lassen mich aber erahnen, warum du zu Schuldgefühlen neigen kannst. Auch damals traf dich gewiss keine Schuld, denn Kinder sind ohne Schuld solange sie Gefahren nicht erkennen können und das trifft auf dich im Kindergartenalter auf jeden Fall zu.
Und was Lebenswillen anbelangt, liebe Bumblebee, diese entspringt bereits aus einer wundervollen Seele, wie du eine hast. Durch die Tat erscheint deine Seele nur etwas eingestaubter, aber du hast ja bereits begonnen den Staubwedel in die Hand zu nehmen. Durch den Prozess siehst du den Staub wieder aufgewirbelt wie durch einen Luftzug. Das ermüdet dich, aber wie der Luftzug hat auch der Prozess ein Ende und danach wirst du unbeschwerter an eine positive Zukunft für dich arbeiten können. Ich wünsche dir viel Kraft, wobei du nicht vergessen solltest, dass du durch deine Anwältin und deine Therapeutin helfende Hände auf deinem Weg hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bumblebee, zunächst muss ich etwas genauer werden. Meine Therapie fing nicht gleich nach der Tat an. Zwar war ich nach der Tat bei der Traumaambulanz, aber ich hatte das Gefühl, dass diese mir nicht half. Ich war auch nicht auf eine solche Therapie geeicht, weil ich einfach funktionieren musste. Ich war nur 15 (korrigiert, ich schrieb vorher 10 und das war falsch) Tage im Krankenhaus, da ich unheimliches Glück hatte. 3 Wochen nach der Tat stand einen Umzug an, da meine damalige Freundin nicht mehr in ihre Wohnung zurückkonnte, ich konnte zwar nichts Schweres schleppen, aber fahren bekam ich hin und die leichteren Tätigkeiten. Nach 5,5 Wochen arbeitete ich wieder, obwohl meine Knochen noch nicht verheilt waren. Der Unterhalt für meine Kinder musste aber weiter laufen, was ich nur mit Krankengeld nicht geschafft hätte. Das alles war gewiss schon zuviel für mich, so dass ich mich erst einmal selbst therapierte. Ich las in der Zeit viel im Netz. Erst mit der ersten schweren Panikattacke war mir klar, dass ich es nicht selbst schaffen kann. Ab der ersten Panikattacke suchte ich mir meine Thrapeutin. Mit meinem heutigen Wissen würde ich einiges anders machen. Ich war aber vorher gewohnt selbst durch fast jede Wand gehen zu können.
Du solltest aber nun nicht unsere Zeiten vergleichen und dich als langsam titulieren. Denn eines unterscheidet dich und mich in der Stärke der erlittenen PtbS. Ich habe das Glück gehabt, dass ich nie irgendeine eigene Schuld verspürte. Du hingegen siehst auch gefühlte Schuld bei dir, die aber objektiv nicht vorhanden ist. Du musst also zusätzlich gegen dein eigenes Schuldgefühl ankämpfen. Müsste ich das ebenso, dann bräuchte auch ich länger. Daher wünsche ich dir, dass du dir etwas selbst schenken kannst, nämlich Geduld mit dir. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um dein Trauma zu verarbeiten, denn auch du wirst den Weg gehen können.

Ich verstehe, dass du nicht über deine Kindheit sprechen magst.Die Andeutung, die ich über das Geschehnis las, als du im Kindergartenalter warst, lassen mich aber erahnen, warum du zu Schuldgefühlen neigen kannst. Auch damals traf dich gewiss keine Schuld, denn Kinder sind ohne Schuld solange sie Gefahren nicht erkennen können und das trifft auf dich im Kindergartenalter auf jeden Fall zu.
Und was Lebenswillen anbelangt, liebe Bumblebee, diese entspringt bereits aus einer wundervollen Seele, wie du eine hast. Durch die Tat erscheint deine Seele nur etwas eingestaubter, aber du hast ja bereits begonnen den Staubwedel in die Hand zu nehmen. Durch den Prozess siehst du den Staub wieder aufgewirbelt wie durch einen Luftzug. Das ermüdet dich, aber wie der Luftzug hat auch der Prozess ein Ende und danach wirst du unbeschwerter an eine positive Zukunft für dich arbeiten können. Ich wünsche dir viel Kraft, wobei du nicht vergessen solltest, dass du durch deine Anwältin und deine Therapeutin helfende Hände auf deinem Weg hast.
Hallo KBS,
das stimmt, ich habe tatsächlich gute Helferinnen an meiner Seite und ich würde jede bedenkenlos weiter empfehlen. Darum bin ich auch sehr froh und dankbar.
Auch ich war nicht sofort in Therapie. Ich war ebenfalls erst im Krankenhaus und wurde dann zur Krisenintervention auf einer psychiatrischen Station aufgenommen. Die richtige Psychotherapie, in der es nicht nur um das irgendwie überleben ging, fing erst später an, aber durch viele helfende Hände verlief das alles in einem Fluss. Da bin ich sehr dankbar.

Dass du wieder so kurz nach der Tat arbeiten gingst kann ich gut nachvollziehen. Auch ich hatte kurz danach den Wunsch nach Normalität. Aber dass dies eine Illusion war, muss ich dir wahrscheinlich nicht erzählen, das weißt du ja selbst.
Ob diese Schuldgefühle unmittelbar mit den lang anhaltenden Ptbs Beschwerden zusammenhängen, das weiß ich nicht. Ich denke da spielt vieles eine Rolle. Auch viel Akzeptanz. In diesem Punkt hadere ich immer noch hier und dort.
 
Ich trage zum Beispiel enorme Ambivalenzen in mir, die es mir sehr schwer machen, manche Dinge zu akzeptieren.
So leide ich einerseits in Teilen wirklich sehr unter gewissen Nachfolgen der Tat und komme oft immer noch nicht gut zurecht, und andererseits kann ich für mich gar nicht akzeptieren, dass ich so schwer, so komplex traumatisiert sein soll. Dafür geht es mir doch viel zu gut.

Verstehst du, was ich meine? Diese inneren Widersprüche machen es mir schwer zu akzeptieren. Aber das ist auch sehr verworren und kompliziert und ich werde mich tatsächlich noch in Geduld üben müssen, um das alles für mich zu entschlüsseln. Vielleicht wird mir der Prozess ein wenig dabei helfen.

Geduld ist so gar nicht meine Stärke 🙈🙈🙈
 
Magst du mir schreiben, welchen GdS du hast?

Ich verstehe, was du meinst. Dazu kann ich aber jetzt kaum etwas schreiben, ohne Gefahr zu laufen, vollkommen daneben zu liegen. Mir fallen aber bestimmte Dinge auf, wie deine Wasseraufnnahme am Tag, die du zwischendurch im Thread erwähntest....und auch andere Dinge. Es steht mir aber nicht zu diesbezüglich irgendetwas zu erfragen und dir dann zu antworten. Ich würde dir aber "zuhören", wenn du über bestimmte Dinge schreiben wollen würdest.
 
Magst du mir schreiben, welchen GdS du hast?

Ich verstehe, was du meinst. Dazu kann ich aber jetzt kaum etwas schreiben, ohne Gefahr zu laufen, vollkommen daneben zu liegen. Mir fallen aber bestimmte Dinge auf, wie deine Wasseraufnnahme am Tag, die du zwischendurch im Thread erwähntest....und auch andere Dinge. Es steht mir aber nicht zu diesbezüglich irgendetwas zu erfragen und dir dann zu antworten. Ich würde dir aber "zuhören", wenn du über bestimmte Dinge schreiben wollen würdest.
Hallo,
Warum möchtest du meinen GdS wissen?
 
Ich kenne dich nicht und der GdS würde mir eine Einordnunng erleichtern, um beim Schreiben nicht vollkommen daneben zu liegen. Ich kann dir auch meinen schreiben. Nach all den Jahren bekam ich einen GdS von30 zuerkannt. Vor Gericht hätte ich einen höheren Erstreiten können. Dafür fehlte mir aber nach fast 4 Jahren die Kraft.
Ich schrieb dir nun meinen. Dies bedeutet aber nun nicht, dass du dich nun mit deinem GdS revanchieren sollst. Ich verstehe deine Skepsis und die ist ok.
 
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