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Gefühlt jeder hat mehr Geld als ich und es macht mich fertig

Wenn ich sowas nicht manchmal mit eigenen (ungläubigen) Augen sehen würde was sich Mittzwanziger so alles gönnen, würde ich dir zustimmen.


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Wir reden hier aber von einem Studenten.

Kann ja sein, dass dieser Vollzeitstudent eine Werksstudententätigkeit in einer großen Firma macht und im Rahmen seiner Tätigkeit ein Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekommt, was den Eindruck vermittelt, das Auto gehöre ihm.

Man kann sich Autos auch mieten oder durch einen Kredit finanzieren. Aber sicher nicht als Student.
 
Hallo @ all,

auch wenn sich die TE scheinbar nur einmal eingeloggt hat, um sich auszukotzen, möchte ich trotzdem meinen Senf dazu geben.

Erstmal zu den dicken Autos, die angeblich im Besitz der „reichen Studenten“ sind. Hier schließe ich mich meinen Vorrednern an: Nicht jedes Auto, was auf deutschen Straßen fährt, gehört auch dem Fahrer. Gerade Autohändler sind am Verkauf ihrer Fahrzeuge interessiert und greifen bei der Finanzierung wohlwollend mit ein, um den Verkauf zu realisieren. Auch Leasing, Jahreswagen, Firmenfahrzeuge etc. sind keine Seltenheit.

Die eigentliche Frage ist ja, was dir der RS 6 gibt oder eben nicht gibt, weil du keinen besitzt. Mal abgesehen von sehr hohen Unterhaltskosten und einem ordentlichen Spritverbrauch bringt dich ein Dacia ebenso zu Arbeit. Bei der heutigen Verkehrslage habe ich keinen Mehrwert von PS-Zahlen im hohen hunderter Bereich. Wozu? Für das Stopp and Go zur Arbeit?

Der RS 6 kocht dir keinen Kaffee oder macht dir Frühstück. Er wird nicht für dich die Arbeit übernehmen. Der RS 6 kann nicht deine Notdurft für dich verrichten. Der RS 6 sagt nicht „gut gemacht“ oder stärkt dir den Rücken vor einem schwierigen Termin. Der RS 6 macht weder das Sexualleben erfolgreicher noch verlängert er (entgegen der landläufigen Meinung) den Penis des Fahrers. Somit verstehe ich in diesem Bereich den Neid nicht. Spätestens in der Werkstatt, bei der Versicherung, bei der Steuer, an der Zapfsäule usw. gewinnst du eher mit einem „normalen“ Auto.

Ich arbeite im Bereich „Wohnraum“ und sehe daher auch Einkommensverhältnisse und Schufa-Auskünfte. Auch in meiner Nähe ist der Sitz eines gut zahlenden Autobauers. Wenn ich sehe, wie hoch manche Berufsanfänger bereits verschuldet sind bzw. an Schufa-Einträgen haben, bei einem Gehalt, was ich - auch 15 Jahre später - nicht vorweisen kann, wird mir ganz anders. Da glaube ich gerne, dass die Personen ausgiebig AMG und RS 6 gefahren sind. Dieser kurzeitige Luxus wird sie aber noch viele Jahre in Form von Schulden und Krediten begleiten.

Am Anfang meiner Laufbahn habe ich tatsächlich auch ein wenig Neid entwickelt, wenn ich manchen Gehaltsnachweis gesehen habe. Mittlerweile ist das weder auf Arbeit noch privat ein Problem für mich. Im gewissen Rahmen freue ich mich für die Leute, dass sie sich zumindest finanziell keine Sorgen machen müssen, wenn es denn tatsächlich auch so ist. Die Bedürfnisse scheinen exponentiell zum Einkommen zu steigen.

Auch die Luxus-Jacke für 750 € hält „nur“ warm und geht irgendwann kaputt. So ist es mit vielen Sachen. Wenn ich abends auf der Couch sitze, ist es mir egal, ob diese in einer 60 m² großen Mietwohnung oder in einem 250 m² Luxus-Eigentums-Loft steht. Bei den Nebenkosten, dem Sauberhalten und dem Einrichten bin ich mit 60 m² dann wieder günstiger unterwegs.

Man muss sich von diesen Gedanken etwas freimachen. Man benötigt nicht jedes Statussymbol, man muss nicht alles konsumieren, was einem die Werbung offenbart. Wenn man kein Selbstwertgefühl hat, ist es egal, ob man aus einem Mercedes SLS AMG, einem Audi RS 6 oder einem Dacia Logan aussteigt. Das Selbstwertgefühl wird dadurch nicht gesteigert. Lediglich der Betrachter wird eventuell eine Minute länger geblendet, was aber nach drei Sätzen wieder relativiert wird. Unsicher bleibt dann einfach unsicher, egal ob 60 oder 600 PS.

Wenn trotz allem dieser Bedarf besteht, gibt es zwei Möglichkeiten: Andere Ausgaben senken und somit Geld für benötigte Luxusgüter freimachen oder das Einkommen erhöhen.

Einfacher wird es sein, den vermeintlich finanziell bessergestellten ihren „Erfolg“ nicht zu neiden. Damit lässt sich ruhiger schlafen.

Alles Gute für die Zukunft wünscht
Greeni
 
Danke Greeni für diesen mit etwas Ironie gewürzten Beitrag, der zumindest mir etwas Mut macht.

Wahrscheinlich bin ich und auch andere einfach anfällig für diese "Blender" oder auch für dieses Gerede, das einem ständig suggeriert wie man sein müsste, oder was man nicht hat.

Vielleicht hat man es einfach noch nicht oft genug gehört, dass hinter all dem Kram eben die Bank, sprich Schulden stecken. Man ist ja meist der Meinung mit immer mehr Geld würde man automatisch auch immer glücklicher werden.

Im Grunde hast du auch recht, was deine Beispiele mit Protzauto und 250m2 Bude angeht.
Leben kann und wird man eigentlich in fast allen Lebenslagen auch mit kleineren Brötchen.

Vermutlich ist es aber das tiefer sitzende Gefühl dass andere ja so viel besser sind und mehr erreicht haben, bzw. man fragt sich halt dann doch bei dem einen oder anderen wie das alles so toll und easy bei ihm laufen kann.
 
Vermutlich ist es aber das tiefer sitzende Gefühl dass andere ja so viel besser sind und mehr erreicht haben, bzw. man fragt sich halt dann doch bei dem einen oder anderen wie das alles so toll und easy bei ihm laufen kann.

Da hilft das arbeiten an den eigenen Prioritäten.
  • Was will ich
  • Was brauche ich
  • Was ist eigentöich überflüssig
Zufrieden bist du wenn du hast was du brauchst und dir ermöglichen kannst was du willst. Und dahin muss halt auch das Geld usw. ausgerichtet sein.

Man kann natürlich Neidisch sein das der Nachbar zur WM nach Russland geflogen ist und man sich selbst das nicht leisten kann. Oder man macht sich bewusst das man doch eh kein Fußball Fan ist und selbst wenn man das Geld gehabt hätte nicht hingefahren wäre.

Bei mir sind es z.B. Reisen. Ich brauch nicht Neidisch sein auf die 150 qm Bude weil ich die nicht will. Ich muss nicht neidisch sein auf den Sportwagen weil ich doch eigentlich nicht zum Spaß fahre sondern um von A nach B zu kommen.
Ich kann Neidisch sein wenn jemand anders ne Weldreise macht, aber da ich ja weiß das Reisen eine meiner Prioritäten ist stecke ich da das Geld rein was ich nicht in Dinge stecke die micht eigentlich nicht interessieren. Damit kann ich mir das Reisen dann auch leisten und brauch ggf nur ein bisschen Neidisch sein weil ich nur 30 Tage und nicht 6 Monate Zeit habe.
 
ich muss meinem Unmut echt mal Luft machen. Ich arbeite bei einer Versicherungsagentur und bekomme dort natürlich täglich mit, dass es offensichtlich sehr viele Leute mit aus unerfindlichen Gründen viel Geld gibt.

Ob das nun ein 20-jähriger Vollzeitstudent ist, der sich "mal eben" einen Mercedes CLA AMG kauft oder der Kindergärtner, der ganz stolz erzählt, dass er seinen neuen Audi RS 6 bar bezahlt hat. Auch in meinem Freundes- / Bekanntenkreis sind die meisten Leute eher bei "wohlhabend" einzuordnen, während ich irgendwie
seit ich denken kann eher am Existenzminimum rumkratze und mir trotz Vollzeitjob nichtmal Wohnung + Auto leisten kann (ich arbeite als Sachbearbeiterin).

Leider sieht man es auch sehr oft, dass Leute einfach schon von Anfang an die besten Voraussetzungen haben, um später mal erfolgreich zu sein, sprich, die Eltern besitzen eine Firma, bei der man dann einsteigt, oder der Opa schenkt mal eben eine Eigentumswohnung oder ein Auto, oder eben einen Bauplatz.

Ich war bereits in der Schule die einzige in der Klasse, die in einer Wohnung lebte. Ausnahmslos alle anderen Klassenkameraden hatten Häuser, und es handelte sich im Übrigen
um eine stinknormale Gesamtschule, nix "privat" oder sonstiges.

Meine Eltern waren beide Angestellte (sind inzwischen in Rente), meine Großeltern sind früh gestorben und haben mir auch nichts vererbt, im Gegenteil, sie haben teilweise noch einen recht hohen Schuldenberg hinterlassen.

Mir ist schon bewusst, dass Geld nicht alles ist, aber es lebt sich leider doch ein wenig leichter, wenn man keine finanziellen Sorgen hat.

Und natürlich stimmt es auch ein stückweit, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist, und dennoch finde ich es unfair, dass so viele Leute einfach schon von Haus aus den finanziellen Background haben, um an einer tollen Uni zu studieren oder eine entsprechende Ausbildung im Familienunternehmen zu absolvieren, während ich nach Ausbildung und Weiterbildung erst nach plus / minus 120 Bewerbungen einen schlechtbezahlten Job finde und in diesem verharren muss, weil alle anderen noch schlechter zahlen.

Man kommt sich einfach minderwertig vor und es macht mich auch wütend, dass so vielen das Glück oder die finanzielle Unabhängigkeit quasi schon in die Wiege gelegt wurde.

Geht es euch auch so? Wie geht ihr damit um, wenn die meisten Leute offensichtlich besser leben als ihr?


Für Häuser und Autos nehmen viele sicherlich Kredite auf. Jedenfalls kann ich mir (auch) nicht vorstellen, dass die Menschen besagtes bar bezahlen können. Natürlich wird es einige geben, aber das sind wohl nur "eine Handvoll". Auch gut möglich, dass die Jugend mit den Autos der Eltern vorfahren. Mache dir am besten nicht die Gedanken darüber und bleibe bei dir. Denn selbst wenn man aus schwierigen Verhältnissen starten muss, muss dies zwangsläufig nichts schlimmes bzw. negatives sein. Viel mehr sollte es einen persönlich stolz machen, wenn man dennoch etwas auf den Weg bringt. Aber wenn du denkst, auch ohne den Vergleich zu anderen, du hast zu wenig Geld; dann überlege, wie du deine eigene finanzielle Situation verbessern kannst. Beispielsweise ein anderer Job, Weiterbildungen, Studium etc.???
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich will gar keinen Mercedes CLA AMG.

Natürlich gibt es ne Menge Menschen, die mehr Geld und Besitz haben als ich, so what?

Es gibt Dinge, die ich im Leben will, etwa ein schönes Zuhause oder ein zuverlässiges Auto. Ob der Nachbar sein Haus mit Gold auskleiden kann ist mir aber wurst.

Natürlich vergleicht man sich manchmal mit anderen, aber die Tendenz ist, dass man sich mit "besseren" vergleicht. Der Versicherungsangestellte vergleicht sich nicht mit dem Verkäufer an der Kasse, Friseur oder gar mit einem Arbeitslosen. Und natürlich macht dieser Vergleich unglücklich wenn man sich darauf fixiert.

Und wie hier schon oft gesagt, der Mercedes CLA AMG kann kreditfinanziert sein oder dem Pappa gehören. Du meinst, du hast zu wenig? Dann spar 😀 Mehr Geld als andere bekommt man nicht indem man es für Autos ausgibt, sondern arbeitet und Geld anlegt.
 
Man ist meistens selbst dafür verantwortlich, was man verdient.

Wenn jemand 1.000 EUR im Monat verdient, dann brauch er sich nicht zu wundern, dass die meisten anderen mehr haben als er, weil ein Deutscher im Durchschnitt 3.000+ (ohne Studium) verdient, und damit ist man nicht "reich".

Es bringt nichts, sich mit anderen zu vergleichen, denn es wird immer jmd. geben, dem es besser geht, der besser aussieht, der 'ne schönere Frau hat, der ein schöneres Haus hat, einen grüneren Garten, ein teureres Auto etc.

Mit dem Alter hat das auch nicht mehr viel zu tun; heute kann jeder studieren und viele verdienen nach dem Studium schon recht ordentlich. Mein Kommilitone macht ein Praxissemester in einer großen Firma und verdient dort schon 1.500 EUR und das ist nur ein Praktikum.

Wenn sich jemand mehr leisten kann als ich, dann ist das halt so. Neid bringt an der Stelle absolut gar nichts.
Da hilft meistens nur sparen -- nicht jammern.
 
Man ist meistens selbst dafür verantwortlich, was man verdient.

Wenn sich jemand mehr leisten kann als ich, dann ist das halt so. Neid bringt an der Stelle absolut gar nichts.
Da hilft meistens nur sparen -- nicht jammern.

Im Grunde ist das ein Schlag ins Gesicht von allen die z.B. Friseur oder Altenpfleger sind. Die sind also selbst schuld wenn sie einem Beruf nachgehen der ihnen Spaß macht aber leider grottenschlecht bezahlt wird und dazu noch oft abfällig betrachtet wird?

Vor allem schimmert da wieder die üliche Anekdote durch, das Geld läge nur auf der Straße, jeder kanns doch machen wie Rockefeller.

Ich glaube es ist auch nicht jeder der Typ für ein Studium, und ich bin einfach der Überzeugung dass die Faktoren Glück und Zufall auch eine große Rolle spielen. Im Übrigen bin ich der Meinugn dass man auch mit 4000K heute zwar gut leben, aber kein wirkliches Vermögen mehr aufbauen kann. Denn die Ansprüche steigen ja nicht erst im Rentenalter.

Die Zeiten in denn ein Arbeiter eine ganze Familie versorgen und obendrein noch im laufe des Lebens 2 Häuser aufbauen konnte, sind längst vorbei.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Grunde ist das ein Schlag ins Gesicht von allen die z.B. Friseur oder Altenpfleger sind. Die sind also selbst schuld wenn sie einem Beruf nachgehen der ihnen Spaß macht aber leider grottenschlecht bezahlt wird und dazu noch oft abfällig betrachtet wird?

Vor allem schimmert das wieder die üliche Anekdote durch, das Geld läge nur auf der Straße, jeder kanns doch machen wie Rockefeller.

Ich glaube es ist auch nicht jeder der Typ für ein Studium, und ich bin einfach der Überzeugung dass die Faktoren Glück und Zufall auch eine große Rolle spielen. Im Übrigen bin ich der Meinugn dass man auch mit 4000K heute zwar gut leben, aber kein wirkliches Vermögen mehr aufbauen kann. Denn die Ansprüche steigen ja nicht erst im Rentenalter.

Die Zeiten in denn ein Arbeiter eine ganze Familie versorgen und obendrein noch im laufe des Lebens 2 Häuser aufbauen konnte, sind längst vorbei.

Spaß an einer Arbeit und Bezahlung sind zwei verschiedene Welten, meine Liebe.

Wer unbedingt im Friseurbereich arbeiten will, der sollte sich selbstständig machen. Sorry, mit dem Klischee-Argument kannst du mir nicht kommen.

Warum studieren Menschen? Weil ihnen langweilig ist?
Nein, weil sie merken, dass sie mit einer ganz normalen 0815-Ausbildung heutzutage nicht mehr groß weiterkommen.

Wenn ich weiß, dass ich mit etwas finanziell nicht gut aufgestellt sein werde, dann muss ich eine Alternative finden. Einfach irgendwas ausüben, weil es mir nur Spaß macht und mich dann am Ende darüber beschweren, dass man ja so schlecht verdient... sorry nein.

Wenn ich nur mit meiner Ausbildung ins Berufsleben starten würde als Durchschnittskaufmann könnte ich mir nicht mal eine vernünftige Wohnung leisten, Eigentum kann ich erstmal vergessen.

Man muss nicht "Friseur" oder "Altenpfleger" sein, auch als Bürohengst lebt man schon an der Armutsgrenze.
 

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