Ich finde es nicht in Ordnung wie du über deinen verstorbenen Vater urteilst. Er war alkoholkrank und hätte das sicher gerne auch anders gehabt. Vielleicht war er zu schwach um sich da selbst herauszuholen, vielleicht zu wenig Unterstützung bekommen. Meine Mutter wäre auch vor die Hunde gegangen wenn wir Kinder uns nicht gekümmert hätten.
Den Unterhalt von ihm auszugeben war kein Problem, aber jetzt dies und das in die Wege leiten, ist zu viel verlangt.
Kümmere dich halt um die Dinge die nun mal getan werden müssen. Das meiste geht ja ohnehin an dir vorbei wenn du alles ablehnst. Den Rest wirst du ja wohl auf die Kette bekommen.
Dann hast du (Glück für dich) nie die Erfahrung machen müssen, wie es ist verdroschen zu werden, gesagt und geschrieben bekommen, dass man dich umbringen wird oder dass man dich abgöttisch hasst und du nie hättest geboren werden sollen.
Glück für dich, aber urteile dann bitte nicht über andere.
Ich hab meinen Vater zuletzt gesehen als ich 6 Jahre alt war. Kein Gruß zum Geburtstag, kein hallo, gar nichts. Funkstille. Bei anderen hat er erzählt, er hätte keine Kinder. Dass er exzessiv säuft weiß ich erst seit einigen Jahren. Davor hat er sich einen scheiß für mich interessiert. Ich habe ab dem 6. Lebensjahr nicht mehr für ihn existiert. Er hat meine Mutter und mich anfangs noch gestalkt uns per Anruf und Post beleidigt, ständig bedroht. Der Mist hörte erst auf, als meine Mutter gezwungenermaßen neue Kerle getroffen hat. Da hat er sich nicht mehr vor unsere Wohnung getraut. Er hat mich ab dem 6. Lebensjahr ignoriert und sich einen scheiß gekümmert.
Der Unterhalt steht oder stand mir zu und den hat er auch nur mit gerichtlicher Hilfe gezahlt, weil er musste. Das ging über mehrere Anwälte und das Familiengericht. Das scheint dir nicht klar zu sein und das ist wieder die typische Denkweise eines Mannes. Väter und Mütter haben in Deutschland Unterhaltspflicht und als 6 Jährige oder 12 Jährige kannst du auch nicht entscheiden ob du was nimmst oder nicht. Man merkt, du scheinst in einer rosa Wolke groß geworden zu sein.
Schön für dich. Du kannst aber nicht darauf schlussfolgern, dass es anderen auch so geht.
Wer war für mich da, als ich ihn brauchte? Als mir jemand zeigen sollte, wie man Rad fährt, paddelt, mich aufhebt, wenn ich hin falle oder wenn ich einfach einen Rat gebraucht habe oder in der Schule irgendwas aufgeführt habe?
Wenn es mir dreckig ging? Keine Sau hat das interessiert.
Wenn du so jemandem dann 20 Jahre später in den Hintern kriechst, ihn retten willst, obwohl er sich als du 6 warst verpisst hast und dich noch bedankst, dass du auf der Welt bist obwohl er dich zeitglich bei der Außenwelt leugnet und für ihn feststeht er hat keine Kinder, obwohl erwiesen ist, dass du sein leibliches Kind bist, herzlichen Glückwunsch. Spendest du Fremden dann auch Geld? Wenn du dich für das Elend der Welt einsetzt und sogar Menschen hilfst, die dich scheiße behandeln? Nur so eine Frage.
Normal ist das ganz sicher nicht, also bitte werte das hier nicht als Maßstab.
Und noch was: Mein Vater lebt noch. Das nur mal am Rand.