Ich denke gerade dran, wie ich am Frühstückstisch meiner Oma saß und nicht mehr wußte, wie ich mein Brötchen schmieren sollte. Einfach weil ich über das was mir passiert ist, nicht drüber kam.
Mir wird warm ums Herz, wenn ich daran denke, mit welcher Geduld und Güte sie mir und anderen begegnet ist. Mit einer Selbstverständlichkeit, die ich bis heute nur bewundern kann.
Sie ließ mich, mit ihrer Fürsorge, für einen Moment alles vergessen und blieb ganz bei mir. Egal wie ungeschickt ich mich bei nur irgendwas angestellt habe. Sie fand eine Lösung, in der ich mich wiederfand.
Und nun, 50 Jahre später, schaue ich mich in meiner Wohnung um, die ich alleine eingerichtet habe, denke fast ohne Groll an die einst sehr gut funktionierenden Beziehungen die ich hatte, sehe die Fundstücke meines Lebens, die mir zeigen was ich geschafft habe und was weniger. Vieles davon zeigt mir wo ich war und wer ich bin.
Ich schaue auf meine nun 37 Jährige Tochter, die ich seit 15 Jahren nicht mehr gesehen und gehört habe. Ich weiß nicht mal warum.
Alles in allem, war es bisher ein sehr
durchwachsenes Leben. Fast die Hälfte mit Stacheldraht, dann die Freiheit hier und da selbst scheitern zu dürfen und zu können. Ja, auch das habe ich öfters geschafft als mir lieb ist. Ich habe mir auch vieles anders vorgestellt und habe bestimmt hier und da jemanden enttäuscht. Letztlich ist man kein Übermensch. Das will ich auch nicht sein. Ich versuche halt auch nur, aus meinen Fehlern zu lernen und denke oft an meine Oma. Als Vorbild.
Dabei stelle ich mir die Frage, in welcher Höhe setzt man die Messlatte des Lebens an?
Oft genug ist der Erfolg nur ein Schritt weiter. Auch wenn man das selbst nicht wahr haben möchte.
Meine Oma ist fast 90 geworden. Also bleiben mir noch 32 Jahre übrig. Da kann alles passieren. Bei Dir auch, @ TE. Findest Du nicht auch?
Im übrigen kann durch eine Unachtsamkeit, schon morgen alles vorbei sein.
Ich verstehe ja das es ab und an schwer fällt wenn man schaut was man nicht hat. viel ist bei mir auch nicht. Ich bin halt dankbar über das Wenige das ich noch habe. Das schaffe ich aber auch nicht immer.
- Wichtig ist immer die Gesundheit. Auch die Psychische. Von beiden hätte ich gerne etwas mehr.
Ich will ja nicht ausschließen das einem nichts gelingen will, alles falsch laufen kann, aber die äußeren Einflüsse, die kann man nun mal nicht wirklich zu 100% kalkulieren. Mir hilft hier die Nachsicht mit mir selber. Fehler machen mich doch auch menschlich. Wichtig ist, dass man daraus lernt. Dafür ist ja noch viel Zeit.
Die 50 ist doch auch "nur" eine Zahl. Ich habe mich gefreut als ich 50 wurde, denn jetzt kann ich sagen,
ich habe schon ein halbes Jahrhundert gelebt und erlebt.
😀
Versuchs mal mit Gelassenheit.
😉