Kreide und Tafeln zaubern aber auch keine Empathie und Fürsorge herbei. Das kann ich dir als jemand sagen, der '98 "old school" seinen Abschluss hatte.
Finde ich schön, dass du so eine tolle Lehrerin hattest. 🙂
Hallo,
Ich wurde 2017 mit dem Turner-Syndrom diagnostiziert und seitdem hat sich bei mir vieles geändert. Vom Denken her.
Ich glaube, dass es irgendwann egal ist, ob man dagegen ist oder nicht. Man wird gezwungen. Ich meine, wenn ich jetzt zum Beispiel Lehrerin bin und z. B einen Smart TV vielleicht in meinem Unterricht nicht nutzen will, dann wird meiner Meinung nach eine Zeit kommen, wo man gezwungen wird.
Und klar, Kreide und Tafel zaubern keine Empathie und Fürsorge herbei. Ich weiß das. Aber es geht mir gar nicht darum. Ich sehe das z. B an meiner Berufsschule. Unser Klassenlehrer sitzt vorne, erklärt uns den Stoff, schreibt nichts an und sagt dann : "Ja, wenn ihr etwas nicht verstanden habt, dann müsst ihr das zu Hause nachlesen". Wofür gehe ich denn dann zur Schule?
Verstehst du was ich meine? Diese Lehrerin war anders. Man hat gesehen, dass dieser Beruf ihre Leidenschaft ist. Und ich mache mir halt Sorgen um die Generationen nach mir. Ich bin zwar erst 20,aber ich hab Schule noch ohne Digitalisierung mitbekommen. Und es war meiner Meinung nach einfach besser. Die meisten Lehrer fangen jetzt meiner Meinung nach an zu denken : "ach ja, wir haben ja jetzt die Digitalisierung. Dann brauche ich ja nichts mehr tuen". Das meinte ich mit "nichts kann menschlichen Kontakt ersetzen". Meine Englischlehrerin war ja erst der Grund, dass ich mich angefangen habe für Buddhismus zu interessieren. Ich hab auch mal mitbekommen, dass sie gesagt hat, dass sie Tai Chi praktiziert.
2017, wo ich in der 11 war, gab es Smart TVs aber die wenigsten haben diese benutzt. Sie garnicht. Und wenn, dann hat sie jemanden gefragt. Sie hatte glaube ich auch nur ein kleines Smartphone (ein altes IPhone). Ich fand sie einfach inspirierend. Und ich frage mich, wie sie mit der Digitalisierung an meiner alten Schule umgehen wird. Auf der Website steht ja, dass sie auch keine Bücher mehr haben werden und die Klassenbücher digital auf dem Tablet geführt werden.
Entschuldigung, aber wie soll man Kinder und Jugendlichen ohne Bücher etwas beibringen? Und ich meine, um diese Zeit ist man in der Pubertät. Ich bin damals in tiefe Depressionen gerutscht und hatte/habe eine soziale Phobie. Wäre diese Lehrerin damals nicht gewesen, wäre ich wahrscheinlich nicht mehr am leben. Ich meine, wenn ich mir vorstelle, wie die Welt mal sein wird, dann will ich auch nicht weiter leben..
Es ist so, als ob ich durch ein "spirituelles Erwachen" gegangen bin und jeder andere um mich herum am schlafen ist. Und diese Lehrerin war wahrscheinlich auch spirituell und vielleicht sogar hochsensibel. Keine Ahnung. Ich schweife zu viel ab.. Aber ich könnte in der Schule nicht 6-8 Stunden vor einem Tablet sitzen.