Hallo K.,
ich finde es überhaupt nicht seltsam, wie du dein Beziehung zu deiner Mutter beschreibst. Ich sehe viel mehr den Drang in dir sie mögen zu wollen, du es aber nicht kannst. Und der Grund ist finde ich wirklich in Ordnung. Du willst sie mögen und analysierst sie. Und draufhin bildet sich deine Abneigung zu ihr. Und auch das stört dich. Du möchtest sie auch nicht ablehnen.
Aus meiner Sicht ist es viel wichtiger, dass du deine Mutter analysierst, wie dass du sie nicht so mögen kannst. Das liegt denke ich zum einen schon alleine an eurem Altersunterschied. Du kennst ganz andere Dinge und beschäftigst dich mit ganz anderen Dingen, wie deine Mutter. Du magst ganz andere Dinge an den Serien, wie deine Mutter oder magst einen ganz anderen Kleindungsstil. Daraus ergibt sich auch eine andere ideologische Einstellungen und Fähigkeiten. So stellst du eigentlich nur fest, dass du ganz anders bist, wie deine Mutter und dir ganz andere Dinge wichtig sind. Deshalb kann man seine Mutter vielleicht nicht mögen, aber wenn du diese fremden Dinge analysierst und sie auf deine Mutter beziehst, dann kannst du den Geschmack deiner Mutter besser verstehen. Ohne fragen zu müssen, ob du es magst oder nicht. Und das könnte dich näher bringen. Weil wenn man jemanden besser versteht, wie andere Menschen, dann kann man ihn anders sein lassen. Das könnte dir vielleicht helfen?
Ich hab auch eine Mutter, die immer zu gerne helfen möchte, es aber überhaupt nicht kann. Sie macht es damit meist noch schlimmer. Das ist so eine Sache mit der musst du dich wohl getrost außeinander setzen. Mir hilft es dabei manchmal die Situationen auf einen Film zu übertragen, weil manchmal kommt es mir vor, wie in einem schlechten Film. Und dann ist es manchmal auch wieder ganz wichtig. Weil irgendwie beschreibt es nunmal die Beziehung untereinander und verleiht der ganzen Sache Charakter... Farbe... und ich weiß auch nicht... aber mir hilft das im Umgang mit dem Problem es so zu betrachten. Da gewinne ich eine gewisse Distanz und mache die Situationen etwas erträglicher damit. Dann ist man freier im Geist und man sieht andere Wege, um die Situationen zu gestalten. Kannst du dir vorstellen, was ich meine? Solche Situationen sind manchmal, wie eine Szene aus dem Film und wenn man es so reflektiert, dann kränkt es einen nicht zu sehr oder man fühlt sich nicht so verletzt... vielleicht?
Ich finde es (für mich) völlig in Ordnung, dass du deine Mutter nicht so super finden kannst ;-). Dann ist eure Familie halt keine Bilderbuchfamilie, sondern mehr eine Normale. Es ist auch schon ein toller Zustand, wenn der eine so und der andere so nebeneinander einher gehen können. Und es ist viel wichtiger das akzeptieren zu können. Dann kann man auch "schlechte" Gedanken über seine Eltern haben. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass dich das viel mehr stört und eigentlich nicht, wie deine Mutter ist. Nur dass du so über sie denken musst und euch so betrachten musst, wie du es tust?
Am Ende ist es auch schon schön, wenn die Tochter ein Papakind ist und gegen die Mutter keinen Groll hat, sondern die Mutter es nur nicht schafft richtig auf sein Kind zu reagieren. Ich kann mir schon vorstellen, dass das blöd ist. Aber man kann auch so eine Sache nehmen und in seine persönliche Ziele übernehmen. Weil sich die Beziehung der Eltern und ihre Vorbildfunktion sowieso irgendwie auf unsere Psyche auswirkt. Und dann kann man sich merken, weil man ganz bestimmte Dinge für sich irgendwann mal nicht so haben will, wie es die Eltern haben. Auch wenn es nicht schlimm ist, dass es so ist. Aber man kann sich sagen, dass man diese eine Sache für sich mal anders haben will. Und das wäre auch ein Punkt an den du in deiner Situation gelangen könntest.
So ist es denke ich vielleicht für dich wichtig zu überlegen, wie du aus der Sache hervorgehen könntest, wie du daran wachsen könntest und was du für dich für Lehren daraus ziehst. Für dich und dein Leben.
Und weil alles so ist, wie es ist, ist es denke ich Ordnung, wenn du dich phasenweise von deiner Mutter distanzierst und mehr auf dich selber schaust und wieder zurück kehrst, um dich zu bestätigen, dass deine Einstellung in Ordnung geht.
Und so wünsche ich viel Glück mit deinem Leben und hoffe, dass du mit meinen Gedanken vielleicht in Zukunft weniger Spannung zu deiner Mutter erleben musst.
Du kannst eure Beziehung betrachten. Das ist auch schon eine Sache die nicht umsonst so ist. Und deshalb ist es gut, wenn man zwischen sich und seinen Eltern Distanz bekommen kann. Damit man mit seinem gesunden Selbstbewusstsein und Lebenslust auch was anstellen kann mit seinem Leben.
Viel Spaß!
t