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Frusttagebuch: Mutter

Ergänzung:
Ich habe meiner Mutter am Telefon 4(!) mal gesagt, dass ich keine Hilfe brauche und auch nicht will, dass sie vorbei kommt. Ratet mal, wer gerade bei mir vor der Tür stand: Meine Mutter!
Deine Mutter ist echt der Knaller. 😀

Ich habe sie nicht mal reingebeten sondern direkt wieder weg geschickt.
Genau richtig so! 👍 Lass dir bloß kein schlechtes Gewissen machen, auch wenn's schwer ist. Du hast alles Recht der Welt, dein Wohlergehen an erste Stelle zu setzen.
 
Ich hoffe für dich, dass du so weit kommst, dass solche Besuche deiner Mutter und vergleichbare Akte dich nicht mehr belasten.

Leider verdirbt einem sowas oft noch den restlichen Tag.

Man hat auch Flashbacks, wo man sich an den Mist erinnert. Wenn man dann eh schon nicht gut drauf ist, zieht einen das erst recht runter.
 
Ergänzung:
Ich habe meiner Mutter am Telefon 4(!) mal gesagt, dass ich keine Hilfe brauche und auch nicht will, dass sie vorbei kommt. Ratet mal, wer gerade bei mir vor der Tür stand: Meine Mutter!

Ich habe sie nicht mal reingebeten sondern direkt wieder weg geschickt.

Aber natürlich ist das schlechte Gefühl wieder da: Sie hat sich doch nur Sorgen gemacht, hätte ich sie nicht zumindest kurz reinbitten sollen?
Gleichzeitig fühle ich meine Grenzen aber wieder so missachtet. Wenn ich meiner Mutter auch nur die geringste Angriffsfläche biete, ist sie da! Mitten in meinem Leben, vor meiner Tür, in meinem Haus und wenn sie könnte, sie würde sofort einziehen.

Wenn mein Nachbar vor meiner Tür stände, wäre ich überrascht aber nicht so getriggert. Ich wüsste, er würde nicht bei einem angebotenem kleinen Finger, gleich meine ganze Hand ergreifen. Bei meiner Mutter weiß ich aus so vielfacher Erfahrung: Lass sie bloß nicht näher ran!

Das mit dem Wegschicken war auf jeden Fall gut.

Dass dann aber doch wieder Schuldgefühle an einem nagen, ist das Fatale. Es ist verdammt schwer, wenn nicht sogar unmöglich, davon definitiv loszukommen.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft wird in der frühen Kindheit das Nervensystem geprägt. Es lernt, was zum Überleben notwendig ist und verinnerlicht das. Diese Prägung, einst überlebenswichtig, später beeinträchtigend, zieht sich dann durch das gesamte Leben.

Und diese Prägung zu lösen, ist noch einmal ungleich schwerer als die nötigen Schritte zur Abgrenzung zu vollziehen. Die Prägungen der frühen Kind sind maßgeblich für das Leben. Immerhin haben wir das Glück, dass sowas heute erkannt worden ist und wir uns über das Internet darüber informieren können.

Das ist eine Lebensproblematik sehr vieler Leute. Es ist kein Einzelschicksal.
 
Ich finde es ist unheimlich schwer zu erklären, warum mich z.B. ihr Besuch so getriggert hat. Ich hätte z.B. gar kein Problem wenn mein Nachbar geklingelt hätte und gefragt hätte wie es mir geht.

Zwei Tage später schrieb meine Mutter mich auf Whatsapp an, weil ich ihr sagte: Wenn du dir solche Sorgen machst, dann schreib mir halt ne Whatsapp. Meine Mutter ist aber zu faul um zu schreiben, deswegen bekomme ich Sprachnachrichten von ihr. Die können 15 Minuten lang sein.....

Und wieder das gleiche toxische System:
  • "Ich bin halt so" -> Super rechtfertigung von ihr bei allem...
  • "Du musst mich doch verstehen" -> Druck
  • "Andere würden das verstehen" -> Gaslighting
  • "Du bist mein einziges Kind" -> Druck
  • "Ohne dich will ich nicht mehr sein" -> Druck und verdeckte Suiziddrohung
Beim Nachbarn geht es um echte, unaufgeregte Fürsorge ohne Hintergedanken. Bei meiner Mutter hingegen schwingt sofort eine jahrzehntealte Dynamik voller Erwartungen, emotionaler Erpressung und Kontrollversuche mit. Ich bin krank, ich will meine Ruhe und sie zwingt mich in eine emotionale Verteidigungshaltung, indem ich ihr dutzende(!) Male sagen muss "Nein ich brauche keine Hilfe" bis sie endlich für 1-2 Tage ablässt.
Auch bei der Whatsapp fühle ich mich gezwungen zu antworten, weil ich sonst Sorge habe, sie steht vor der Tür.

Früher habe ich gedacht, dass Kontaktreduzierung reicht. Heute weiß ich: Kontaktreduzierung ist zwar richtig, aber es löst die Dynamik nicht auf. Ich kann es für mich hinnehmen alle paar Wochen getriggert zu werden, anders wird ein Umgang mit meiner Mutter niemals möglich sein.
 
Weißt du, was dir vielleicht helfen könnte? Wenn eine andere Frau ihr mal ganz klar und energisch Grenzen aufzeigt. Wahrscheinlich wäre sie erst mal beleidigt und würde sich zurückziehen. Aber da du ihr einziger Kontakt bist, würde sie sich vermutlich irgendwann wieder melden.

Und falls hier jemand direkt kritisch reagiert und meint, das müsstest du selbst erledigen:

Das tust du doch bereits, aber sie versteht es einfach nicht. Sie bräuchte mal so einen richtigen Schreckmoment, etwas, womit sie überhaupt nicht rechnen würde.

Zum Beispiel, wenn sie dich zum hundertsten Mal anschreibt und verlangt, dass du sie zurückrufst (oder so ähnlich), sie dann ans Telefon geht und statt dir eine andere Frau dran ist, die ihr mal deutlich die Grenzen aufzeigt und ihr klarmacht, dass ihr Verhalten so nicht geht.
 
Ich denke, diese Person, die der Mutter die Ansage macht, würde dann verteufelt und wäre für immer unten durch. Die Mutter würde sich dann erst recht als das Opfer der ganzen Welt sehen.

Man weiß, dass das Verhalten einer solchen Mutter nicht in Ordnung, krank und gestört ist, man weiß, dass es richtig und lebenswichtig ist, sich da abzugrenzen und leidet doch.

Man leidet immer weiter, es zerfrisst einen innerlich wie ein Gift, dass man nicht ausscheiden kann.

Das ist teuflisch. Das ist ein lebenslanges Leid, das niemand verdient hat!
 
Weißt du, was dir vielleicht helfen könnte? Wenn eine andere Frau ihr mal ganz klar und energisch Grenzen aufzeigt. Wahrscheinlich wäre sie erst mal beleidigt und würde sich zurückziehen. Aber da du ihr einziger Kontakt bist, würde sie sich vermutlich irgendwann wieder melden.

Und falls hier jemand direkt kritisch reagiert und meint, das müsstest du selbst erledigen:

Das tust du doch bereits, aber sie versteht es einfach nicht. Sie bräuchte mal so einen richtigen Schreckmoment, etwas, womit sie überhaupt nicht rechnen würde.

Zum Beispiel, wenn sie dich zum hundertsten Mal anschreibt und verlangt, dass du sie zurückrufst (oder so ähnlich), sie dann ans Telefon geht und statt dir eine andere Frau dran ist, die ihr mal deutlich die Grenzen aufzeigt und ihr klarmacht, dass ihr Verhalten so nicht geht.

Wer sollte diese Frau denn sein? Selbst wenn Andreas eine Partnerin hätte, wäre die Reaktion der Mutter vermutlich dieselbe. Auch die Partnerin wäre in ihren Augen egoistisch, würde sie nicht verstehen, vielleicht sogar von ihrem Sohn fernhalten wollen. Ändern würde das nicht viel, glaube ich.
 

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