Lustig, dass ihr fragt, weil ich eh dabei war zu schreiben
🙂
Es geht mir aktuell gut und ich habe mich gut von meiner Mutter abgegrenzt. Ich vermute, dass ich hier alle paar Monate vielleicht mal schreibe, sozusagen um das passend zum Titel "Tagebuch" ein bisschen nachzuhalten.
Aktuell telefoniere ich einmal die Woche mit ihr und treffe mich vielleicht 1 mal im Monat mit ihr. Das passt für mich. Die Gespräche sind dadurch anfangs auch oft gut, denn je weniger Zeitfenster ich ihr einräume, desto mehr konzentriert sie sich auf relevante Themen statt stundenlangem Wiederholen von Dingen, die sie negativ findet.
Ich habe über die Zeit auch gelernt meine Mutter nicht immer ernst zu nehmen. Sie hat sehr erkennbare Kompensationsprobleme. Sie stürzt sich oft auf völlig belanglose Dinge. Das kann man die neue Waschmaschine sein, die aufgrund des Öko Waschgangs eine Stunde länger läuft, was dann völlig unzumutbar ist und ihr ich zitiere "ihr Leben zerstört". Das kann die Müllabfuhr sein, die morgens um 7 die Tonnen abholt und sie deswegen ich zitiere "am liebsten sterben würde".
Das Problem für mich war früher, dass ich mir das zu Herzen genommen habe. Nach dem Motto:
Was ist wenn sie sich wirklich das Leben nimmt nachdem sie mir von den Mülltonnen erzählt hat?
Insofern war das immer ein gewisser psychologischer Druck auf mir.
Ich habe sie darauf auch mal angesprochen, ob es ihr bewusst es, dass sie mit solche leichtfertigen Selbstmorddrohungen Druck auf mich ausübe. Und sie meinte dazu, dass sie sich ja nie wirklich das Leben nehmen würde.
Im Endeffekt habe ich durch meine Mutter durchaus viel über Menschen gelernt, vor allem, dass man sich überlegen muss welchen Menschen man wie viel Zeit seines begrenzten Lebens schenken will.
Es gibt Menschen, die sind in ihrer Wahrnehmung von sich und der Welt vollkommen gefangen. Sie beziehen alles auf sich selber, fühlen sich von allem angegriffen und wollen nur maximale Aufmerksamkeit. Sie sind absolut egozentrisch wie du formulierst
@cucaracha. Es geht ihnen um emotionale Selbstbestätigung und nicht darum über irgendwas wirklich zu reden.
Und ja, wir alle brauchen jemanden, dem wir manchmal unser Herz ausschütten muss, aber wenn man sich nur noch im eigenen Hamsterrad dreht, dann helfen auch ewige Gespräche nicht. Eine Freundin von mir nannte das Verhalten solcher Menschen "Depritalk". Diese Menschen wollen eigentlich nur den ganzen Tag hören wie schlimm und unfair die Welt ist und das sie selber völlig unschuldig an allem sind. Bei Meiner Mutter ist und bleibt die treibende Kraft hat, dass sie mich bei meiner Großmutter gelassen hat. Darüber wird meine Mutter nie hinwegkommen.
Insofern haben solche Menschen immer irgendeinen Schmerz. Und egal ob selbstverschuldet oder nicht, dieser Schmerz macht sie blind. Blind für Selbstwahrnehmung, Objektivität oder andere Meinungen. Die Welt muss schrecklich sein, denn in einer guten Welt hätte man weniger Möglichkeit sein eigenes Unvermögen zu erklären.
Wie auch bei dir Cuca, war meine Oma auch ganz anders. Aber bereits meine Oma hat immer gesagt,
"Man muss Menschen nehmen wie sie sind".
Insofern rege ich mich heute nicht mehr über Menschen auf, die mich früher genervt haben. Manchmal reagiere ich sarkastisch oder mach mir eine Freunde daran zurück zu nerven. Meistens ignoriere ich diese Menschen aber einfach. Womit wir wieder beim Thema Abgrenzung sind. Das ist wichtig im Umgang mit Menschen generell.