Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Frusttagebuch: Mutter

@Andreas900, denk auch immer daran, dass das, was du da erlebst, relativ normal ist, dass es sehr vielen Leuten so geht. Das ist keine traurige, tragische Ausnahme, sondern ein normales Stück Leben. Das ist eine typische Erfahrung, die man macht, wenn die Eltern alt werden.

Ich kann da nur sagen: Das, wozu man tatsächlich verpflichtet ist, erledigen, ansonsten aber Distanz wahren. Niemand ist der Gesellschafter der alt werdenden Mutter. Niemand muss sich endlos immer wieder und wieder denselben Kram anhören.
 
"Nachher lieg ich tot auf dem Küchenboden und keiner weiß was!
Es gibt Notfallknöpfe, die man immer bei sich tragen sollte. Meine Mutter hatte einen, verbunden mit der Aufgabe, täglich auf eine Taste des Sprechgerätes zu drücken.

Eine Freundin von mir erzählte mir mal, dass Gespräche mit ihrer Mutter auch nur "Depri-Talk" wären. Vielleicht ist das auch bei anderen älteren Menschen so.
Zum Glück sind die älteren Menschen, die ich kenne (85+), nicht so, dem EWIGEN sei dank.
 
"Mir persönlich tut dabei besonders weh, dass meine Mutter Seitenhiebe auf andere Menschen verteilt, zum Beispiel auf meine Großmutter, die "mich ihr weggenommen" habe. Es kommt ziemlich klar rüber, dass meine Mutter die ganze Welt hasst, Politiker, Ausländer, Homosexuelle, meinen Vater, meine Großeltern, Nachbarn, alle!"

Genau das kenne ich auch, das ist bei meiner Mutter genauso. Es ist wohl auch typisch für die Generation und für das fortgeschrittene Lebensalter, dass sich solche Einstellungen verfestigen und immer mehr und mehr darum gekreist wird.

Sieh es als Alterserscheinung an, die keiner Diskussion mehr würdig ist und die man auch nicht wirklich an sich heranlassen darf. Da ist keine sachliche, vernünftige Diskussion mehr möglich, man zerreibt sich da nur bei. Ich würde höflich dazu nicken, ein paar Floskeln äußern und weiter nichts. Du wirst es nicht ändern können.

Grenz dich innerlich genauso ab wie äußerlich! Lass dich nicht in den Strudel hineinziehen. Du stehst im Leben und brauchst deine Kräfte für dich selber. Niemand hat das Recht, dich aufzufressen.
Ich hatte das grosse Glück als Kind meine Grosseltern gehabt zu haben.
Geschwister von mir hatten nicht meine Grosseltern gehabt und sie sind nicht am Leben.
 
Bevor meine Mutter dement wurde
hatte sie auch solche entsetzlichen nervtötende Phasen.
Später wurde sie netter und ich organisierte für sie verschiedene Hilfskräfte, damit sie an mir nicht mehr klammert.
Ich wuchs auch wie du bei meinen Grosseltern auf.

Wenn deine Mutter Krankheiten hat
würde ich über die Krankenkasse einen Pflegedienst organisieren, welcher sie täglich einmal kurz besucht.
Danke für dein Feedback Cucarache.
Meine Mutter ist 65 und hat keine Krankheiten. Sie war bei 100 Ärzten. Das meine ich wörtlich. Von Psychologen, HNO, Allgemeinmedizinern bis Ortopäden und hat alles versucht, auch um sich dauerhaft erwerbsunfähig schreiben zu lassen. Meine Mutter sieht sich als krank an und benutzt dies auch um zusagen, dass sie bestimmte nicht "nicht kann". Sie ist aber nicht krank.

Insofern kriegen wir auch keine Betreuung oder gar eine Pflegestufe.

Rein praktisch laufen Probleme bei meiner Mutter so ab:
- Sie bekommt zum Beispiel die Aufforderung eine Steuererklärung für ihr Haus zu machen
- Sie ignoriert das Schreiben (das Problem) erstmal für Monate
- Sie beklagt sich dann bei mir mehrfach darüber dass sie ein Problem hat
- Sie vergisst das Problem
- Sie wird erneut angeschrieben
- Jetzt behauptet sie, dass sie das erste Schreiben nicht erhalten hätte
- Dann schimpft sie auf Politik und auf Ausländer (letztere seien sowieso an allem Schuld)
- Schließlich fragt sie mich kurz vor Fristende um Hilfe
- Sie kommt dann mit dem Schreiben in einem noch versiegelten Briefumschlag an. Hat diesen also nicht geöffnet und nicht mal versucht das Problem selber zu lösen
- Helfe ich ihr dann nicht sofort, sagt sie, dass sie "am liebsten sterben würde".

Das ist keine Neuheit im Alter bei ihr. Meine Mutter hat immer das Minimalprinzip gelebt. Schon im aktiven Berufsleben hat sie nur immer so lang gearbeitet, bis sie wieder einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hatte und sich dann so oft krank schreiben lassen bis ihr gekündigt wurde. Lief das Arbeitslosengeld aus, suchte sie sich wieder einen Job.

An deiner Stelle würde ich deine Tel Nr für sie sperren oder löschen und sie nur mit unterdrückter Rufnummer nur ca. 1 x in der Woche oder alle 2 Wochen 1 x anrufen.
Im Prinzip mache ich das. Wir telefonieren einmal die Woche. Wir haben dazu auch einen konkreten Tag und eine ungefähre Zeit ausgemacht. Ohne eine solche klare Vereinbarung artet es immer aus. Alle 4-6 Wochen besuchen wir uns auch mal.
 
Deine Mutter wirkt körperlich fit, egozentrisch, chaotisch, klug (geht zu vielen Ärzten, um sich verschiedene Meinungen anzuhören, sie arbeitet bis sie Anspruch auf Arbeitslosengeld hat), sie ist nicht sehr belastbar,
neigt schnell zum Dramatisieren, ist misstrauisch und psychisch hat sie vermutlich eine heftige Macke.,

Bei der Steuererklärung und ähnliches würde ich ihr helfen oder eine helfende Person für sie organisieren..

Du könntest ihr mitteilen, dass du ihr Gequatsche über andere Leute, Politik, usw. in keinster Weise mehr hören möchtest...sonst hilfst du ihr nicht mehr.
 
Ich nehme an, du fühlst dich moralisch verpflichtet, weil es deine Mutter ist. Kann ich verstehen, ging mir mit meinem Vater so ähnlich. Okay, du hast nur deine Mutter, aber sie tut dir nicht gut; nicht mal neutral, nein, sie schadet dir. Abstand wäre erstmal das Beste.

Sollte sie irgendwann ins Pflegeheim müssen, wäre das Haus sowieso weg, von Rente mit Grundsicherung allein kann man das nicht bezahlen. Es sei denn, du verdienst mehr als 100.000 Euro/Jahr, dann wirst du zur Kasse gebeten.
Das musste ich ja schon bei ihrem Grundsicherungsantrag ausfüllen. Auch hier scheinen Kinder ab einem Einkommen von 100.000 € (nein das habe ich nicht annähernd) in die Pflicht genommen werden.

Meine Oma hat immer gesagt, dass meine Mutter ihr Haus im Alter "aufessen" soll. Meinetwegen soll sie es auch! Ich habe meiner Mutter auch schon gesagt und sie hatte auch schon begonnen nach einer Wohnung zu suchen, aber keine Wohnung ist ihr recht. Immer ist irgendwas - und sei es nur, dass die Restmülltonne 10 Meter zu weit vom Hauseingang entfernt steht und sie nicht so weit laufen will....

Insofern habe ich längst gelernt, dass meine Mutter sich nie ohne Zwang in irgendeine Richtung bewegen wird. Das "Problem" Haus wird sich auch erst dann lösen wenn sie A) tot ist oder B) das Haus zwangsversteigert wird.
 
Mein Arzt brachte es auf den Punkt, dass mich meine Mutter emotional erpresst und ich lernen muss mich besser abzugrenzen.
Wie wahr! Das solltest du immer im Hinterkopf behalten, wenn du mit ihr redest. Als du klein warst haben ihre Emotionen nicht ausgereicht um dir eine gute Mutter zu sein, aber jetzt darfst du ihr ein guter Sohn sein. Irgendwie geht da für mich die Rechnung nicht auf.
Anfangs hatte ich ein bisschen auf mein Erbe geschielt
Ich befürchte, da wird eh nix mehr davon übrig sein. Ausser Schulden wirst du vermutlich nichts erben. Ich hoffe sehr, dass deine Augen wieder in Ordnung sind und du nun nicht mehr schielst. 😉
Ich erwische mich bei dem Gedanken, dass es mir lieber wäre, wenn sie morgen umkippt....
So böse das auch klingen mag, aber auch ich habe mich schon bei solchen Gedanken ertappt.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
F Meine Mutter Familie 13
R Mutter mit narzistischen Zügen mag meine Frau nicht Familie 18
M Meine narzisstische Mutter Familie 21

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben