Piepel
Aktives Mitglied
Eigentlich hat es mich nie richtig zum Friedhof gezogen.
Ich finde ihn dort nicht.
Nur ganz am Anfang, als ich das Gefühl hatte, ich müsste hin .....und dann dort das Tor zu war, wegen Corona Auflagen.
Aber trotzdem hätte ich gewünscht, dass man ihn dort in Ruhe lässt.
Ich möchte Dir dazu gern meine eigene Erfahrung und meine Ansicht mitteilen.
Sie kann gefallen - oder nicht. Sie ist aber gut für mich, der ich weiter leben muss.
Als Vater starb, trennte sich sein Geist von seinem Körper.
Mit dem Körper konnte ich nichts anfangen, weil er nicht mehr zu mir sprechen konnte. Daher wurde der Körper beerdigt und vergeht.
Seinen Geist kann ich nicht mehr erreichen, weil es an seinem Körper mangelt um mir mitzuteilen was er denken würde.
Meine Interaktion mit Vater ist seitdem unbefriedigend, ich finde keine Lösung. Es gibt vermutlich auch keine.
Daher nehme ich hin, dass ich nicht ändern kann was nicht zu ändern ist und behalte ihn nur noch in Erinnerung.
In Vaters Grab liegt nicht mein Vater. Würde er dort liegen, so würde ich ihn zurück holen.
Weil es sich bei dem, was beerdigt wurde, nur um einen Anteil von ihm handelt aber nicht um das Ganze, hat sein Grab für mich nur den Charakter einer Gedenkstätte.
Gedenkstätten habe ich mehrere. Auf der Bank, wo sein Foto steht, im Bett wenn ich von ihm träume, und einige weitere.
Ich finde ihn da wo ich mich gerade aufhalte.
Sein Foto kann ich umstellen, es hindert mich nicht daran, an ihn zu denken, und so ist es auch mit meinen Großeltern und auch Urgroßeltern, auf deren abgeräumtem Grab ein neuer Name steht.