Clarissaja
Aktives Mitglied
Das ist deine persönliche Einschätzung, welche du niemandem aufdiktieren kannst.
Ich habe nichts anderes behauptet und noch weniger diktiere ich irgendwem irgendwas auf. Vielmehr versuche ich zu verdeutlichen, dass ein Problem in einer Beziehung immer mit beiden zu tun hat, egal wie natürlich das Thema ist um das es geht und egal wer das Problem scheinbar mitgebracht hat. Wenn ein Problem in einer Beziehung da ist, dann haben beide auf ihre Weise dazu beigetragen, denn auch die Reaktion ist ein Beitrag und da gibt es keine Altersbegrenzung. Ebenso wie es keine Alterbegrenzung (im Erwachsenenalter) für das Thema Beziehung gibt. Es ist eine Frage der persönlichen Reife (und wäre es nicht schön diese anzustreben?), wie jemand mit Problemen und Konflikten umgeht.
Es ist zu leicht alles auf sie (eine Seite) abzuwälzen, deren Stimme wir auch garnicht gehört haben. Es ist ihr Problem - Punkt? Wer kann das sagen, wo wir das eigentliche Problem doch garnicht kennen? Ist es nicht ein bisschen simpel zu sagen: da ist ein Problem, der arme junge Mann bekommt keinen Sex, also die einzige Lösung ist das er sich den Sex bei einer anderen sucht und seine jetzige Freundin in den Wind schießt. Flucht als einzige Möglichkeit, als einzigen Rat den wir ihm mit auf den Weg geben?
Ich finde das zu einfach, weil es seiner Freundin unter Umständen nicht gerecht wird und weil es auch ihm selbst unter Umständen nicht gerecht wird, wenn er sich etwas dauerhaftes aufbauen möchte. Ob mit ihr oder ohne sie kann doch nur er selbst für sich entscheiden und das nach dem er die Gründe für ihr Verhalten kennt. Deshalb bin ich auch jetzt noch für einen Dialog, schon um seiner Selbst willen.
Mit meiner Aussage über den gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Sexualität wollte ich darauf hinweisen, dass schon die Gesellschaft unnatürlich mit dem Thema Sexualität umgeht, wie sollen sich da junge Menschen orientieren? Das ist eine Grundproblematik die alle irgendwie betrifft (meiner Meinung nach). Vermutlich führt das etwas vom eigentlichen Thema weg, vielleicht aber auch nicht, denn vielleicht hat die junge Frau wie viele andere in ihrem Alter ein Problem mit ihrem Körper und hat festsitzende Ängste die sie in ihrer Sexualität einschränken, oder gerade dort sichtbar werden.
Es gibt tausende von Möglichkeiten warum sie reagiert wie sie reagiert und ich finde es unfair sie (ohne das wir sie kennen) als Verursacherin, sexuelle Versagerin, bewußte Betrügerin und was weiß ich hinzustellen. Hier wird mir zu schnell über Menschen geurteilt die wir nicht kennen.
Was wenn sie tiefgreifende Probleme wegene eines Mißbrauchs hat? Was wenn sein Drängen in ihr das Gegenteil von dem auslöst, was er sich wünschst? Bei sexuellem Mißbrauch kann nur die Liebe, Einfühlungsvermögen und Rücksichtsnahme helfen und genau die empfehlt ihr abzutöten - im Interesse seines Sexuallebens. Was ist mit ihrem? Vielleicht ist es Scham und Angst die so reagieren lassen, dass wissen wir doch garnicht.
Übrigens eine Ausdrucksmöglichkeit von sexuell Mißbrauchten ist unter anderem in die Agrression, Ablehnung, sprachliche Härte oder Verstummung, Abstinenz usw. zu gehen. Das ist Selbstschutz der eine tiefgreifende Angst zu Grunde liegt, denn anders als ein Mann muss sich eine Frau bei der Sexualität körperlich öffnen - einlassen - das ist ein körperlicher und psychologischer Unterschied der gerade beim Thema Mißbrauch gravierend ist.
Aber wie gesagt, es gibt tausende Möglichkeiten und solange wir nicht wissen worüber wir reden, solange sollten wir auch nicht (ver)urteilen.
Claris
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