Hallo nevertheless,
schön dass du noch da bist (dich angemeldet hast) und danke für deine Rückmeldung.
Erstmal Kompliment! Ich finde, du hast das mit eurem Gespräch sehr gut gemacht. Wenn eure Beziehung etwas Ernsthaftes und Dauerhaftes sein soll, dann ist es sehr, sehr wichtig, dass ihr wirklich reden könnt und nicht nur oberflächlich, wie es vorher der Fall war. Dazu gehört nicht nur, dass sie sich dir öffnet, sondern eben auch, dass du ihr gegenüber deine Ratlosigkeit und Verzweiflung in Bezug auf ihr Verhalten artikulierst. Ein verzweifeltes "Wie soll es denn weitergehen, wenn du mir nicht sagst, was los ist?!" ist oft viel besser als ein zurückhaltendes "Ich will dich nicht unter Druck setzen!"
So wie du ihre Reaktion beschreibst, denke ich auch nicht, dass sie geweint hat, weil du zu hart warst. (Ich denke, du warst gar nicht hart, sondern einfach nur zum ersten Mal wirklich ehrlich...) Das waren wohl einfach die Gefühle, die sie ständig versucht zu unterdrücken und die durch deine Hartnäckigkeit einfach nicht mehr unterdrückt werden konnten.
Soweit ich das interpretiere, hat sie sich in einer Art Torschlusspanik immer mehr Druck gemacht und ist daher immer offensiver vorgegangen. Logischerweise hat das aber auch dazu geführt, dass sich ihre Angst und Panik immer vehementer zu Wort meldeten. Scheitern vorprogrammiert…
Das klingt für mich sehr schlüssig und erklärt ihr Verhalten ziemlich gut. Glaubst du, sie ist durch euer Gespräch ein wenig beruhigt?
Warum sie solche Angst und Panik hat, weiß ich noch nicht, aber ich will jetzt auch nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Sie wird es mir hoffentlich auch irgendwann anvertrauen oder mir zumindest sagen, wie ich damit am besten umgehen soll/kann.
Ich denke auch, dass das wirklich hart für sie war und dass es deshalb jetzt wichtig wäre ihr die nächsten Tage verstärkt deine Liebe zu zeigen.
Es war für mich das erste Mal, dass ich sie in so einem emotionalen Zustand erlebte und es war gewiss nicht so einfach mit anzusehen, aber es hat mich auch sehr berührt, dass sie so einen vollständigen Seelenstrip hingelegt hat, wenngleich auch etwas unfreiwillig.
Ja genau, lass sie spüren, dass ihr Seelenstriptease deine Liebe zu ihr nicht geschmälert hat (sondern vielleicht im Gegenteil sogar verstärkt?). Das ist doch die große Angst vieler Menschen: "Wenn ich mich ihm/ihr so (so kaputt, so traurig, so...) zeige, dann liebt er mich bestimmt nicht mehr. Wer will denn schon so eine Freundin/so einen Freund?" Sie muss lernen darauf zu vertrauen, dass es nicht Ehrlichkeit ist, die eure Beziehung in Gefahr bringt, sondern Verschlossenheit. Und dafür habt ihr den ersten Schritt getan.
Aber es ist nur ein erster Schritt und ich denke, dass es ihr weiterhin schwer fallen wird, dir zu erzählen, wenn sie was quält. Eine einfache Nachfrage deinerseits wird vermutlich erstmal noch nicht ausreichen, damit sie sich öffnet. Deshalb musst du da wohl weiterhin dranbleiben, wenn du möchtest, dass eure Beziehung tiefer wird.
Ich würde dir raten, in den nächsten Tagen noch einmal das Gespräch zu suchen, um das was am Mittwoch passiert ist, nochmal aufzugreifen und "abzurunden". Ich denke, es wäre gut, wenn du ihr sagst, wie sehr dich das berührt hat und wie dankbar du ihr bist, dass sie sich ein wenig geöffnet hat. Erzähle ihr von deiner Erleichterung, von allen Gefühlen, die du an diesem Abend hattest. Und vielleicht auch davon, was dir die nächsten Tage noch so durch den Kopf gegangen ist. Sie muss einfach spüren und wissen, dass es kein Fehler war, mit dir zu reden, sondern dass es gut und wichtig und förderlich für Eure Beziehung war. Und dann frag sie, ob es ihr ähnlich ergangen ist, wie sie sich gefühlt hat und ob sie immer noch so große Angst hat, du könntest sie verlassen. Und vielleicht kannst du ihr zum Schluss noch sagen, dass du gut verstehen kannst, wenn sie noch nicht darüber reden kann, woher diese Panik kommt, aber dass du dich freuen würdest, wenn sie dir auch das irgendwann anvertrauen kann.
Ich würde mich freuen, zu hören wie es mit euch weitergeht und wünsche euch alles Gute.
Gruß
M.