Ich bins, der TE.
Durch die Verschiebung musste ich mich Anmelden um weiter antworten zu können. Die Freischaltung hat etwas gedauert, sonst hätte ich mich schon früher gemeldet.
Ich danke euch für eure regen Meinungen, wenngleich auch einige darunter sind, die ich nicht als konstruktiv sehe. Ich werde "die Bi***" sicher nicht "abschießen", auch bin ich nicht frustriert weil "sie sich nicht wie eine unterwürfige Bi*** verhält" oder ich meinen "Ständer nicht versenken darf". Das soll nicht bedeuten, dass ich nur hören will, was mir in den Kram passt – ich hab euch ja um eure Meinung ersucht. Wenn das eure ehrliche Meinung ist, dann ist das OK für mich, wenngleich ich sie nicht sehr differenziert und konstruktiv empfinde. Es ist mir aber auch klar, dass ich das nicht unbedingt erwarten kann, da ich hier ja nur sehr begrenzt die Möglichkeit habe die Situation zwischen uns darzustellen und noch dazu auch nur diesen einen Aspekt unserer Beziehung beleuchte.
Aber nun wieder zum Thema:
Am Mittwoch Abend habe ich das Gespräch mit ihr gesucht. War nicht einfach, am Anfang schienen wir uns wieder im Kreis zu drehen, wie auch schon früher. Sie wich aus, versuchte die Sache runterzuspielen, verwies immer wieder darauf, dass sie mir doch absolut keine Vorwürfe mache, auch nicht enttäuscht ist, sich nicht bedrängt fühlt, ich solle mir nicht so viele Gedanken machen usw.
Im Gegensatz zu früheren Gesprächen habe ich mich damit aber nicht zufrieden gegeben und ganz klar gesagt, dass es aus meiner Sicht sehr wohl ein Problem ist und sie mich nicht für Blöd halten soll – ich merke ja, dass es alles andere als "alles in Ordnung" ist. Daraufhin kam von ihrer Seite wieder dasselbe, nur ergänzt darum, dass sie mich doch so liebt und nicht streiten will.
Ich muss gestehen, dass ich daraufhin den Ton etwas verschärft und den verbalen Druck erhöht habe. Das ist nicht meine Art, aber ich sah so einfach keinerlei Vorankommen mehr. Ich hab ihr klar gemacht, dass sie jetzt auch mal die Karten offen auf den Tisch legen und mich an ihren Gefühlen, Gedanken und Ängsten teilhaben lassen muss, sonst steuern wir auf einen Abgrund zu, was ich aber um jeden Preis verhindern will, da mir an ihr und unserer Beziehung sehr viel liegt. Das hat ziemlich Wirkung bei ihr gezeigt, sie ist immer wortkarger geworden, hat ihre Deckung immer mehr fallen lassen und ist schließlich in Tränen ausgebrochen. Dass mein eindringlicher Ton nicht gerade dazu beitrug Tränen zu vermeiden war mir klar, aber sie ist bei Gott keine Heulsuse und so hat mich die Intensität ihres Ausbruchs doch etwas überrascht. Darum habe ich sie nach kurzer Zeit auch in den Arm genommen, sie hat meine Nähe nicht abgewiesen, sich sehr an mich geklammert. Ich denke dass es nicht direkt mein Ton war, der sie so verletzt hat und zum Weinen brachte, vielmehr hat sich bei ihr so einiges angestaut, das sich jetzt den Weg nach draußen bahnte. Sie hat wirklich sehr viel und intensiv geweint, es fiel ihr extrem schwer sich zumindest zeitweise wieder soweit zu fangen, dass sie sich halbwegs Artikulieren konnte. So hat sie mir einiges mitgeteilt; sie möchte unbedingt mit mir intimer werden, eigentlich auch deutlich zügiger als es sich bisher ergeben hat, hat dabei aber immer wieder mit sich selbst zu kämpfen. Diese inneren Kämpfe versucht sie zu "gewinnen" indem sie sich Druck macht, sich einredet ich würde sie sonst bald verlassen. Sie will ihre Ängste vor weiterer Intimität einfach ignorieren, übergehen, weil sie die dadurch verursachten Schmerzen eher in Kauf nehmen will als wieder einsam und verlassen zu sein. Zusätzlich versuchte sie, ihre Ängste zu besiegen, indem sie sie sich selbst einfach nicht (mehr) eingestehen wollte und erst recht nicht nach außen zeigen.
Soweit ich das interpretiere, hat sie sich in einer Art Torschlusspanik immer mehr Druck gemacht und ist daher immer offensiver vorgegangen. Logischerweise hat das aber auch dazu geführt, dass sich ihre Angst und Panik immer vehementer zu Wort meldeten. Scheitern vorprogrammiert…
Warum sie solche Angst und Panik hat, weiß ich noch nicht, aber ich will jetzt auch nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Sie wird es mir hoffentlich auch irgendwann anvertrauen oder mir zumindest sagen, wie ich damit am besten umgehen soll/kann.
Es war für mich das erste Mal, dass ich sie in so einem emotionalen Zustand erlebte und es war gewiss nicht so einfach mit anzusehen, aber es hat mich auch sehr berührt, dass sie so einen vollständigen Seelenstrip hingelegt hat, wenngleich auch etwas unfreiwillig.
Wir sind dann fast die ganze Nacht wachgelegen ohne was zu sagen, sie hat mich gebeten, sie zu halten und nicht mehr loszulassen. Das war sehr berührend und gleichzeitig hoffnungsvoll für mich.
PS: Das hier jetzt zu schreiben, macht es fast noch einmal so befreiend. So als wäre ein Gewicht von einem abgefallen, von dem man erst nachher spürt, wie schwer es eigentlich war.