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Freunde

thomas52d

Neues Mitglied
Keine Freunde zu haben ist schwer,


Hallo zusammen, ich habe schon eineMenge der Beiträge gelesen und habe mich in einigen wiedergefunden.
Ich bin fünfzig Jahre alt und habe dasProblem, das ich schon seit Jahren keinen echten Freund mehr hatte,wenn ich überhaupt mal einen hatte.
Jetzt ist es nicht so, dass ich ganzalleine bin, ich lebe in einer seit über 20 Jahre andauerndenPartnerschaft; habe eine Stieftochter, die schon aus dem Haus ist undeinen erwachsenen
Sohn, der noch bei uns lebt.
Als ich noch zwanzig Jahre alt warhatte ich immer Leute um mich herum mit denen ich
Dinge unternahm, raus ging und meinenSpaß hatte; doch genau genommen hatte ich auch unter
denen nicht das, was ich mir untereinem Freund vorstellen würde.
Es gab da niemals eine Vertrauensebeneauf der ich mich in irgendeiner Weise zu meinen
Problemen im Leben geöffnet hätte, eswar halt immer nur Spaß.
Auch in der Schulzeit hatte ich ichwenn ich es aus heutiger Sicht sehe keinen echten Freund.
Das hat sich im Prinzip bis heutegehalten, es gab immer mal jemanden von dem ich gedacht habe
„Mensch, das könnte doch jetzt eineguter Freund sein“, doch nach relativ kurzer Zeit wurden
die Treffen immer weniger und dieVerabredungen immer schwerfälliger, sodass ich dann immer
- um mich nicht aufzudrängen -aufhörte mich zu melden; es war wohl richtig so, weil der jeweilige
Freund sich auch nicht mehr gemeldethat.
Da mir das schon so oft passiert istmache ich mir natürlich keine Illusionen das es an mir liegt;
natürlich tut es das.
Man wird mit der Zeit je auchaufmerksam und ich habe dann schon mal durch die Blumen gehört,
das ich zu viel rede oder auch oft zurechthaberisch bin.
Also die Rechthaberei kann ich nicht sonachvollziehen aber das ich zu viel rede ist wirklich wahr;
es ist wohl die Unsicherheit. Ich fühlemich einfach nicht wohl wenn ich unter Leuten bin und
dort Stille herrscht, ich habe dannimmer das Gefühl ich muss die Stille füllen.
Das ist eigentlich falsch aber ichmerke es immer erst im Nachhinein und denke dann“ na Super,
den hast du dir sicherlich wiedervergrault“.
Ich kann mich noch an Situationen ausfrühester Kindheit erinnern in denen meine Mutter immer
sagte, das ich nicht immer so vielreden solle. Auch meine Geschwister sagten früher schon mal,
der hat mal wieder nicht aufgehört zuquatschen.
Das Problem bei mir ist, dass wenn ichWochenende habe oder Urlaub kann ich auch nicht nur etwas mit einerPartnerin unternehmen, wir gehen uns dann mit der Zeit gegenseitigauf die Nerven.
Wenn ich dann aber zu lange allein bintue ich mich schwer mich alleine zu beschäftigen und dann
fangen meine Gedanken an zu Kreisen.
Ich werde dann richtig depressiv, habean nichts Freude und ziehe mich total zurück.
Um jetzt im Nachbarschaftskreis nichtauch alle zu vergraulen, sage ich nur guten Tag und guten
Weg und bin ansonsten froh wenn ichkeinem begegne.
Das hat sich schon so weit entwickelt,das ich schon mal aus dem Fenster schaue ob ich auch
ja keinem begegne, wenn ich das Hausverlasse.
Schon echt doof.
Jetzt ist der Beitrag so lang geworden,ich höre besser mal auf und schreibe beim nächsten mal
noch etwas über meine Situation.
Sollte es jemandem ähnlich gehen undGesprächsbedarf bestehen ich freue mich über jegliche Reaktionpositiv wie negativ.
So, dann bis zum nächsten Mal
 

Hallo thomas52d,

schau mal hier: Freunde. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Guten Abend Thomas52d,

Zu einem erst einmal Danke das du dich so sehr öffnest, manchmal ist es gar nicht so einfach dich richtigen Worte in solchen Situationen zu finden.

Ich gehe direkt auf deinen Punkt ein in dem du beschreibst, dass du Zuviel reden würdest. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut mir wurde in meiner Kindheit gesagt das die ganze Bücher füllen könnte mit den Sachen die ich erzählen täte.
Viel reden kann ein Zeichen der Unsicherheit sicherlich, es kann aber auch einfach sein, wenn du einmal jemanden findest von dem du denkst "Hm, die Person hört mir zu und reagiert auch dementsprechend, wäre doch gut für Unterhaltungen".

Ich glaube es kommt auch darauf an worüber man spricht. Einige Themen sind einfach nicht dafür gemacht die Leute beim ersten kennenzulernen zu fragen.
Ich würde sogar darauf achten, wenn du jemanden findest der dich darauf hinweist das du doch recht viel erzählst du darauf reagierst als "Erinnerung" langsamer zu machen.

Der nächste Punkt wäre dann deine Persönlichkeit. Diese ist auch sehr ausschlaggebend wie man gesehen wird.

Wie würdest du deine Person beschreiben?
 
Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor, es fällt einem etwas auf und man fängt an zu erzählen, man steigert sich aber dermaßen in sich selbst der Sache betreffend - das ist wie ein innerer Druck der aus einem unbedingt raus muss.
Jeder Mensch ist für sich eine Persönlichkeit und jede Persönlichkeit hat sich im Laufe des Lebens Eigenheiten angelegt, gute und weniger Gute. Nun soll jemand, dessen Art es ist viel zu erzählen sein Verhalten verändern und sich beim Erzählen kürzer fassen.
Das ist wie das Verhältnis zu einer Frau, um der Frau zu gefallen verhält man sich so wie man denkt sich verhalten zu müssen und bei der Holden zu punkten. Irgend wann aber hat man keine Lust jemand zu sein, der man in Wirklichkeit nicht ist und die Frau ist total enttäuscht das sie das nicht viel eher gesehen hat und so rein fallen konnte.
Wenn ich jemand als Quasselstrippe kenne und der ist plötzlich eher Schweigsam, dann würde ich annehmen das mit dem irgend etwas nicht stimmt, entweder der ist Krank oder irgend etwas betrübt ihn.
Vielleicht denkt man nur viel zu viel über sich selbst nach, weil einem bewusst ist das man ja wohl möglich in einer Midlife-Crisis steckt, vielleicht ist das jetzt etwas zu hoch gegriffen.
Es ist nun mal so, um so älter man wirt um so mehr nehmen die Freunde ab, das ist wie der Berg voller Bäume wo jeder Baum für einen Freund steht. Alles voller Bäume wie auch Freund, aber um je höher man kommt um so mehr lichtet der Wald aus, wie auch die Freunde gehen. Dann sind nur noch wenige, weit vereinzelte Bäume - wie die Mensche von denen man gerne einen zum Freund oder Kamerad hätte.
 
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