Deine Argumentation ist eine "Ja, aber-" Ausrede.
Aus deiner Sicht möglicherweise. Ich denke, du steckst zu wenig in der Materie, um das beurteilen zu können.
Ist nicht böse gemeint, aber ich sehe es so.
Unser Arbeitsbereich ist über die Jahre immer mehr verkommen.
Ich möchte das nicht pauschalisieren. Es gibt im sozialen Bereich auch hochwertige Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter schützen und denen auch das Risiko eines Burn out bewusst ist.
Ich habe eine Freundin, deren Arbeitgeber ständige Supervision anbietet, regelmäßige Gesundheitsprogramme und einen Betriebsarzt, der die Kollegen einmal im Jahr bestellt, aber das ist nicht bei jedem AG so.
Das Problem ist, dass die Problemfälle zunehmen, die Kommunen aber immer mehr zum sparen angehalten sind.
Das geht schon bei der Bezahlung von uns Pädagogen los.
Früher konnte man locker mit 2000 Euro netto rechnen. Heute werden für die gleiche Arbeit in vielen Bereichen 1 Eurojobber eingestellt und wir liegen knapp über dem Mindestlohn. Dadurch verkommt unsere Profession. Die gesellschaftlichen Probleme nehmen zu, aber in den Kassen ist immer weniger Geld vorhanden, um Projekte zu finanzieren und um uns ordnungsgemäß auszustatten. ich arbeite mit einem Laptop von 2006. Der braucht 15 Minuten, bis er betriebsbereit ist. Ich nutze meinen Privat PKW, um die Jugendlichen, die ich in meinem Projekt betreue von A nach B zu fahren.
Meinem Freund geht es im Heimbereich ähnlich.
Um sich selbst zu schützen wählt man langfristig die bessere Option sich wegzubewerben. Ansonsten sitzt man in einem sinkenden Boot und bezahlt das langfristig mit der Gesundheit.
Wir haben gestern nachgeschaut. Auch mein Freund hat den Passus "Überstunden sind abgegolten" im Vertrag stehen, auch wenn es nicht rechtmäßig ist.
Er ist bereits den Weg der Beschwerde gegangen und wartet auf Entscheidungen auf sein Anliegen. Da sich die Probleme aber summieren (schlechtes Klima, hohe Fluktuation, schlechte Bezahlung........) ist das Wegbewerben zwangsläufig die bessere Variante.
Man muss in prekären Berufen (Pädagogen, Erzieher, Altenpfleger, Krankenschwestern) den für sich besten Weg wählen, um lange darin arbeiten zu können. Mit einer Mutter Theresa Einstellung kommt man nicht weit und wenn es nicht geht, dann ist weg bewerben die bessere Alternative. Natürlich sollte man sich nicht alles gefallen lassen, deshalb drängt er ja auf ein Treffen mit der Leitung.