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Freund macht ständig Überstunden

Ich bin froh, wenn er endlich eine neue Stelle hat. 🙄

auf der neuen stelle wird es mit einer sehr guten chance genauso laufen.

denn weisst du was? zu der situation gehören immer zwei : einer, der ausnutzt, und einer, der sich ausnutzen lässt. und da es sich bei euch (bzw ihm) offensichtlich um einen angehörigen der gruppe "lässt sich gerne ausnutzen" handelt, wird es möglicherweise wieder so sein wie aktuell, weil angehörige der gruppe "nutzen gerne aus" ein gespür dafür haben, mit wem man es machen kann.

kann weidebirke da nur zustimmen. entweder lernen, für sich einzutreten und nicht den schwanz einzuziehen und alles hinzunehmen, oder es wird ein leben lang so weitergehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
einer, der ausnutzt, und einer, der sich ausnutzen lässt.

Das halte ich für zu stark pauschalisiert.
Mein Freund hatte davor eine Stelle, bei der er stets pünktlich Feierabend gemacht hat.
Und er hat sich nicht anders verhalten als hier.

Die Arbeitsbedingungen sind auf gut deutsch gesagt bei diesem Träger scheiße.

Hohe Fluktuation, Befristungen, jeder der kann bewirbt sich weg, Chef nie zu erreichen (momentan selbst krank, Vertretung geht nicht ans Telefon), keine Disziplin der Mitarbeiter, Konsequenzen werden nicht durchgesetzt, es wird sich nicht an Absprachen gehalten innerhalb der Kollegen, hoher Krankenstand. Das alles spricht nicht gerade für ein gutes Arbeitsklima.

Versuche die Leitung ans Telefon zu kriegen sind gescheitert. Der Personalrat ist schon informiert, hat aber auch zwei Fälle mit Dauererkrankten.
Und was soll er machen außer seine Kollegen zu ermahnen? Telefonate mit dem Chef sind kaum möglich. Der Personalrat arbeitet unendlich langsam.

Die Jugendlichen kannste auch nicht Punkt 16 Uhr einfach sitzen lassen, wenn die Ablösung noch nicht da ist. Die hauen sich die Rübe ein.

Denkt mal an die Fälle Kevin oder Chantal. Wer war am Ende Schuld? Der Sozialfuzzi als Schwächster in der ganzen Kette, weil er unter seinen 60 Fällen kaum noch Zeit gehabt hat, sich zu kümmern und so ist es mit dem Betriebsklima und der Arbeitsethik in dieser Einrichtung.
 
Mag sein.

Aber wie war das noch? Wo kämen wir hin, wenn einer ginge und nachsähe, wo wir hinkämen, wenn wir hingingen? Meint: er hat es doch gar nicht versucht. Deine Argumentation ist eine "Ja, aber-" Ausrede.

Was zu tun ist, habe ich schon aufgezählt. Es gibt weitere Instrumente, die Vorgesetzte nötigen, sich zu bewegen. In der Pflege gibt es die Überlastungsanzeige. Ich bin sicher, im sozialen Bereich kann man etwas Ähnliches machen, um sich rechtlich abzusichern. Sowas versetzt den Vorgesetzten in Zugzwang.

Heime haben doch sicher Aufsichtsbehörden. Wer ist das genau? Jugendamt? Dort kann man ebenfalls vorstellig werden.
 
Deine Argumentation ist eine "Ja, aber-" Ausrede.

Aus deiner Sicht möglicherweise. Ich denke, du steckst zu wenig in der Materie, um das beurteilen zu können.
Ist nicht böse gemeint, aber ich sehe es so.

Unser Arbeitsbereich ist über die Jahre immer mehr verkommen.
Ich möchte das nicht pauschalisieren. Es gibt im sozialen Bereich auch hochwertige Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter schützen und denen auch das Risiko eines Burn out bewusst ist.
Ich habe eine Freundin, deren Arbeitgeber ständige Supervision anbietet, regelmäßige Gesundheitsprogramme und einen Betriebsarzt, der die Kollegen einmal im Jahr bestellt, aber das ist nicht bei jedem AG so.

Das Problem ist, dass die Problemfälle zunehmen, die Kommunen aber immer mehr zum sparen angehalten sind.
Das geht schon bei der Bezahlung von uns Pädagogen los.
Früher konnte man locker mit 2000 Euro netto rechnen. Heute werden für die gleiche Arbeit in vielen Bereichen 1 Eurojobber eingestellt und wir liegen knapp über dem Mindestlohn. Dadurch verkommt unsere Profession. Die gesellschaftlichen Probleme nehmen zu, aber in den Kassen ist immer weniger Geld vorhanden, um Projekte zu finanzieren und um uns ordnungsgemäß auszustatten. ich arbeite mit einem Laptop von 2006. Der braucht 15 Minuten, bis er betriebsbereit ist. Ich nutze meinen Privat PKW, um die Jugendlichen, die ich in meinem Projekt betreue von A nach B zu fahren.
Meinem Freund geht es im Heimbereich ähnlich.

Um sich selbst zu schützen wählt man langfristig die bessere Option sich wegzubewerben. Ansonsten sitzt man in einem sinkenden Boot und bezahlt das langfristig mit der Gesundheit.
Wir haben gestern nachgeschaut. Auch mein Freund hat den Passus "Überstunden sind abgegolten" im Vertrag stehen, auch wenn es nicht rechtmäßig ist.

Er ist bereits den Weg der Beschwerde gegangen und wartet auf Entscheidungen auf sein Anliegen. Da sich die Probleme aber summieren (schlechtes Klima, hohe Fluktuation, schlechte Bezahlung........) ist das Wegbewerben zwangsläufig die bessere Variante.

Man muss in prekären Berufen (Pädagogen, Erzieher, Altenpfleger, Krankenschwestern) den für sich besten Weg wählen, um lange darin arbeiten zu können. Mit einer Mutter Theresa Einstellung kommt man nicht weit und wenn es nicht geht, dann ist weg bewerben die bessere Alternative. Natürlich sollte man sich nicht alles gefallen lassen, deshalb drängt er ja auf ein Treffen mit der Leitung.
 
Ich erinnere mich an eine Aussage einer Mitarbeiterin bei der Arbeitsagentur.

Zitat wörtlich: "wissen Sie, es wird heute im Grunde vorausgesetzt dass man "freiwillige" Überstunden macht, bzw. die Menschen machen Sie mitunter aus Angst vor Jobverlust und/oder Ansehen".

Einmal drin im Hamsterrad, geht es dann nur schwer wieder aus.
So sieht leider die heutige Arbeitswelt aus, es sei denn man arbeitet bei der Stadt oder beim Rathaus:

Mo-Fr 9-12 Uhr
MI geschlossen
Dientag ausnahmsweise von 15 - 18 Uhr.
 
Ich würde einfach nach dem Motto, wie du mir, so ich dir handeln und in Zukunft genauso verspätet kommen. Dann war halt der Verkehr so dicht, der Wasserhahn tropfte oder irgendeine andere faule Ausrede, wie sie die die anderen wahrscheinlich genauso anbringen. Denn wenn jeder in der Kette zu spät anfängt, verschiebt sich der Überstundenberg weg von Deinem Freund und verteilt sich wieder auf alle Teilnehmenden im Ringelreihen gleichermaßen.
 
Der Passus "Überstunden sind mit dem Vertrag abgegolten" ist für mich eine Legitimation von Abzocke.
Zumal es nicht rechtens ist.

Ich denke so, in bestimmten Bereichen ist es da noch was anderes.
Als Erzieherin zum Beispiel. Meine Schwester hat immer mal wieder Eltern, die ihre Kinder zu spät abholen.
Um 16 Uhr hatte sie Dienstschluss und saß teilweise noch um 16:45 Uhr da.
Was willst du machen? Du kannst zu den 3 Jährigen ja nicht sagen "Tja, Max Emilio, ich hab jetzt Feierabend. Sieh zu wie du klar kommst."

In bestimmten Kitas gibt es dafür Strafbeiträge. Das finde ich gut und richtig so.
Das ist ein erster Ansatz.

Das haben sie jetzt auch in der Kita meiner Schwester eingeführt, um die Kollegen zu entlasten.

Mein Freund hat eigentlich eine Teilzeitstelle und kommt damit teilweise auf 38 Stunden die Woche.
So kann mans auch machen. Teilzeit bezahlen und die Leute Vollzeit arbeiten lassen.

Noch schlimmer soll es aber im Verkauf sein.
Mein Bekannter hat mal ein duales Studium bei einer bekannten Supermarktkette angefangen und sollte die Stunden aufschreiben.
Frau (nennen wir sie Müller) hatte im Vertrag 32 Stunden stehen, war dann aber über 40 Stunden da. Mein Bekannter schreibt das auf und kassiert einen Anranzer vom Chef. Er sollte gefälligst die 32 Stunden aufschreiben. Darauf entgegnete mein Bekannter, sie sei ja 40 Stunden da gewesen.
Der Chef lachte nur und meinte "Gewöhnen Sie sich an die Preise."

Mein Bekannter hat kurz darauf gekündigt, weil er die Zustände nicht mehr für ethisch vertretbar hielt
 
Ich würde einfach nach dem Motto, wie du mir, so ich dir handeln und in Zukunft genauso verspätet kommen. Dann war halt der Verkehr so dicht, der Wasserhahn tropfte oder irgendeine andere faule Ausrede, wie sie die die anderen wahrscheinlich genauso anbringen. Denn wenn jeder in der Kette zu spät anfängt, verschiebt sich der Überstundenberg weg von Deinem Freund und verteilt sich wieder auf alle Teilnehmenden im Ringelreihen gleichermaßen.

Wer sind am Ende aber die Leittragenden? Die Jugendlichen, die unter dem Frust des Personals leiden und gar nichts dafür können. Finde den Ansatz nicht so toll.
Wenn man dann auch noch macht was man will, ist man doch nicht besser als die Kollegen und trägt dazu bei, dass es eher noch schlechter wird.
 
So sieht leider die heutige Arbeitswelt aus, es sei denn man arbeitet bei der Stadt oder beim Rathaus:

Mo-Fr 9-12 Uhr
MI geschlossen
Dientag ausnahmsweise von 15 - 18 Uhr.

Das sind nur die "öffentlichen" Zeiten für den Kundenverkehr. Wer mal auf die Stadt oder ins Rathaus mußte, weiß aus eigener Anschauung, daß zu diesen Zeiten meistens der Bär steppt, aber die Bearbeiter haben hin und wieder auch anderes zu tun, wo ständig eintrudelnde neue Kundschaft nur stören täte, deshalb die eingeschränkten Zeiten, damit alles was da liegenbleiben muß, in den ruhigen Stunden und Tagen erledigt werden kann.
Ist nicht so, als ob die Bearbeiter Di und Mi frei hätten!
 

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