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Freund ist obdachlos

  • Starter*in Starter*in Annalenablau
  • Datum Start Datum Start
Ja, auch ich bin der Meinung, daß du ihm unbedingt ein Ultimatum setzten musst, sonst wird er sich nicht bewegen, so tragisch das auch ist, er muss die Konsequenzen für sein Handeln selbst ausbaden/geradebiegen, und sich nicht auf deine Kosten aus der Affäre ziehen.

Das ganze hat natürlich auch eine rechtliche Seite.
Zum einen die Besuchsdauer bei dir, andererseits die Meldepflicht.

Habe das mal angefügt, muss aber darauf hinweisen, daß er so gesehen ja kein Besucher ist, da er keine eigene Bleibe hat:

Besuchsdauer in Mietwohnungen
Im Mietrecht kann Besuch in einem Mitbewohner oder Untermieter übergehen, wenn dieser dauerhaft in der Wohnung zu Gast ist. Allerdings ist keine konkrete Dauer festgelegt, ab der ein Besuch in eine sogenannte Gebrauchsüberlassung übergeht. Dies muss dann im Einzelfall geklärt werden. Denn handelt es sich um einen Mitbewohner oder einen Untermieter, muss die Genehmigung des Vermieters eingeholt werden.

Üblicherweise wird der Zeitraum von sechs Wochen bei einem ununterbrochenen Aufenthalt herangezogen, um im Mietrecht einen Besuch als solchen bewerten zu können. Vermieter müssen jedoch nachweisen, dass es sich nicht um einen Besucher handelt. In diesem Fall kann Buch über den Besuch geführt werden, sofern keine technische Überwachung stattfindet bzw. in die Privatsphäre des Mieters eingegriffen wird.

Desweiteren muss er ja auch polizeilich gemeldet sein, dazu hat er ca. 4 Wochen Zeit, macht er das nicht, muss er mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige rechnen, evtl. hängst du dann da auch mit drin, weil du ihn wissentlich Unterschlupf gewährst.
Das kann soweit gehen, daß bundeweit nach ihm gefahndet werden kann.
 
@Splitterbunt du fühlst dich wegen den Antworten angegriffen was ich ja verstehen kann.

Jedoch war im Eingangsthread mehr als deutlich das der "Freund" wirklich nichts tut.

Du hast im letzten Post gezeigt das wir hier un Deutschland genug Anlauf- und Beratungsstellen haben.

Daher ja unterschreibe ich ganz alman den Ausdruck: Schmarotzen
 
@Splitterbunt du fühlst dich wegen den Antworten angegriffen was ich ja verstehen kann.
Ne, angegriffen fühle ich mich nicht. 😉

Ich finde es ja total okay und mehr als verständlich, wenn Annalenablau sagt, sie möchte den Freund nicht mehr bei sich wohnen lassen, ihr ist das zu viel. Das ist allein ihre Entscheidung, total legitim. Daher fände ich einen Rausschmiss als letztes Mittel der Wahl auch gerechtfertigt. Schrieb ich sogar in meinem allerersten Satz hier in diesem Thread, kann man nachlesen.

Dass man es als ersten Schritt anrät und im selben Atemzug von "einnisten" und "schmarotzen" palavert, kann ich - wie gesagt - halt nicht verstehen, wenn's um einen Freund geht. Da wäre mein Ansatz, vorher noch A, B, C,...Z zu probieren, bevor ich den Kerl, der ja ganz offensichtlich große Probleme hat, vor die Türe setze. Ein paar Alternativvorschläge habe ich schon gebracht (Netzwerk aus Freund*innen aufbauen, Beratungsstelle aufsuchen, etc.), möglich wäre auch, einen weiteren Aufenthalt an Bedingungen zu knüpfen. "Ja, du kannst noch bis Ende des Monats bleiben, ABER wir gehen zur Beratungsstelle für Wohnungslose, zur Arbeitsargentur, etc. und suchen nach Lösungen."

Aber ehrlich gesagt, kenne ich die Angst, dass jemand mir gegenüber schmarotzt auch so gar nicht. Familie und Freund*innen kriegen von mir, was sie brauchen und was ich geben kann und, ja, wir haben in den letzten Jahren schon mehrfach Menschen Unterschlupf gegeben, sei es 2015 oder erst dieses Frühjahr in den letzten größeren Flüchtlingskrisen oder eben Freund*innen und Verwandten bei akuten Problemen wie Trennungen, Lebenskrisen etc. Lief das immer problemlos? Nein, gar nicht. Gab es auch schon mal die Situation, dass wir sagen mussten, für uns geht das nicht mehr noch viel länger so weiter, bitte lass nach Alternativen/Lösungen suchen? Klar.

Ich finde nach mehrmaligem Lesen auch, dass man die Situation so interpretieren kann, dass @Annalenablau schon mehrfach ehrlich und deutlich mit ihrem Freund gesprochen hat. Wenn er das ignoriert und einfach weiter bei ihr ein- und ausgeht, finde ich das auch nicht okay. Aber genauso gut halte ich es für möglich, dass es noch keine ausreichend deutlichen und klaren Gespräche gab, sie den Freund auch nicht in die Pflicht genommen hat, lösungsorientiert zu agieren, der Freund vielleicht gar nicht in der Lage ist, selbstständig zu handeln (z.B. aus psychischen Gründen), etc. pp. Das alles weiß hier niemand. Deswegen bleibe ich dabei (und fühle mich dabei nicht angegriffen, wenn man's anders sieht): Rauswurf als letzter Schritt, ja, aber sicher nicht als erster oder zweiter.
Ich bin aber auch jemand, der nicht immer sofort vom schlechtesten im Mensch ausgehen will. Das ist eine bewusste Entscheidung, was andere davon halten, ist mir ziemlich schnuppe. 😊
 
Deswegen ist es für mich anhand der Informationen, welche die TE selbst gegeben hat, eben ziemlich erschreckend, kleinlich und, ja, alman, gleich mal zu knallhartem Rausschmiss zu raten (- sicher theoretisch legitim und bei entsprechend langer, schwieriger Vorgeschichte vielleicht tatsächlich alternativlos), aber das als fucking erste Maßnahme anraten? Puh.

Nun hast du dieses dir wohl sehr liebgewonnene Wort "alman" nun gleich in zwei Beiträgen verwendet.

Gleich vorab... es ist rassistisch gegenüber Deutschen einerseits und es ist übrigens keineswegs deutsch bzw. "alman" Menschen im großen Stil rauszuschmeißen oder hängen zu lassen.

Eigentlich weiß das die ganze Welt, warum du nicht?

Desweiteren ist die Situation für die TE offensichtlich sehr belastend und bei einer gewissen Hilfsbereitschaft sollte man auf der Gegenseite schon etwas Eigeninitiative erwarten können.
Das ist nicht "alman" sondern schlicht Konsens des guten Zusammenlebens.

[Nachträglich bearbeitet]

Liebe TE,

deine Gutmütigkeit wird ausgenutzt. Deine Wohnung ist und bleibt deine Wohnung.
Mach ihm eine klare Ansage.
Solltest du Befürchtungen ob seiner Reaktion auf deine Deutlichkeit haben, lasse die Polizei dies für dich erledigen. Ein Anruf dort genügt und sie geleiten ihn raus aus deiner Wohnung. Diese Option besteht jederzeit für dich.

Edit: Ich habe hier nachträglich ein paar Zeilen rausgenommen, die so definitiv zu weit gingen und nicht an die TE gerichtet waren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Such dir was aus...
Nein, danke. Ich lasse mir keine Zuschreibungen (inkl. ziemlich krasser Unterstellungen) fremder Menschen überstülpen.

Wenn du meine Beiträge nochmal liest, wirst du zudem sehen können, dass ich nicht die Entscheidung eines Rauswurfs als "alman" bezeichnet habe, sondern den sofortigen Rat dazu in Kombination mit Bezeichnungen wie "einnisten", "Schmarotzer", etc. Im Übrigen ist es für mich kein rassistischer Begriff, aber da scheiden sich bekanntlich die Geister.
Man darf mich gern naiv oder Idealistin nennen, wenn man's für nötig hält und sich nicht verkneifen kann, gern auch dickköpfig oder realitätsentrückt. Ich schreibe ja genauso, wie ich etwas wahrnehme und in dem Fall ("alman")habe ich das eben getan. Wenn das zur Folge hat, dass jemand wie du @Styx.85 persönlich werden muss...meine Güte, dann ist das eben so.

@Annalenablau Was mir auch noch eingefallen ist: es gibt auch online Beratungsangebote, falls das einfacher und niedrigschwelliger für deinen Freund und/oder dich ist. Zum Beispiel hier von der Caritas: https://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/onlineberatung
 
Auch, wenn jemand Mietschulden hat? Ich glaube, dass das die Situation deutlich erschwert.

Stichwort Beratungsstellen. Durch eine Wohnungslosenhilfe und Schuldnerberatung hätte der Hilfesuchende reelle Chancen, eine solche Wohnung mieten zu können, vorausgesetzt er würde die dort erhaltenen Ratschläge in die Tat umsetzen bzw. mitarbeiten.
 
Ich weiß, ich habe eigentlich auch mit diesen antworten gerechnet, weil klar kann ich es. Wie soll man mir schon helfen , ich bring's nicht übers Herz. Ich habe ihm geschrieben, dass ich ernsthaft mit ich sprechen möchte, sobald er wieder kommt. Naja Mal gucken , ich musste es einfach los werden. Da will man helfen und ist am Ende in so einer blöden Situation.
Beteiligt er sich an Miete und anderen Kosten?
Kann er nicht bei seiner Familie oder einem Freund wohnen?
Mit Mitschulden wird er keine Wohnung finden. Die Vermieter wollen eine Bescheinigung.
Da wird ihm auch kein Caritasverband helfen können.
 
es ist rassistisch gegenüber Deutschen einerseits und es ist übrigens keineswegs deutsch bzw. "alman" Menschen im großen Stil rauszuschmeißen oder hängen zu lassen.

Eher das Gegenteil ist ja der Fall. Gerade bei uns möchte man jedem helfen, kriegt sofort ein schlechtes Gewissen. In den Ländern, aus denen der Begriff "Alman" exportiert wurde (den ich persönlich mittlerweile satirisch verwende), fliegt man direkt auf die Straße, wenn man jemandem nur auf der Tasche liegt - und kriegt noch eine osmanische Schelle auf die Wange gratis dazu.
 
Im Übrigen ist es für mich kein rassistischer Begriff, aber da scheiden sich bekanntlich die Geister.

Rassistisch ist "Alman" nicht, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach nicht, denn als ich das letzte Mal nachgeprüft habe, war "Deutschtum" keine Rasse.

Es ist eben ein abfällig gemeinter Begriff von Leuten, denen das Engagement und der Willen fehlen, welches es Deutschland ermöglicht hat, aus selbst verursachten Ruinen aufzuerstehen - wir alle kennen das olle Lied.

Oder, in deinem Fall, Leuten, die es offenbar nicht rallen, dass sich Mitleid und knallharte Konsequenz nicht zwangsläufig ausschließen. Ich kann einem gebeutelten Menschen helfen, ohne dass ich ihn sich in meinem Leben festsaugen lasse und ihn verhätschele.

Dies halte ich für besonders wichtig bei Leuten, die Mietschulden haben, denn solche entstehen nicht einfach so.
 

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