Ich glaube tatsächlich, dass man Schenken von Zuhause aus lernt. Bei meinem Mann gab es früher das obligatorische Parfum und Unterhosen, er kannte das gar nicht anders. Dementsprechend war er früher auch mit relativ wenig Erfolg unterwegs, was seine Geschenke an mich betraf. Anfangs fand ich das auch nicht so toll und habe es als Desinteresse interpretiert.
Unvergessen unser erster gemeinsamer Valentinstag, zu dem er mir ein Kiloglas Nutella schenkte 😂 Ja, aß ich prinzipiell gerne, also dachte er, ich freue mich. Hm naja, ging so 🤐
Aber weißt du, inzwischen sind wir seit 23 Jahren zusammen, und er hat Qualitäten, die für ein gemeinsames Leben 1000mal wichtiger sind. Perfekt ist niemand, und ehrlich, ich habe lieber jemanden, auf den ich mich auf Gedeih und Verderb verlassen kann und der mich auch mit verknautschtem Morgengesicht und unrasierten Beinen noch toll findet, als jemanden, der meine Hosengröße kennt (er kennt nichtmal seine eigene). Und ein bisschen besser ist es im Laufe der Zeit mit dem Schenken auch geworden, das hat aber gedauert.
Ich kann zwar nachvollziehen, wie du deine Bedenken meinst, aber ich weiß inzwischen, dass es manchen Menschen einfach nicht liegt, phantasievoll und aufmerksam zu schenken. Es hat nicht zwingend was mit Desinteresse am anderen zu tun, das weiß ich nach 23 Jahren ganz sicher.
Wenn er sonst ein toller Typ ist - halt ihn fest!