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Freund erkrankt, Affäre, Trennen?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 134503
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Moralische Korrektheit hin oder her, was ich nicht ganz verstehe, was das Problem daran gewesen wäre, ihn vorher einzuspannen. Vielleicht bin das ja auch nur ich, aber ich finde eine Affäre oder Ähnliches deutlich weniger schlimm, wenn mir vorher mitgeteilt wird, dass es darauf hinsteuert und aus welchen Gründen. Er weiß ja im Prinzip selber, dass er dir momentan nichts bieten kann und an der Situation auch nicht mehr arbeitet. Wenn er dich liebt, sollte er in der Lage sein, auch zumindest deine Bedürfnisse zu hören. Was mich verletzen würde ist nicht, dass meine Veränderung eine Konsequenz haben kann .... oder hat, sondern dass ich nicht eingespannt wurde. Wie gesagt, das soll kein Vorwurf sein, sondern eine Frage, die vielleicht auch in eine Gedankenrichtung zielt: Warum wurde sich gegen Kommunikation entschieden?

Das bringt dir für deine aktuelle Situation natürlich überhaupt nichts und wird dir eher für zukünftige Entscheidungen helfen können.

Der Vertrauensbruch ist da, die nicht vorhandene Kommunikation, auch beschrieben von dir von ihm ausgehend, bereits ein Riesenproblem. Auf welcher Basis hoffst du denn, dass es besser wird? "Nur" an die Erinnerung damals oder gibt es konkrete Fortschritte? Ohne die zweiten sehe ich keinen Sinn, bei ihm zu bleiben. Und: Ich verstehe ein schlechtes Gewissen im Sinne von Vertrauensbrüchen und Unehrlichkeit. Treue ist ein hohes Gut, gerade in schlechten Situationen wird diese oft auf die Probe gestellt und du hast scheinbar diese Probe nicht bestanden. Das Gefühl kann dir helfen, für die Zukunft es besser zu machen.

Aber, ganz wichtig: Auch du hast dir die Situation nicht ausgesucht. Und es wäre durchaus auch in seiner Verantwortung als Partner gewesen, seinen Soll für das Funktionieren in schlechten Zeiten zu erfüllen. Klar ist es schwer, aber auch mit den schlimmsten Krankheiten kann man zumindest dem Partner das Gefühl einer Wertschätzung schenken. Es sind die kleinen Dinge, die es aushaltbar machen, die du nach deinen Beschreibungen nicht bekommen hast. Es ist... okay... sich schlecht zu fühlen dafür, dass du ihn betrogen hast und unehrlich warst. Es ist aber kein Grund, komplett dich aufzugeben und hinzunehmen, dass so etwas jetzt deine Zukunft ist. Eher ist es ein Signal zu erkennen, dass man inzwischen bereit ist, so "etwas" wie eine Verletzung in Kauf zu nehmen und danach zu handeln. Oft machen wir "verwerfliche" Dinge, weil wir zuvor Fehler bei der Selbstachtung begangen haben. Ignoriere niemals deine Bedürfnisse, egal was der Grund dafür ist. Es ist okay, mal zurück zu stecken für eine Phase oder ein "Bald ist es besser", aber gibt es da nichts... dafür ist dein Leben einfach zu wertvoll und kommt meist eh in Form einer Tat, die man bereut, zurück.
 
Ich bin noch dabei alles durchzufliegen.

Da oft die Frage kommt ob ich den Dialog gesucht habe, ihr könnt euch nicht ausmalen wie oft.

Ich hatte schon einen Friseur in die Wohnung bestellt, damit er nicht extra zum Friseur muss. Sollte ich wieder absagen.

Ich hatte angeboten wenn er doch so oft zockt, könnten wir doch mit Freunden mal nen Nintendo-Abend machen oder Brettspiele. Wollte er nicht.

Ich hatte eine Online-Selbsthilfegruppe gefunden, damit er nicht aus dem Haus musste. Ist ihm zu stressig.

Wegen Sex hatte ich gefragt woran es liegt. Ob es ihm hilft Potenzmittel zu besorgen. Ich hatte ihm sogar gesagt wenn er will mache ichs mir alleine und er sieht zu und darf einsteigen wenn er will. Oder ich bestelle ne Professionelle und er darf nen Dreier haben. Er lachte mich einfach aus.
 
Du hast wirklich versucht, viel für ihn zu tun - ich kann verstehen, dass das an deine eigene Substanz geht.

Noch eine kritische Anmerkung: Das Angebot, eine Prostituierte zu engagieren, finde ich in dem Zusammenhang ausgesprochen unsensibel, vielleicht auch demütigend. Hast du schon mal dran gedacht, dass u. a. auch die Antidepressiva ggf. dazu beitragen, dass er nicht "kann"?
 
Du hast wirklich versucht, viel für ihn zu tun - ich kann verstehen, dass das an deine eigene Substanz geht.

Noch eine kritische Anmerkung: Das Angebot, eine Prostituierte zu engagieren, finde ich in dem Zusammenhang ausgesprochen unsensibel, vielleicht auch demütigend. Hast du schon mal dran gedacht, dass u. a. auch die Antidepressiva ggf. dazu beitragen, dass er nicht "kann"?

Ja. Aber da probierte ich einfach alles und hatte nicht so alles bedacht
 
Einige Kommentare hier finde ich vollkommen daneben.

Ich kenne zwei Personen mit Long Covid, eine ist körperlich vollkommen am Ende, nicht mehr arbeitsfähig.
Alle Energie, die er noch aufbringen kann, steckt er in seine Beziehung.
Es wird ihm in vollem Umfang gedankt.
Die andere Person kann nur noch stundenweise arbeiten, ungepflegt habe ich sie noch nie gesehen.

@laralala, aus meiner Sicht hat Dein Freund sich, Dich und Eure Beziehung aufgegeben.
 
Ich bin noch dabei alles durchzufliegen.

Da oft die Frage kommt ob ich den Dialog gesucht habe, ihr könnt euch nicht ausmalen wie oft.

Ich hatte schon einen Friseur in die Wohnung bestellt, damit er nicht extra zum Friseur muss. Sollte ich wieder absagen.

Ich hatte angeboten wenn er doch so oft zockt, könnten wir doch mit Freunden mal nen Nintendo-Abend machen oder Brettspiele. Wollte er nicht.

Ich hatte eine Online-Selbsthilfegruppe gefunden, damit er nicht aus dem Haus musste. Ist ihm zu stressig.

Wegen Sex hatte ich gefragt woran es liegt. Ob es ihm hilft Potenzmittel zu besorgen. Ich hatte ihm sogar gesagt wenn er will mache ichs mir alleine und er sieht zu und darf einsteigen wenn er will. Oder ich bestelle ne Professionelle und er darf nen Dreier haben. Er lachte mich einfach aus.
Dann nehme ich meine Kritik vollumfänglich zurück, die ich dir gegenüber geäußert habe. Er hat alles getan, um dich in diese Scheißsituation zu bringen. Krankheit haben ist S****, aber in guten und wie in schlechten Zeiten ist nunmal keine Einbahnstraße. Nicht alles lässt sich mit einer Krankheit entschuldigen, ein Teil ist auch Charakter.
 
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