Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

"Freiheit ?"

Womit wir wohl beim Thema „Freiheit und Verantwortung“ gelandet sind. Oder andersherum gesehen, Freiheit, die sich von Beliebigkeit ableitet. Oder von der Furcht, anzuecken und sich unbeliebt zu machen.
Es ist die Frage, ob der betrunkene Freund mit dem Autoschlüssel dein Eingreifen zu schätzen weiß. Vielleicht zumindest dann, wenn er seinen Rausch ausgeschlafen hat.
 

Hallo Roselily,

schau mal hier: "Freiheit ?". Hier findest du vielleicht was du suchst.

In der Moderne spricht man gerne von "der" Freiheit. Gemeint ist damit meist alles tun und lassen zu können, was man will. Dieser moderne Freiheitsbegriff hat aber das Problem, dass er an seine Grenze stößt sobald die eigene Freiheit an die Grenze zur Freiheit eines Anderen stößt. Absolute Freiheit im modernen Sinne kann es in einer Gesellschaft nicht geben.

Ich spreche deswegen lieber von "Freiheiten" - ein Verständnis wie es im Mittelalter üblich war. Dort war Ungleichheit die Norm und Menschen haben freiwillig Freiheiten aufgegeben.
Beispiel: Ein freier Bauer unterwarf sich einem Lehnsherren und im Gegenzug beschützte der Lehnsherr den Bauern vor Räubern. Freiheiten waren damals also für viele sogar beängstigend.

Das zeigt für mich auch: Das heute Verständnis von Freiheit ist komisch, weil man meistens nur die positive Freiheit meint. Man will die Freiheit jeden Beruf ergreifen zu können aber die Freiheit beruflich zu scheitern will man nicht. Da soll dann die Allgemeinheit mit Sozialleistungen helfen.

Überhaupt kann man sagen, dass der heutige Freiheitsbegriff meist sehr verkorkst ist, weil viele Menschen für sich selber alles fordern, keine Pflichten wollen aber die Freiheiten Anderer sehr bereitwillig einschränken und sehr offen von Anderen eine Pflicht einfordern.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis bei Freiheit: Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen.
Wie sehr jemand wirklich Freiheit befürwortet, zeigt sich meist darin, wie viel Freiheit er Anderen (und nicht sich selber) gönnt.
 
Freiheit und Verantwortung , da habe ich genauso den Gedanken, das man gegenüber der eigenen Freiheit ebenso Verantwortung hat, wie gegenüber der Freiheit der anderen , sonst wäre kein soziales Miteinander möglich.
 
Es gibt ja auch diesen schönen Satz:

"Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit eines anderen beginnt."

Das kann natürlich eine recht hakelige Angelegenheit sein, bzw., die Auslegungen dessen können recht unterschiedlich sein.
 
Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Tja, aber wohl nur dort …

Individualität und Selbstbestimmung stehen bei uns allen wohl ganz weit oben auf der Werteliste. Man muss aber wohl die Verantwortung mit dazu denken. Für sich und für andere.

Aber vielleicht noch ein anderer Spruch: „Die Freiheit besteht darin, dass man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet“ (Matthias Claudius)
 
Sind „Freiheiten“ nicht etwas komplett anderes als „Freiheit“?
Ich glaube, darüber muss ich eine Weile nachdenken 🤔
Es gibt dazu auch ein schönes Buch, welches zwischen Freiheit und Freiheiten unterscheidet anhand eines deutschen Beispieles:

Das Verständnis der DDR Führung war, dass es selbstverständlich viel Freiheit gab, von Parteichef Walter Ulbricht stammen Sätze wie:
"Aber wir haben viel weitergehende Freiheit Wir haben nur keine Freiheit, also, für Verrückte, ja, ich meine, sonst haben wir absolute Freiheit, nicht wahr ja? Für Konterrevolutionäre haben wir auch keine.“

Und hier wird es eben interessant:
Ist Freiheit etwas absolutes oder obliegt es dem Staat Freiheiten den Bürgern zuzuteilen?

Gerade in der linkspolitischen Gedankenwelt ist letzteres häufiger vertreten. Natürlich immer mit dem Argument, dass man mit der Beschneiden von Freiheiten nur was gutes tun würde und nur den "Verrückten" ihre Freiheit nehmen würde.
In dieser Gedankenwelt gibt es keine Freiheit, sondern der Bürger muss ich durch staatlich akzeptiertes Verhalten einzelne Freiheiten erarbeiten.

Ich glaube wichtig ist zu verstehen, dass Freiheit nichts ist, was man zuteilen darf, sondern Freiheit muss für alle Menschen gleichermaßen gelten. Man darf keine (politischen) Meinungen unterdrücken, nur weil man sie falsch findet. Man darf nicht bestimmten Meinungen absichtlich mehr Raum geben nur weil man gut findet oder gar andere Meinungen zensieren.

Das ist aber schwer zu erkennen. Selbst in autoritären Systemen wird gerne von Freiheit gesprochen. Literatur soll Ideologie transportieren, sie soll positive Alltagshelden zeigen, mit denen sich Leserinnen und Leser identifizieren können. Sprich: Der Bürger hat keine Freiheit sondern soll so auf Linie gebracht werden, dass er das Gefühl man habe ja Freiheit solange man sich nicht "staatsfeindlich" verhält. Insofern fühlen sich bestimmt auch viele Menschen in Diktaturen frei.
Tatsächlich haben sie aber nur einen Blumenstrauß aus ihnen zugewiesenen Freiheiten.

Was mich überrascht ist, dass viele Menschen wenig Sensibilität diesbezüglich haben. Die wenigsten Menschen haben nämlich ein Problem damit wenn anders-Denkenden Freiheiten genommen werden. Oft wird es sogar positiv empfunden wenn man dem Anderen harte Regeln und Freiheitseinschränkungen auferlegt.
 
Ich verstehe deinen Punkt. Wir sind damit aber schon sehr weit auf gesellschaftspolitischer Ebene gelandet.

Thema meines Fadens sind nicht Politik und staatliche Systeme, auf die wir nur begrenzt Einfluss haben - (und die auch ins Gesellschaftsforum gehören).

Sondern die Frage, wie wir persönlich in unserem Leben mit dem Thema "Freiheit"umgehen.
 
Ich verstehe deinen Punkt. Wir sind damit aber schon sehr weit auf gesellschaftspolitischer Ebene gelandet.

Thema meines Fadens sind nicht Politik und staatliche Systeme, auf die wir nur begrenzt Einfluss haben - (und die auch ins Gesellschaftsforum gehören).

Sondern die Frage, wie wir persönlich in unserem Leben mit dem Thema "Freiheit" umgehen.
Das stimmt. Und ich möchte dieses Thema nicht zu einem gesellschaftlichen machen.

Mein Kernpunkt ist, dass ich Freiheit nicht als "die" Freiheit sehe sondern als Sammlung verschiedener Freiheiten, die ich mir schaffe oder Andere mir erlauben. Wenn ich mir selber Freiheiten schaffe, muss ich meist was dafür tun oder sogar was riskieren.

Beispielsweise habe ich die Freiheit mit allen möglichen Menschen Beziehungen einzugehen. Wenn ich dies tue, trage ich aber auch Verantwortung dafür.
Ich kann die Freiheit nutzen Vermögen anzuhäufen, aber für ein gekauftes Haus habe ich eben auch Verantwortung. Ich habe die freie Berufswahl aber eben auch das Risiko im Beruf zu scheitern.

Und wie du selber sagst, kann eigenes Verhalten immer auch Anderen schaden. Insofern ist es auch Ausdruck der Freiheit, dass man Rücksicht auf Andere nimmt und vielleicht doch nicht alles tut, was man kann.
 
„Wir sind die Sklaven von dem, was uns nicht glücklich macht.“ (Hans Arndt)

Interessanter Gedanke. Vielleicht sind wir also doch alle Sklaven? Gefesselt und gelähmt durch die Niederlagen und vermeintliche Mängel in unserem Leben. So wie wir es lieben, Listen davon zu machen, was uns alles fehlt. Negatives setzt sich fest, auch durch ständige Wiederholungen.

Viel wichtiger ist doch, zu sehen, was da ist. Ich denke, Freiheit und Selbstbestimmung sind ein zentrales Thema für jeden von uns. Vor allem, wenn es darum geht, den eigenen Lebensweg zu finden. Herauszufinden, was sein könnte. Welchen Weg wir gehen möchten. Die Freiheit erlaubt uns, das Beste aus unseren Umständen zu machen, aus der Vielzahl der Möglichkeiten auszuwählen.

Wie heißt es so schön: Was uns nicht glücklich macht, kann weg. Ganz weg. Auch aus dem Kopf.
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben