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Fragmentiertes Selbst | Keine (berufliche) Identität

@Drölfchen
Danke für deinen Beitrag.
Ich fange tatsächlich in der Therapie gerade mit Körperarbeit an.
Ich habe auch schon Listen gemacht zu Interessen, Erfahrung, Wünsche, etc. Aber kann das noch nicht wirklich in eine Identität übersetzen. Habe auch Bücher gelesen, und da wurde Identität definiert aus Funktion (Beruf), wie man sozial interagiert und wie man die Welt erlebt.
Die beiden letzteren konnte ich in der Therapie schon sehr gut bearbeiten.

Und ich denke im Beruflichen ist das Problem, dass ich immer irgendwelche Jobs gemacht habe die halt sinnvoll oder möglich waren (musste ja auch die Miete bezahlen). Aber ich hatte dabei nie wirklich eine Strategie/Plan oder eine intrinsische Motivation, weil ich immer im "Überlebensmodus" war. Das fällt mir jetzt eben auf die Füße, weil ich "alles und nichts" gemacht habe. Und der Arbeitsmarkt ist aktuell härter denn je. Und die mögen so was gar nicht. Deswegen geht's mir auch nicht darum wie ich schnell einen Job bekomme, sondern wie ich das jetzt für die Zukunft ändern kann, nicht immer nur "Gelegenheitsjobs" zu machen.
 
Und ich denke im Beruflichen ist das Problem, dass ich immer irgendwelche Jobs gemacht habe die halt sinnvoll oder möglich waren (musste ja auch die Miete bezahlen). Aber ich hatte dabei nie wirklich eine Strategie/Plan oder eine intrinsische Motivation, weil ich immer im "Überlebensmodus" war. Das fällt mir jetzt eben auf die Füße, weil ich "alles und nichts" gemacht habe. Und der Arbeitsmarkt ist aktuell härter denn je. Und die mögen so was gar nicht. Deswegen geht's mir auch nicht darum wie ich schnell einen Job bekomme, sondern wie ich das jetzt für die Zukunft ändern kann, nicht immer nur "Gelegenheitsjobs" zu machen.
Finde deinen eigenen roten Faden in deinem beruflichen Lebenlauf, den wird es geben.
Da sind Dinge aus deinen bisherigen Jobs immer deckungsgleich, schau da mal genau hin.

Vielleicht hilft dir ein Perspektivwechsel.
Du hast "alles und nichts" gemacht - und das war gut, so hast du überlebt und viele unterschiedliche Erfahrungen gesammelt.
Du hast sinnvolle und mögliche Jobs angenommen, immer der Situation entsprechend - du hast realistisch, flexibel und äußerst anpassungsfähig gehandelt.

Naja, und vor 20 Jahren war der Arbeitsmarkt härter und rigider als heute. Heute gibt es nach meiner Erfahrung mehr Raum und Gehör für eine gute Argumentation des Lebenslaufs und für die individuellen Stärken.
 
Ich habe auch schon Listen gemacht zu Interessen, Erfahrung, Wünsche, etc. Aber kann das noch nicht wirklich in eine Identität übersetzen
Das will im Körper ankommen, gespürt und integriert werden, damit das Bewusstsein dann die Identität fühlt und kennt, du das sein kannst, das nach außen trägst und dein Selbst klar zeichnen und beschreiben kannst.
Ein Prozess, der "etwas" Zeit brauchen wird...
 
Schreibst Du Tagebuch? Falls nein, so ist das auch immer eine Methode, um sich zu erforschen, mehr Kontakt mit unbewußten Anteilen aufzunehmen.

Was machst Du als Ausgleich? In die Natur zu gehen z.B., irgendwohin wo es still ist, kann auch helfen, Dinge loszulassen und zu sich zu finden. Vielleicht Meditationen machen bzw. lernen, zu meditieren, falls Du das nicht schon machst.

Je mehr man lernt, loszulassen, Dinge zu akzeptieren und mit sich ins Reine zu kommen bzw. etwas Ruhe in sich zu finden, umso eher kann man Dinge klarer sehen.

Körperarbeit halte ich auch für eine gute Methode, um sich besser zu spüren.
 
@Drölfchen
Danke für deinen Beitrag.
Ich fange tatsächlich in der Therapie gerade mit Körperarbeit an.
Ich habe auch schon Listen gemacht zu Interessen, Erfahrung, Wünsche, etc. Aber kann das noch nicht wirklich in eine Identität übersetzen. Habe auch Bücher gelesen, und da wurde Identität definiert aus Funktion (Beruf), wie man sozial interagiert und wie man die Welt erlebt.
Die beiden letzteren konnte ich in der Therapie schon sehr gut bearbeiten.

Und ich denke im Beruflichen ist das Problem, dass ich immer irgendwelche Jobs gemacht habe die halt sinnvoll oder möglich waren (musste ja auch die Miete bezahlen). Aber ich hatte dabei nie wirklich eine Strategie/Plan oder eine intrinsische Motivation, weil ich immer im "Überlebensmodus" war. Das fällt mir jetzt eben auf die Füße, weil ich "alles und nichts" gemacht habe. Und der Arbeitsmarkt ist aktuell härter denn je. Und die mögen so was gar nicht. Deswegen geht's mir auch nicht darum wie ich schnell einen Job bekomme, sondern wie ich das jetzt für die Zukunft ändern kann, nicht immer nur "Gelegenheitsjobs" zu machen.

Eigentlich wäre alles okay, wenn du nicht dauernd in Unzufriedenheit verfallen würdest. Gelegenheitsjobs haben dir geholfen, über die Runden zu kommen.
Deine Therapie wird dir helfen, dich nicht immer zu treten, nur weil du ein ganz normaler Mensch bist und keine Orden um den Hals trägst.
Das haben die meisten nicht und trotzdem schmeckt ihnen ihr Schnitzerl, trotzdem kuscheln sie mit ihrer ( auch nicht berühmten) Gefährtin, trotzdem geht sich ein vergnügtes Kartenspiel aus mit Kumpels, oder ein schöner Spaziergang um einen See herum.
Hör doch auf dich in diese Frustgeschichten hineinzusteigern, wo du dich als Loser siehst.
Du könntest vielleicht meinen, dir ist nur dann eine "Verliebtheit" gegönnt, wenn du viel vorzuweisen hast.
Ich vermute, du willst glücklich leben, wie andere auch, mit teilhaben an Geselligkeit etc- und meinst, das geht nur, wenn man Orden um den Hals trägt.
Wo man das alles verlangt, da brauchst du ja nicht hingehen. Es gibt genügend andere, die nichts weiter wünschen, als jemand, der ganz normal ist, wie sie ebenso- mit einem normalen Job, mit einem normalem Einkommen und komplett normalem Gesicht.
 
Und alle schreien sofort nach Therapie..... Aber man kann nicht alles therapieren....
Manchmal brauchts einfach nur Akzeptanz, dass jemand so ist, wie er ist!
 
Wie baut man ein Selbstwertgefühl und eine Identität auf, wenn man den größten Teil seines Lebens im Überlebensmodus verbracht hat – fixiert auf andere, während man sich selbst aufgegeben hat?

Wie erkennt man, welche (fragmentierten) Anteile zu einem gehören und welche nicht? Und wie findet man etwas, wenn man gar nicht weiß, wonach man eigentlich sucht? Wie findet man eine Bestimmung, eine Berufung, wie wählt man eine Karriere oder eine Lebensrichtung aus? Wo fängt man überhaupt an?

Ich habe die letzten 10 Jahre nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht, welchen Film ich im Kino sehen oder auf welches Konzert ich gehen möchte. Die letzten 5 Jahre habe ich auf einer Couch geschlafen und in einem Job gearbeitet, den ich gehasst habe, umgeben von toxischen Kollegen. Ein Teil von mir wollte gehen, aber ein anderer Teil dachte, das sei normal und wusste nicht, wie man etwas ändert. Da ich es kaum kannte, mich in meinem Körper, meiner Umgebung oder gar unter Menschen wohlzufühlen. Mein Leben war durchsetzt von „Cluster B“-Persönlichkeiten, die meine empathische Energie ausgesaugt haben. Ich heile gerade von diesem Trauma und bin an einem Punkt, an dem ich schockiert und voller Trauer darüber bin, dass dies mein bisheriges Leben war.

Das Schlimmste ist jedoch: All das hat mich in meinen 30ern ohne Karriere oder spezifische Fähigkeiten zurückgelassen – arbeitslos und wieder bei meinen Eltern lebend, deren Vernachlässigung überhaupt erst die Ursache für alles war. Ich möchte die Vergangenheit hinter mir lassen, habe aber momentan keine Perspektive. Und ich weiß nicht, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen soll. Diese Frage hat mich mein ganzes Leben lang verfolgt, und ich möchte jetzt endlich nicht mehr vor ihr davonlaufen.

Einblicke, Ideen und Erfahrungen werden sehr geschätzt.
Ein Mangel an Zuneigung und Aufmerksamkeit bereits im frühen Alter kann ebenso ursächlich sein.
Sie werden als Erwachsene eher Schwierigkeiten haben, mit widrigen Umständen alleine fertigzuwerden.

Mach dir bewusst, es gibt keine Schuld, nur Verantwortung.
Die hast du für dich, das wäre der erste Schritt in die Unabhängigkeit,
Es ist wichtig, sich bewusst zu werden, dass du auch selbst die Verantwortung für deine eigenen Entscheidungen und Handlungen übernehmen kannst.

Wer Selbstverantwortung übernimmt und aktiv wird, kann seine Lebensqualität enorm verbessern. Wer hingegen die Opferrolle einnimmt, gewährt anderen die Macht über sich und macht sein Fortkommen von anderen abhängig.
Eine Unterstützung oder Änderung wird letztlich nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, deinen Opferstandpunkt aufzugeben.
Der Wunsch und der Wille, die Opferrolle zu verlassen, sind Grundvoraussetzung für alle weiteren Maßnahmen.

 
Und ich denke im Beruflichen ist das Problem, dass ich immer irgendwelche Jobs gemacht habe die halt sinnvoll oder möglich waren (musste ja auch die Miete bezahlen). Aber ich hatte dabei nie wirklich eine Strategie/Plan oder eine intrinsische Motivation, weil ich immer im "Überlebensmodus" war.
Hallo Dioneus, vielleicht kann ich helfen. Ich sehe viele Parallelen zu meiner Vergangheit und bin auch wieder auf die Füße gefallen. Aber dazu brauche ich konkrete Eckdaten von dir. Alter, körperlich fit, Berufserfahrung, was genau hast du wie lange gemacht, Phasen der Erwerbslossigkeit. Deine aktulle Situation und Einschätzung der eigenen Belastbarkeit sowohl Physisch (körperlich) als auch psychisch.

Melde dich einfach bei Interesse, gerne auch per PN.
 

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