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Fragmentiertes Selbst | Keine (berufliche) Identität

Schreibst Du Tagebuch? Falls nein, so ist das auch immer eine Methode, um sich zu erforschen, mehr Kontakt mit unbewußten Anteilen aufzunehmen.

Was machst Du als Ausgleich? In die Natur zu gehen z.B., irgendwohin wo es still ist, kann auch helfen, Dinge loszulassen und zu sich zu finden. Vielleicht Meditationen machen bzw. lernen, zu meditieren, falls Du das nicht schon machst.

Je mehr man lernt, loszulassen, Dinge zu akzeptieren und mit sich ins Reine zu kommen bzw. etwas Ruhe in sich zu finden, umso eher kann man Dinge klarer sehen.

Körperarbeit halte ich auch für eine gute Methode, um sich besser zu spüren.
 
@Drölfchen
Danke für deinen Beitrag.
Ich fange tatsächlich in der Therapie gerade mit Körperarbeit an.
Ich habe auch schon Listen gemacht zu Interessen, Erfahrung, Wünsche, etc. Aber kann das noch nicht wirklich in eine Identität übersetzen. Habe auch Bücher gelesen, und da wurde Identität definiert aus Funktion (Beruf), wie man sozial interagiert und wie man die Welt erlebt.
Die beiden letzteren konnte ich in der Therapie schon sehr gut bearbeiten.

Und ich denke im Beruflichen ist das Problem, dass ich immer irgendwelche Jobs gemacht habe die halt sinnvoll oder möglich waren (musste ja auch die Miete bezahlen). Aber ich hatte dabei nie wirklich eine Strategie/Plan oder eine intrinsische Motivation, weil ich immer im "Überlebensmodus" war. Das fällt mir jetzt eben auf die Füße, weil ich "alles und nichts" gemacht habe. Und der Arbeitsmarkt ist aktuell härter denn je. Und die mögen so was gar nicht. Deswegen geht's mir auch nicht darum wie ich schnell einen Job bekomme, sondern wie ich das jetzt für die Zukunft ändern kann, nicht immer nur "Gelegenheitsjobs" zu machen.

Eigentlich wäre alles okay, wenn du nicht dauernd in Unzufriedenheit verfallen würdest. Gelegenheitsjobs haben dir geholfen, über die Runden zu kommen.
Deine Therapie wird dir helfen, dich nicht immer zu treten, nur weil du ein ganz normaler Mensch bist und keine Orden um den Hals trägst.
Das haben die meisten nicht und trotzdem schmeckt ihnen ihr Schnitzerl, trotzdem kuscheln sie mit ihrer ( auch nicht berühmten) Gefährtin, trotzdem geht sich ein vergnügtes Kartenspiel aus mit Kumpels, oder ein schöner Spaziergang um einen See herum.
Hör doch auf dich in diese Frustgeschichten hineinzusteigern, wo du dich als Loser siehst.
Du könntest vielleicht meinen, dir ist nur dann eine "Verliebtheit" gegönnt, wenn du viel vorzuweisen hast.
Ich vermute, du willst glücklich leben, wie andere auch, mit teilhaben an Geselligkeit etc- und meinst, das geht nur, wenn man Orden um den Hals trägt.
Wo man das alles verlangt, da brauchst du ja nicht hingehen. Es gibt genügend andere, die nichts weiter wünschen, als jemand, der ganz normal ist, wie sie ebenso- mit einem normalen Job, mit einem normalem Einkommen und komplett normalem Gesicht.
 
Und alle schreien sofort nach Therapie..... Aber man kann nicht alles therapieren....
Manchmal brauchts einfach nur Akzeptanz, dass jemand so ist, wie er ist!
 
Wie baut man ein Selbstwertgefühl und eine Identität auf, wenn man den größten Teil seines Lebens im Überlebensmodus verbracht hat – fixiert auf andere, während man sich selbst aufgegeben hat?

Wie erkennt man, welche (fragmentierten) Anteile zu einem gehören und welche nicht? Und wie findet man etwas, wenn man gar nicht weiß, wonach man eigentlich sucht? Wie findet man eine Bestimmung, eine Berufung, wie wählt man eine Karriere oder eine Lebensrichtung aus? Wo fängt man überhaupt an?

Ich habe die letzten 10 Jahre nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht, welchen Film ich im Kino sehen oder auf welches Konzert ich gehen möchte. Die letzten 5 Jahre habe ich auf einer Couch geschlafen und in einem Job gearbeitet, den ich gehasst habe, umgeben von toxischen Kollegen. Ein Teil von mir wollte gehen, aber ein anderer Teil dachte, das sei normal und wusste nicht, wie man etwas ändert. Da ich es kaum kannte, mich in meinem Körper, meiner Umgebung oder gar unter Menschen wohlzufühlen. Mein Leben war durchsetzt von „Cluster B“-Persönlichkeiten, die meine empathische Energie ausgesaugt haben. Ich heile gerade von diesem Trauma und bin an einem Punkt, an dem ich schockiert und voller Trauer darüber bin, dass dies mein bisheriges Leben war.

Das Schlimmste ist jedoch: All das hat mich in meinen 30ern ohne Karriere oder spezifische Fähigkeiten zurückgelassen – arbeitslos und wieder bei meinen Eltern lebend, deren Vernachlässigung überhaupt erst die Ursache für alles war. Ich möchte die Vergangenheit hinter mir lassen, habe aber momentan keine Perspektive. Und ich weiß nicht, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen soll. Diese Frage hat mich mein ganzes Leben lang verfolgt, und ich möchte jetzt endlich nicht mehr vor ihr davonlaufen.

Einblicke, Ideen und Erfahrungen werden sehr geschätzt.
Ein Mangel an Zuneigung und Aufmerksamkeit bereits im frühen Alter kann ebenso ursächlich sein.
Sie werden als Erwachsene eher Schwierigkeiten haben, mit widrigen Umständen alleine fertigzuwerden.

Mach dir bewusst, es gibt keine Schuld, nur Verantwortung.
Die hast du für dich, das wäre der erste Schritt in die Unabhängigkeit,
Es ist wichtig, sich bewusst zu werden, dass du auch selbst die Verantwortung für deine eigenen Entscheidungen und Handlungen übernehmen kannst.

Wer Selbstverantwortung übernimmt und aktiv wird, kann seine Lebensqualität enorm verbessern. Wer hingegen die Opferrolle einnimmt, gewährt anderen die Macht über sich und macht sein Fortkommen von anderen abhängig.
Eine Unterstützung oder Änderung wird letztlich nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, deinen Opferstandpunkt aufzugeben.
Der Wunsch und der Wille, die Opferrolle zu verlassen, sind Grundvoraussetzung für alle weiteren Maßnahmen.

 
Und ich denke im Beruflichen ist das Problem, dass ich immer irgendwelche Jobs gemacht habe die halt sinnvoll oder möglich waren (musste ja auch die Miete bezahlen). Aber ich hatte dabei nie wirklich eine Strategie/Plan oder eine intrinsische Motivation, weil ich immer im "Überlebensmodus" war.
Hallo Dioneus, vielleicht kann ich helfen. Ich sehe viele Parallelen zu meiner Vergangheit und bin auch wieder auf die Füße gefallen. Aber dazu brauche ich konkrete Eckdaten von dir. Alter, körperlich fit, Berufserfahrung, was genau hast du wie lange gemacht, Phasen der Erwerbslossigkeit. Deine aktulle Situation und Einschätzung der eigenen Belastbarkeit sowohl Physisch (körperlich) als auch psychisch.

Melde dich einfach bei Interesse, gerne auch per PN.
 
sollte man nicht versuchen die Fragmente zusammenzufügen, damit man die Selbstaufgabe rückgängig machen kann ?
So, dass das als fragmentiert wahrgenommene Selbst wieder zu einem ganzen wird ?

Ist man nicht erst dann in der Lage die Weiche zu stellen, die das zukünftige Leben betrifft, weil man sich dann nicht von Fragment zu Fragment hangelt ?
Schließlich ist man so etwas wie eine Flipperkugel, die aneckt an Kraft verliert und irgendwann durch die Mitte rollt( Resignation + Verbuchen des Erlebten als Negatives) , neues Umfeld neues Glück ? - das ist ein Trugschluss, solltest Du bemerkt haben.

Also warum ist die klare Strategie nicht Fragmente zusammenführen und damit ist natürlich gemeint, die auch als zugehörig zu empfinden, bedeutet nicht nur Akzeptanz der eigenen Parameter sondern auch den Respekt vor den selbigen.

Die Akzeptanz ist die eine Seite - Dir sollte klar sein, warum Du wann wo aneckst und wenn Du es tust, sollte es vorher gut überlegt sein.
Der Respekt ist aber Dir selbst gegenüber zu zeugen, Deinen tatsächlichen Anlagen und Deiner Kreativität und Deiner Intelligenz nicht ihre Daseinsberechtigung abzusprechen.

Ja Du darfst Dich über das gesunkene Niveau wundern, Selbsterkenntnis ist der erste Schritt - das Wissen um Dein Dasein, Deine Voraussetzungen, das Wissen um die Funktion Deines Gehirns, Deiner Gefühle , Deines Körpers.

Ein Beispiel - Du ( als Beispiel ) hast einen IQ von 170 ! das ist sehr hoch grade 1 % der Bevölkerung !!!

Nun kommst Du in eine Gruppe Menschen - egal wo such Dir was aus - mit der Du kommunizieren sollst , musst oder willst.

Die haben aber alle bis auf 2 oder drei die einen IQ von 140 haben, einen IQ von 120. Die sind also nicht dumm, sondern eher schlau ( oberer Durchschnitt sozusagen) .

Nun stellst Du fest - die unter sich - kommen super klar - die Emotionen sind ähnlich , genau wie die Interessensgebiete oder die Art und Weise ...wie man so ist ......alles recht ähnlich.

Deine sind anders , weil Du völlig anders wahrnimmst - rein genetisch bedingt- Du siehst - hörst- riechst-schmeckst- tastet besser als 99 % ......ist Deine Lernfähigkeit ähnlich ausgeprägt bist Du recht gut , wenn Du etwas geübt hast.
Die bleiben messbar schlechter - trotz Übung.

Du wirst ausgegrenzt - gar keine Frage - Schwarmverhalten der Gruppe.

Aber bist Du jetzt psychisch krank ?

Du respektierst die Tatsache nicht- sagst " Ich muss schuld daran sein, dass ich ausgegrenzt werde "
sonst würden die es ja nicht tun.

Mit 14 erträgst Du willig von 14 bis Mitte 30 kämpfst Du mit Fragmentfeststellung ...( ich nenn das mal so ) und jetzt ?

Ich frage ganz bewusst - was ist der Plan ?

Besser der vorläufige ....

Es gibt aber noch ne Variante Dein Gehirn ist anders verknüpft - auch nur 1 % der Bevölkerung - Du kannst Zahlen hören, weil sie einen Ton haben oder sie haben Farben, genau wie die Wochentage ...
sagst Du nun zu jemandem
"Diese Rechnung erstrahlt in einem derat hellen Gelbton, der sich zwischen C und Cis bewegt , das es direkt ins Auge springt, das die Rechnung nicht aufgeht "

hält man Dich für verrückt oder versteht kein einziges Wort - bist Du dazu noch intelligent - hast Du die ganze Packung mitbekommen .....sozusagen die Ausgrenzung wird härter sein und man will Dir als Kind vermitteln die Zahl 4 ist nicht gelb , sondern nur 4 und die hat auch keinen Ton .

Da du aber ganz klar den Ton hörst die Farbe siehst könntest Du auf den Gedanken kommen es stimmt etwas nicht, obwohl Deine synaptische Verknüpfung im Kopf klar messbar besser ist, gesteht man Dir das Empfinden nicht zu .

Aber psychisch krank - deshalb -nein - anders , vielleicht gesünder als die anderen, weil vorsichtiger , achtsamer, besonnener, sicherheitsbewusster, verantwortungsvoller.

Aber einen derartigen Schatz aufgeben oder zum eigenen Fluch deklarieren - ist denke ich, der absolut falsche Weg.
 

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