_Tsunami_
Urgestein
Vielleicht sollten wir erstmal klären, ob du nun Flüchtlinge oder Einwanderer meinst? Wofür sollten Flüchtlinge die nur temporär geduldet sind, unsere komplizierte Sprache lernen? Meinst du dafür hätten sie einen Kopf, nach den gerade hinter sich gelassenen Repressalien? 😕
Du kannst ja Fragen stellen.
Ich selbst würde ganz allgemein unterscheiden zwischen a) denen, "die bald wieder gehen" und b) jenen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit "relativ lange" oder für immer hier bleiben werden, wobei das sicherlich nicht immer so einfach zu unterscheiden ist. Gleichfalls würde ich auch berücksichtigen, ob wir es mit einem "benachteiligten Menschen" zu tun haben oder nicht. Ein "stinkereicher" oder gut situierter Einwanderer oder Einwandererfamilie braucht sicher keine kostenlosen Sprachkurse oder eine Subvention dafür.
Wenn es um Menschen geht, die Repressalien erleiden mussten und daher körperliche und/oder psychische Leiden haben, da wird sicherlich kein vernünftiger Helfer sagen "Geh' erstmal einen Deutschkurs machen." Aber: Es ist einleuchtend, dass es besser ist, wenn sich Helfer und der, dem geholfen werden soll, verstehen. Insofern ergibt sich bereits hier die Wichtigkeit von Verständnis bzw. Sprache.
Da muss ich an meinen liebgewonnenen Hausarzt denken, der mit seinen italienischen und spanischen Patienten in ihrer Landessprache spricht. Zwar nicht perfekt, aber dennoch beeindruckend.
Und Einwanderer die sich hier integrieren möchten haben doch einen Job. Oder wo ist der Mann gerade wenn die Mutter ja einen Babysitter benötigt während sie den Deutschkurs besuchen möchte?
Sicher haben Einwanderer einen Job, andere Einwanderer nicht. Das ist ja nicht viel anders als bei Nicht-Einwanderern. Auch hier hängt Vieles von der Sprache ab - also bei Einwanderern wie auch bei Nicht-Einwanderern. Bin also keinesfalls dagegen, dass auch kostenfreie oder subventionierte Deutschkurse für beispielsweise "benachteiligte Deutsche" angeboten werden.
Ob sich jemand "in Deutschland integriert hat", lässt sich meines Erachtens nicht daran festmachen, ob jemand einen Job hat oder nicht. Gleichfalls ist die Frage, ob eine Mutter einen Deutschkurs besucht, mindestens von den Faktoren Zeit und Geld abhängig, aber sicher auch von direkt oder indirekt anderen.
Du möchtest doch nicht aussagen, dass wir grösstenteils Sozialschmarotzer ins Land holen, oder? 😉
Also sage mir, welche Gruppe du meinst.
Ich finde, man sollte vorsichtig/behutsam damit sein, irgendjemanden als Sozialschmarotzer zu bezeichnen. Nicht nur, weil sich daraus manchmal eine "selbsterfüllende Prophezeiung" ergibt.
Wenn du meinst, dass Leute nach Deutschland kommen, um "hier ihr Glück zu versuchen", an materiellem oder sonstigem Wohlstand hier teilnehmen wollen - gibt es sicher. Das ist nichts, was ich einem Menschen verdenken kann. Dagegen steht aber in jedem Falle auch, dass viele Menschen nur sehr ungern ihr Heimatland und die ihnen vertrauten Menschen verlassen.
Ich denke, du gehst von falschen Annahmen aus.Sehr witzig. Ich habe doch vor kurzem noch selbst auf diesen Problemfall hingewiesen, wenn zu Hause ausschließlich in Landessprache kommuniziert wird. Das war die Situation in welcher ein Aufschrei von euch kam, wie man so sein könnte das man glaubt es müsse Deutsch gesprochen werden. Und jetzt bringst du selbst diesen Problemfall als Beispiel...aber auf die Idee, dass die Mutter ihren Kindern zu Hause beim deutsch sprechen zuhören könnte, da diese das perfekt erlernen, kommst du leider immer noch nicht. 🙄
Zum Einen lässt sich nicht verordnen, welche Sprache in einem Privathaushalt oder im Bereich der Privatsphäre gesprochen wird, höchstens empfehlen. Zu einem Anderen, behaupte ich, dass so ziemlich jeder "Migrant/Flüchtling/Ausländer" überaus glücklich wäre, die deutsche Sprache und somit auch die Kultur "perfekt" zu verstehen und sprechen zu können. Der Zugang ist aber alles andere als einfach, und das liegt nicht immer am Willen dessen, der es lernen möchte.
Zuletzt meinte ein Radiokommentator in Bezug auf Pegida und Dresden (sinngemäß): "Hochdeutsch sollte kein Kriterium für Integration sein. Gerade die Sachsen sollten das verstehen."
Ja, ein bisschen schmunzeln kann man darüber schon.
Aber davon mal abgesehen: Ich brauche mir da nix vorstellen. Ist es etwas anderes wenn eine deutsche Familie mit drei Kindern, knapp über dem Existenzminimum lebt und die Mutter mit Hilfe einer Weiterbildung zum Haushaltseinkommen beitragen möchte? Muss das diese Familie nicht ebenso aus eigener Tasche finanzieren?
Sicher, alles kann, muss und soll finanziert werden.
Ich mache es kurz und verweise auf einen "uralten", vielleicht auch veralteten und gerne zu berichtigenden Beitrag von mir.