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Familienessen - Dein Cousin wird jetzt in China Projektleiter - und was machst du?

  • Starter*in Starter*in Jonas81iger
  • Datum Start Datum Start
J

Jonas81iger

Gast
Hi. Ich muss mir hier unbedingt mal den Frust von der Seele schreiben.

Wie man dem Titel schon entnehmen kann geht es um den beruflichen Stand. Gestern hatte mein Cousin (27) Geburtstag. Dabei waren meine Eltern (beide nicht sehr wohlhabend) und ich (kaufm. Angestellter). Wir haben weder studiert noch können wir uns große Luxusgüter leisten, wir arbeiten eben ganz normal.

Die Famile meines Cousins (Sprich Bruder meines Vaters) heben total ab, und ich hätte fast nen Wutanfall bekommen, als die Mutter meines Cousins zu mir sagte, schau mal her was dein Cousin für ein toller Hecht ist, der geht ganz alleine nach China irgendwelche hochwichtigen Projekte leiten, und was machst du???

Es kam vorwurfsvoll rüber, nach dem Motto aus mir wäre doch nichts geworden.

Meine Frage an die Allgemeinheit: Muss man heutzutage studiert haben und ganz groß rauskommen um sein Leben leben zu können? Kann das überhaupt jeder? Wenn man das Geschwätz von denen hört,könnte man grade meinen wir wären assozial. Ich bin unendlich wütend. Ich bin nichts weil ich keine Auslandseinsätze habe und nicht mindestens 8000 verdiene oder wie?
 
Man muß NICHT studiert haben, bzw. es nutzt nix!

Bei uns in der Familie sind alle Frauen Hausfrauen, der höchste Schulabschluß, der in der gesamten Großverwandtschaft gemacht wurde (Tanten, Onkel, Eltern, Großeltern, deren Geschwister, Cousins, Enkel und so weiter) ist der Hauptschulabschluß. Die meisten Frauen in der Familie haben nichtmal einen Führerschein.

So und nun war irgendwann Familientreffen, ich dabei, habe Abi mit 1,7 gemacht, ein Diplom und derzeit arbeite ich am zweiten Diplom, da sagt Oma: "Ach, warum ist aus euch allen bloß nix geworden!" 🙄
Mit "uns allen" meint sie mich, meine Schwester und meine Mutter. Selbst wenn ich da schon nen Doktortitel gehabt hätt, dann hätt sie das genauso gesagt.

Wenn man wirklich sauer wäre deswegen, könnt man ja die fiese Gegenfrage stellen: Ach und was hast DU erreicht, daß du dir hier ein Urteil über mich anmaßt?
Da meine Oma aber sonst lieb ist und ich eher sprachlos von diesem bizarren Satz war, hab ich nix gesagt.
 
Ruhig Blut!🙂

Sie sind asozial, nicht Du. Keinerlei Sozialverhalten, keinerlei Sicht außer der Sicht des Erfolges. Das definiert sie nicht gerade als Menschen, sondern als Maschinen (auch als ungebildet). Mach Dir nicht so einen Kopf über so einen Schwachsinn.
Liebe Grüße
 
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...

Die Famile meines Cousins (Sprich Bruder meines Vaters) heben total ab, und ich hätte fast nen Wutanfall bekommen, als die Mutter meines Cousins zu mir sagte, schau mal her was dein Cousin für ein toller Hecht ist, der geht ganz alleine nach China irgendwelche hochwichtigen Projekte leiten, und was machst du???

Es kam vorwurfsvoll rüber, nach dem Motto aus mir wäre doch nichts geworden.

Du schreibst, als hätte sie Dir einen Vorwurf gemacht. Ich lese das nicht heraus aus Deinem Satz. Du selbst hast es so empfunden.
Es ist nicht asozial, wenn jemand stolz auf Erreichtes ist, und es ist auch ein Grund sich zu freuen, die Familie Deines Cousins kann auf den Sohn stolz sein.
Warum kannst Du Dich nicht mit der Familie freuen, so ein Einsatz in China ist bestimmt eine interessante Sache, davon könntest Du doch auch profitieren, und sei es, dass Du Deinen Cousin vielleicht besuchen könntest.

Warum glaubst Du denn, dass es die Mutter Deines Cousins vorwurfsvoll gemeint haben soll? Du bist Deinen Weg gegangen, das ist doch ok. Ich vermute eher, dass Du Dich selbst etwas in den Schatten gestellt gefühlt hast, aber dafür gibt es keinen Grund.

Was hast Du denn geantwortet?

Meine Frage an die Allgemeinheit: Muss man heutzutage studiert haben und ganz groß rauskommen um sein Leben leben zu können? Kann das überhaupt jeder? Wenn man das Geschwätz von denen hört,könnte man grade meinen wir wären assozial. Ich bin unendlich wütend. Ich bin nichts weil ich keine Auslandseinsätze habe und nicht mindestens 8000 verdiene oder wie?[/QUOTE

Nein, man muss nicht studiert haben, um sein Leben leben zu können, wobei das auch immer eine Frage des eigenen Anspruchs ist.
Aber erstrebenswert finde ich es auch, wenn man seine Möglichkeiten und Fähigkeiten ausschöpft.

Warum bist Du denn unendlich wütend, es ist nicht die Masse, die Auslandseinsätze hat und auch nicht die Masse, die übermäßig viel verdient. Wenn Du zufrieden bist mit Deinem Leben, zufrieden mit Deinem Erreichten, dann sollte Dich doch der Weg Deines Cousins nicht so einen Einfluss auf Dich haben.

Lg Eisherz
 
Hi. Ich muss mir hier unbedingt mal den Frust von der Seele schreiben.

Wie man dem Titel schon entnehmen kann geht es um den beruflichen Stand. Gestern hatte mein Cousin (27) Geburtstag. Dabei waren meine Eltern (beide nicht sehr wohlhabend) und ich (kaufm. Angestellter). Wir haben weder studiert noch können wir uns große Luxusgüter leisten, wir arbeiten eben ganz normal.

Die Famile meines Cousins (Sprich Bruder meines Vaters) heben total ab, und ich hätte fast nen Wutanfall bekommen, als die Mutter meines Cousins zu mir sagte, schau mal her was dein Cousin für ein toller Hecht ist, der geht ganz alleine nach China irgendwelche hochwichtigen Projekte leiten, und was machst du???

Es kam vorwurfsvoll rüber, nach dem Motto aus mir wäre doch nichts geworden.

Meine Frage an die Allgemeinheit: Muss man heutzutage studiert haben und ganz groß rauskommen um sein Leben leben zu können? Kann das überhaupt jeder? Wenn man das Geschwätz von denen hört,könnte man grade meinen wir wären assozial. Ich bin unendlich wütend. Ich bin nichts weil ich keine Auslandseinsätze habe und nicht mindestens 8000 verdiene oder wie?

Hallo,

dieses Thema ist so alt wie die Menschheit... Kain und Abel.

Um es kurz zu sagen, das was deine Verwandtschaft sagt, ist völlig unwichtig.
Die einzige Frage ist nur wichtig, wie du dich selbst siehst.
Bist du mit dir zufrieden, wenn du mal die Bemerkungen anderer völlig außer Betracht lässt?

Wenn du das mit "Ja" beantworten kannst, musst du dir nur eine Hand voll Sprüche ausdenken, wie du solche Unverschämtheiten und Unsensibilitäten mit Witz nächstens kontern kannst.

Meinetwegen sagt Tante Frieda, "was ist denn mit dir Junge... warum bist du nicht..." usw.
Dann fragst du eben zurück, was ist mit dir Tante Frieda, warum hast du keinen Prominenten, oder Millionär geheiratet, warum wurdest du nicht dies und jenes.
Du kennst die Leute gut, die dich verletzen, also wirst du ihre Unzulänglichkeiten auch kennen.

Schau, dass dies gut platziert wird, humorvoll, (wichtig!) mit einem Lächeln vorgetragen, und du hast deine Ruhe.

Du schaffst das!:daumen:


Und eines noch zum Schluss. Erfolgsmenschen sind nicht immer so glücklich, wie es den Anschein hat, darum muss man sie nicht beneiden.
Erfolg hat größere und andere Sorgen. Oder anders gesagt, wer keinen Erfolg hat, kann diesen ruhig verlieren... der Erfolgreiche verliert den Erfolg jedoch nur schmerzlich... 🙂

Das kennst du doch sicher:

http://www.uni-kassel.de/intranet/f...eiterbildung/Vorlesegeschichte_02_03_2012.pdf
 
Also mir tut dein Cousin schon fast leid, wenn er erst nach China gehen muss, damit seine Mutter stolz auf ihn ist.

Im übrigen würde ich niemals nach China gehen, mir gefällt ihr Verhalten dort nicht.
 
Die Famile meines Cousins (Sprich Bruder meines Vaters) heben total ab, und ich hätte fast nen Wutanfall bekommen, als die Mutter meines Cousins zu mir sagte, schau mal her was dein Cousin für ein toller Hecht ist, der geht ganz alleine nach China irgendwelche hochwichtigen Projekte leiten, und was machst du???

Ohne Wut wäre Dir vielleicht so ein Satz eingefallen:

"Ich bleibe hier bei meinen Freunden und meiner Familie und sorge dafür dass es mit unserer eigenen Wirtschaft trotz der Chinesen und anderer Billiglohnländer die mit ihren Produkten unseren Markt überschwemmen nicht noch weiter bergab geht .... warum geht Ihr nicht mit nach China ?"
 
... was für eine Sache ... Mir kommt grad die Fabel in den Sinn mit dem Fuchs und den Trauben, die zu hoch hängen ...

Aus dem erfolgriehcen Weg eines anderen Minderwertigkeitskomplexe für sich selber zu ziehen, das kann ja nu wohl auch nicht die Konsequenz sein.

Ich selber wäre auch stolz auf mich, wenn ich mit 27 so einen Weg einschlagen würde. Und ich glaube, meine Mutter wäre ebenfalls stolz auf mich ... es liest sich ja fast schon gehässig, wenn ich lese, die arme Mutter, sie ist nur stolz, weil ihr Sohn Projekte in China leitet. Was ihr da reinlegt, ist mir fast schleierhaft.
Eisenherz hat es geschrieben, und ich lese es bei Euch auch, Erfolg hat mehr Neider ...

Und ob es jetzt China, Indien, Amerika oder Russland wäre, macht das selber erstmal nach, Erfolg muss man sich oft genug schwer erarbeiten. Aber Eure Ansichten sind schon seltsam, wie gesagt, der Fuchs mochte ja die hohen Trauben auch nicht, sie waren ihm zu sauer, bloß weil er sie nicht erriechen konnte.

Vielleicht nagt ja der Weg von Deinem Cousin an Dir, vielleicht wärest Du selber lieber auch an einer anderen Position????
 
Ach was, Studium + Karriere sind mit Sicherheit keine Voraussetzung zur Glückseligkeit. Genau das ist nämlich der Punkt. Man sollte tun was einem Spaß macht. Worauf man Bock hat. Nicht jeder Arzt ist glücklich, nur weil der Doktortitel in der Schreibtischschublade liegt und das Konto prall gefüllt ist. Es wird auch nicht jeder Diplom-XY vor lauter Lebensfreude platzen. Ich hab auch studiert. Glücklicher bin ich deswegen nicht. Bin auch nicht neidisch auf Leute, die auf der Karriereleiter einige Sprossen über mir stehen. Im Gegenteil. Schau ich mir so einige Vorgesetzte an, dann muss ich sagen, die haben aus meiner Sicht ein scheiß Leben. Klaro, deren Wohnung liegt im besseren Stadtteil, hat ein Zimmer als meine und der Anzug ist nicht von H&M, sondern von Boss. Aber im Gegensatz zu mir haben die keine 37,5 Std.-Woche. Wenn ich früh anfange, dann kann ich um 14 Uhr die Sachen packen und zu Hause auf der Couch rumlümmeln. Oder schlafen. Oder mit meinen Kumpels abhängen. Die Karriere-Kollegen gammeln noch bis 17 oder 18 Uhr auf der Arbeit ab. Und das nahezu täglich. Oftmals auch ohne Überstundenausgleich, weil das ab einer gewissen Position nicht mehr möglich ist, sondern die Mehrarbeit erwartet wird.

Außerdem sind gewisse Ansichten gewisser Leute doch sowieso viel zu einseitig und kurzsichtig. Bei manchen hört es sich so an, als würde es nur dem studierten, erfolgreichen Bevölkerungsteil gutgehen. Alle anderen sind arm, asozial und müssen in der Gosse leben. Aber das ist ja zum Glück weit weg von der Wahrheit und wird auch so bleiben.
 

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