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Familie implodiert

Ich lehne mich da vielleicht aus dem Fenster, aber man muss seinen Kindern auch beibringen, dass sie anderen Menschen mit Respekt begegnen sollten. Und das tut man, indem man sich nicht alles gefallen lässt. Das ist keine fehlende Liebe. Kommt die Tochter nicht zum vereinbarten Zeitpunkt zurück, nimmt man die Enkel das nächste Mal nicht mehr. Oder es muss einem eben total egal sein.
 
- ich mich generell so oder ähnlich behandeln lasse.
Vielleicht könnte das dein erster Ansatzpunkt sein?
So als Aufgabe für dich: dich nicht mehr so oder ähnlich behandeln lassen. Egal von wem.

Wenn du daran was ändern kannst, ändert sich dein Umfeld notgedrungen mit dir mit.

So, wie es jetzt ist, bist du ja alles andere als glücklich - also kannst du auch riskieren, den Töchtern freundlich, aber bestimmt klare Ansagen zu machen. Und konsequent zu bleiben, wenn es nicht läuft.
Augenhöhe unter Erwachsenen geht anders als das, was du beschreibst.
 
Was ich übrigens nicht ganz verstanden habe: wieso ist der Auszug des Schwiegersohns eigentlich der Auslöser dafür? Zumindest lese ich das aus deinem Eingangspost so heraus.
Ab diesem Zeitpunkt wurde das ganze schlimmer und schlimmer. Bis dahin hatten wir als Gegengewicht zu der schwierigen Situation der jüngeren Tochter halt die „heile Welt“ der älteren. Immer wenn jmd fragte sagte ich, naja, bei C. ist es schwierig, aber um J. muss ich mir wenigstens keine Sorgen machen.“
Und dann hab ich mal gelesen, wenn so ein Pfeiler im Familienkonstrukt wegbricht, wackelt das ganze Gebilde für längere Zeit.
Es fällt aber auch so in etwa mit der Zeit zusammen, als sich C. vom Vater ihres 2. Kindes endgültig getrennt hat. Und wieder hier in die Nähe zog.
 
Selbstverständlich haben Alleinerziehende es sauschwer, besonders, wenn der/die Väter nicht mitziehen. Zahlen die Väter wenigstens regelmäßig den ganzen Unterhalt?
Aber bei deiner jüngeren Tochter klingt es zwischen den Zeilen fast so, als würde sie die Kinder am liebsten ganz loswerden, weil sie so überfordert ist. Ich denke, sie bräuchte professionelle Hilfe. Vielleicht eine Psychotherapie, vielleicht eine erzieherische Hilfe, vielleicht beides. Wenn sie sich (unbewusst!) unzuverlässige Kindsväter ausgesucht hat, ist sie möglicherweise generell psychisch nicht stabil. Und natürlich würde ich ihr einen Babysitter gönnen, aber ganz offensichtlich ist das Geld dafür nicht vorhanden. Bei mir in der Großfamilie gab es immer mal wieder finanzielle Unterstützung von Familienmitgliedern, die es sehr nötig hatten, und nicht nur zwischen Verwandten ersten Grades. Wäre das vielleicht möglich, um zeitweise einen Babysitter zu bezahlen? Es gibt außerdem Personen, Rentnerinnen z. B., die sich ein "Enkelkind" wünschen und bereit wären, die Kinder kostenlos zu betreuen.
Die Organisation familyLab, die viele Standpunkte in Deutschland und in anderen Ländern hat, bietet u. a. Erziehungsberatung an, die darauf abzielt, dass sich alle Familienmitglieder gesehen und wohl fühlen.
Ich würde sie an deiner Stelle in einem ruhigen Gespräch fragen, ob sie schon mal daran gedacht hat, sich professionelle Hilfen zu holen. Vielleicht gibt es auch eine Mutter-Kind-Kur oder sowas. Sie geht auf dem Zahnfleisch. Du könntest ihr sagen, dass du natürlich weiter bereit bist, die Kinder zeitweise zu übernehmen - aber nur, wenn es nicht ausufert, wenn es feste Zeitabsprachen gibt und sie dann auch pünktlich wieder kommt. Ansonsten wird das Angebot gestrichen. Falls sie dann doch kommen und die Kinder vor der geschlossenen Haustür abladen sollte, würdest du das Jugendamt einschalten. Sie darf dich/euch nicht ausbeuten. Du hast Respekt und Rücksicht verdient wie jeder andere Mensch auch!
Wenn sie mit unzuverlässigen Männern zwei Kinder in die Welt gesetzt hat, hat immer noch sie die Verantwortung für die Kids, nicht du. (Die Väter natürlich auch!!)

Du hast geschrieben, dass du für sie im Rückblick nicht so da warst, wie sie es gebraucht hätte. Deshalb hast du ein schlechtes Gewissen. Das ist aber eine andere Baustelle, die mit den seelischen, finanziellen und organisatorischen Problemen deiner Tochter direkt nichts zu tun hat. Du könntest ihr Gespräche über ihre Kindheit und deine Rolle als Mutter anbieten. Sie anhören. Sie reden lassen. Aber es sollte klar sein, dass du deine Sicht der Dinge ebenfalls darlegen willst. Und dass du dir natürlich auch gegenseitiges Zuhören wünschst. Wenn man einsieht, dass man Fehler gemacht hat und das auch zugeben kann, ist das nicht die schlechteste Basis für eine andere Form der Beziehung.

Meine Eltern waren autoritär und narztisstisch, es gab in meiner Kindheit zu den Eltern nie eine offene, ehrliche, herzliche Beziehung. Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen, als ich psychisch sehr krank wurde. Zu meiner Mutter wollte ich 17 oder 18 Jahre lang keinen Kontakt. Sie hat in der Zeit eine Therapie gemacht, eingesehen, dass sie mich nie geliebt hat, hat viel von ihrem Narzissmus abgebaut und heute haben wir, nach einer sehr offenen, schonungslosen Klärungsphase, eine ziemlich gute Beziehung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mei, des Haus. Ich liebe es und es liegt so wunderschön und bietet so viel Platz. Ich würd mich freuen wenn wir‘s so lang wie möglich (er)halten können. Wenn wir verkaufen müssen werd ich weinen
Sagst du mir, wie alt du und dein Mann seid und in wie vielen Jahren eine Übergabe überhaupt aktuell wäre? Vermutlich hat das noch Zeit, sodass eine gute Lösung nicht von heute auf morgen gefunden werden muss.

Deine Unsicherheit beruht stark auf dem Verlust des Schwiegersohns. So wie es ausschaut, war er der emotionale und organisatorische Anker, der euer Familienkonstrukt zusammengehalten hat. Jetzt, wo diese Stütze weg ist, beginnt slles zu bröckeln.

Schau dir mal eure Familiendynamik an:
- Dein Mann läuft in deiner Erzählung ‚unter ferner liefen‘ mit. Bringt er sich überhaupt aktiv ein oder zieht er sich bei Konflikten komplett zurück?
- Du versuchst verständlicherweise, den Familienfrieden zu retten, wirst aber von deinen Töchtern als emotionaler Mülleimer und kostenloser Babysitter missbraucht. Das Problem ist nicht, dass du zu leise bist, sondern dass du dir die Grenzüberschreitungen deiner Töchter schon viel zu lange gefallen lässt.
- Deine älteste Tochter (die Lehrerin) hat gerade selbst erlebt, wie ihre Zukunftspläne wie eine Seifenblase zerplatzt sind. Ihren aktuellen Frust und den Verlust von Kontrolle kompensiert sie jetzt leider damit, dass sie dich bei der Erziehung deiner Enkelkinder massiv kritisiert und bevormundet.
- Deine mittlere Tochter nutzt deine Gutmütigkeit und deine Liebe zu den Enkelkindern schamlos aus. Sie lädt ihre Überforderung bei dir ab, taucht stundenlang ab und reagiert mit massiven Schuldzuweisungen und Beleidigungen, sobald du zu Recht wütend wirst. Das nennt man emotionale Erpressung: Sie holt sich Hilfe, verweigert aber jeglichen Respekt.

Was das Haus betrifft: Löst euch von dem Gedanken, es um jeden Preis in der Familie halten zu müssen. Wenn ihr es an einen Dritten verkauft, mit der vertraglichen Klausel, dass du und dein Mann lebenslanges Wohnrecht in der Einliegerwohnung habt, schlägst du drei Fliegen mit einer Klappe: Du behältst dein geliebtes Zuhause, ihr könnt den Töchtern einen Erbvorschuss auszahlen (womit die Eifersucht der Mittleren hinfällig ist) und ihr seid endlich den Druck los, es allen recht machen zu müssen. So holt ihr euch eure Unabhängigkeit zurück. 🙂
 
Nachdem gerade großes Chaos ist, ist doch alleine schon wegen dem keiner ernst zu nehmen und keiner in der Lage normal zu funktionieren. Fünf, sechs Stunden verschwinden und dann erst eintrudeln könnte man sehen als Luft holen, Auftanken, sie wird das für sich brauchen.
Könnt ihr nicht gemeinsam nach einer idealen Spur suchen, in einer Familienkonferenz? Ich hab Donnerstag, Freitag, Samstag keine Zeit mehr, mit diesem Ton von euch nicht einmal mehr Montag, Dienstag oder an irgendwelchen anderen Tag.
Ich kann das Haus verkaufen und gut leben irgendwo mit dem Verkauf- dieses Gestreite brauch ich mir nicht geben. Ich kann auch vermieten- oder ihr nehmt endlich Rücksicht auf mich auch....
 

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