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Familie entsetzt, weil Kind "nur" auf die Realschule geht.

Ein faules und intelligentes Kind aber in seiner Faulheit zu unterstützen, halte ich nicht für einen guten Weg.
Meine Rede! Und das hat auch nichts mit Standesdünkeln zu tun, sondern mit Realitätssinn, elterlichem Verantwortungsbewusstsein, Weitblick und gesundem Menschenverstand.
 
Es hat nix damit zu tun seinen Kindern alles durchgehen zu lassen.
Aber um ein verantwortungsvoller Erwachsener zu werden ist es wichtig Entscheidungen zu treffen und mit ihnen, sowie mit den Konsequenzen zu leben.

Du überlässt den Kindern also die Konsequenz daraus, sich für die Realschule entschieden zu haben anstatt das Zeug zum Gymnasium zu nutzen? Hältst dich da als Elternteil völlig raus? 😵

Klingt wie bei meinen Eltern damals als ich vor der Wahl zwischen Hauptschule und Realschule stand.

"Pass auf, du musst jetzt entscheiden auf welche Schule du gehen möchtest! Es gibt zwei. Die eine ist schwerer und die andere ist leichter. Und wenn du letztere wählst bist du auch die nächsten Jahre noch auf dem gleichen Schulhof wie deine grosse Schwester! Was möchtest du?"

Schlimm, das solche Fehler anscheinend auch heute noch gemacht werden. Die Kinder haben meist selbst noch gar nicht den nötigen Überblick, die Tragweite solcher Entscheidungen zu verstehen. In dieser Zeit denken die meisten Kids noch, sie würden für Eltern und Lehrer lernen - nicht für sich selbst. Aber dann sollen sie Entscheidungen treffen bei denen eigentlich die Vorgabe der Eltern nötig wäre! Nicht zu fassen was man hier alles Lesen muss.
 
Die Entscheidung habe ich damals mitragen dürfen und auch sollen.
Und im nachhinein bin ich sogar dankbar dafür.

Ich bin trotz allem ein eigenständiger Mensch der sich alles bisher selbst finanziert hat
und darauf bin ich stolz.

Ihr dürft eure Kinder gerne weiter bevormunden was ja oft bei der Taufe schon beginnt.
Leider wird oft vergessen das Kinder auch selbstständige Wesen sind und das was Eltern als richtig und wichtig erachten garnicht im Sinne des Kindes ist.
Denn letztlich muss jeder seinen Weg für sich alleine gehen und was für den einen richtig
ist muss es für den anderen noch längst nich sein.
Schön das solche Freiheit jedem gelassen wird ausser dem, den man ja so liebt 😀
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja in diesem Thread sieht man mal wieder, dass das System das erreicht hat was es will. Menschliche Maschinen für die Wirtschaft zu schaffen. Leider unterstützen immer mehr Eltern diesen Bildungswahnsinn. Deshalb hat die Threaderstellerin meinen vollsten Respekt verdient. Kinder und auch Jugendliche sollten noch eine Kindheit haben dürfen. Bei mir ist es leider umgekehrt. Meine Mutter hat nichtmal die Matura (Abitur) aber will, dass ich studiere. Ich würde jetzt schon gerne etwas arbeiten gehen was mir spaß machen würde aber leider hat man heutzutage nur noch mit einem abgeschlossenen Studium die Möglichkeit mittelständisch zu leben 🙁 . Aber wer weiß wie lange dieses System noch aufrecht erhalten wird.
 
ja Bierdeckel, denn wir leben in dem System. Müssen dort überleben.

Mit 40 ändert sich die Sichtweise auf die Schule meist. Denn genau dann, wenn man selbst zu alt für Billigjobs ist, gemau dann schlägt mangelnde Bildung voll durch..

Dann bekommst du die Konsequenzen...

Ach und wenn die TE keine Investition (hier Zeit) in die Schulbildung ihrer Tochter investiert, dann sollte sie drauf achten, das das Kind jetzt schon trainiert, wenig isst. lernt wie man sich pflegt und schminkt...damit das zur Routine wird.

Damit das Mädchen mal gut heiraten kann..
 
Tja in diesem Thread sieht man mal wieder, dass das System das erreicht hat was es will. Menschliche Maschinen für die Wirtschaft zu schaffen.

Interessanter Einwand!

Ich denke aber doch, dass man sich in einer Welt, in der es auch ums Überleben geht, auf die Wirtschaft einstellen sollte. Ich kann mich nicht (von der Wirtschaft) abkoppeln. Ich muss als Mensch einen möglichst humanen Weg in einer inhumanen Welt finden. Das kann ein schwieriger Spagat werden. Ein hoher Bildungsabschluss bringt mir dazu aber doch mehr Flexibilität, oder?

Jedenfalls würde ich versuchen, einem intelligenten wenn auch faulem Kind mit vernünftigem Druck einen höheren Bildungsabschluss nahezubringen. Die Frage lautet: wo beginnt der Druck zu hart zu werden? Wo ist die Grenze zwischen Glück und Leistung etc.? Wo setzt man die Prioritäten?

Nach meiner Lebenserfahrung ist es oft besser, wenn man seinen oft unangenehmen Pflichten die Priorität gibt im Vergleich zum Lebensgenuß. Lieber eine gute etwas stressige Arbeit ausführen als auf unterem Lohnniveau mit viel Freizeit. Ihr wißt, wie ich das meine.
 
Damit das Mädchen mal gut heiraten kann..

Das wäre auch eine Möglichkeit 😀 . Wäre ich weiblich hätte ich diesen Schritt wohl auch gemacht weil dieser einfacher geht als sich hochzubilden^^.

Elefant:

Das Problem ist wenn jeder einen Masterabschluss hat gibt es auch viele Arbeitslose wegen der großen Konkurrenz am Arbeitsmarkt. Ich glaube, dass es irgendwann knallen wird wenns so weiter geht.
 
Das eigentliche Problem ist, das das Abitur mittlerweile jedem nachgeschmissen wird...

In den 60ern haben wenige Prozente der Bevölkerung Abitur gemacht und studiert.
Und die hatten dann auch einen guten Job.

Heute kann es fast jeder machen. Es ist lange nichts mehr Wert.

Was damals das Abi war ist heute der Bachelor. Und darauf muss man auch aufsatteln..

Da halte ich es schon für schlimm wenn ein Kind welches eigentlich intelligent genug ist, das direkte Abitur verweigert wird.
 
Niemand wird hier das Abitur verweigert, denn das setzt voraus, dass die Tochter auf das Gymnasium möchte, man es aber nicht läßt.
Schulbildung ist sehr sehr wichtig, aber jetzt schon Druck auszuüben ist unnötig. Wie gesagt, ich habe Eltern gehabt, die auf die Lehrer gehört haben. Ich habe druckfrei meinen Realschußabschluß gemacht und mein Abitur dann nachgemacht (direkt im Anschluß).
Ich gebe Dir aber Recht, dass ich es nun (mit ungefähr 40) bereuen würde, wäre es nicht so gelaufen wie es gelaufen ist.
 

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