Mir ist schon klar, daß die jüngeren Leute heutzutage unverkrampfter mit dem Thema umgehen - ich bin immerhin wie Störer schon in den mittleren 50ern - und halt manches anders sehen. Das akzeptiere ich auch. Aber es ist klar, daß bei allen meinen Antworten ja immer meine ganze angehäufte Vergangenheit eine Rolle spielt. Als ich noch die Volksschule besucht habe, bestanden die Lehrer durchweg aus Leuten die die Nazizeit zumindest miterlebt haben - und der eine oder andere war sicherlich aktiv dabei. Dann kam die Bundeswehr und dort in etwa dasselbe. Ich habe im Alter von 15 Jahren meinem belesenen Vater schon die Bücher aus dem Schrank genommen und über die deutsche Vergangenheit gelesen. In meiner Lehrzeit als Einzelhandelskaufmann habe ich Ignatz Bubis kennengelernt, der zu dieser Zeit um die Ecke gewohnt hat. Meine Großeltern haben ihr Leben und die Existenz ( ein Musikgeschäft ) im Krieg verloren. Und während der Bundeswehrzeit habe ich einen Deutschen jüdischen Glaubens kennengelernt, der mich durch seine einmalige Art mindestens zweimal vor schweren disziplinarischen Strafen gerettet hat.
Ging jetzt ein bißchen durcheinander, aber für mich sind das alles Gründe Faschismus in jeder Form zu bekämpfen. Und es gibt in Deustchland, wie in jedem Land, nun mal eine gewisse Ausländerfeindlichkeit. Ich wiederhole mich auch gerne nochmal. Wir haben mit der Vergangenheit nichts zu tun, aber wir sind verpflichtet eine Neuauflage zu verhindern.