Ich habe ehrlichweise ChatGPT auch schon genutzt um Rückmeldungen zu Konflikten und zwischenmenschlichen Problemen zu bekommen. Erstmal hat sich das ganz gut angefühlt. Ich hadere manchmal mit meiner Wahrnehmung und da hilft es mir einen Realitätscheck zu machen. Beispielsweise bin ich unzufrieden auf der Arbeit und habe meinen Vorgesetzten mitteilen wollen, dass die Arbeitsweise so für mich nicht erfüllend ist. Ich verrannte mich in meinen Gedanken, ob das überheblich sei das so zu sagen. ChatGPT ordnete das ein, sodass ich dann den Mut hatte meinen Standpunkt so zu äußern. Das hat mich aus einer Gedankenschleife geholt. Freunde kann man auch fragen, das hat aber auch Grenzen. Langfristig will ich aber bei Unsicherheiten auf mein eigenes Urteilsvermögen vertrauen und sehr aufpassen, nicht bei jeder Unsicherheit dazu zu greifen, sondern es eben auch mal zu riskieren. Dann macht man halt mal nen Patzer … so what.
ABER jetzt ein wichtiger Punkt. der mir nach einiger Zeit der Nutzung auffällt: ChatGPT rät – zumindest bei mir – sehr schnell zu Kontaktabbrüchen, Rückzug, dazu eine Beziehung als "nicht gut für mich" einzutüten, es sein zu lassen. Freundschaften, Arbeit, Dates usw. Das finde ich sehr bedenklich, die Vorstellung, dass sich eine KI zwischen uns Menschen schleicht. Wie sich Booking.com zwischen Gast und Hotel geschoben hat und davon profitiert, schiebt sich ChatGPT jetzt zwischen … naja … alle! Das finde ich schon krass. Mich gruselt die Vorstellung, dass eine Freundin etwas an mir stört, sie sich mit ChatGPT austauscht und mir dann so eine ätzende, korrekte KI-Nachricht zusendet. Auch Kondolenznachrichten werden damit geschrieben. Finde ich geschmacklos. Trauer und Eile und Effizienz passen nicht zusammen. Alles wird so unpersönlich und gleich. Ganz seltsam.