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Es mach mich kaputt.

A

Angustia

Gast
Hallo,

Ich heiße Angus, 20 Jahre alt, bin männlich und wohne in Österreich/Wien.
Ich wohne mit meinem Vater, meinem Großvater und meiner Tante seit einigen Jahren zusammen. Mit der Zeit fing
der Zustand von meinem Großvater immer schlimmer und schlimmer zu werden. Er litt schon immer unter Demenz aber zuerst war eine leichte und er konnte sich sehr gut äußern und mit der Zeit ist die zu der mittelschweren Demenz und vor etwa einigen Monaten zur schweren Demenz geworden.
Mein Großvater sitzt nun einfach da, isst und trinkt so gut wie nichts ( bekommt natürlich eine Soziale Hilfe ) und sitzt mit nach oben gerollten Augen da und atmet.
Ich bin ein sehr optimistischer Mensch aber wenn diesen Mann in so einem Zustand sehe und hautnah erleben wie seinem Zustand sich täglich verschlimmert dann kann ich mich selbst nicht mehr anlügen und so tun als sei allen in Ordnung.
Der Druck ist zu groß geworden und er zerfrisst mich, ich weiß nicht mehr wo ich mich wenden soll oder was ich in so eine Situation tun soll, täglich bis zu 17 Stunden zu schlafen damit man das alles nicht erlebt ist auch nicht gerade die beste Lösung ...

Hättet ihr vielleicht irgendwelche Tipps, die mir diese Situation einfach erleichtern würde?

LG. Angus
 

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-sofia-

Sehr aktives Mitglied
Gibt es bei euch in Wien Tageskliniken?

Dort werden Demenzkranke, ihren Ressourcen entsprechend, tagsüber beschäftigt.

Sie werden von einem Fahrdienst abgeholt und wieder nach Hause gefahren.

Erkundige dich mal, ob es bei euch solche Einrichtungen gibt.
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Lieber Angus,

dein Großvater scheint mehr Unterstützung im Alltag zu benötigen. Sofia hat da schon einen guten Tipp gegeben.

Darüber hinaus gibt es auch Ambulante Pflegedienste, die dann z. B. Morgens beim Waschen und Anziehen helfen und deinen Großvater in diese besagten Tageseinrichtungen bringen würden. Eine Haushaltshilfe, die für ihn z. B. einkaufen geht, sich mit um den Haushalt kümmert etc. wäre auch möglich.

Ihr könnt auch eine Pflegestufe für euren Großvater beantragen, wenn das noch nicht passiert ist. Das entlastet euch finanziell zusätzlich.

Es gibt kostenlose Anlaufstellen für Angehörige von Demenz- und Alzheimerpatienten. Da gibt es z. B. das sog. "Alzheimertelefon", wo man aber auch Fragen stellen kann, wenn es um Demenz geht:

https://www.deutsche-alzheimer.de/unser-service/alzheimer-telefon.html

Und dann gibt es kostenlose Beratungsstellen von verschiedenen Trägern (Caritas z. B.) wo man sich jederzeit hinwenden und unverbindliche Termine ausmachen kann, um sich mal auszusprechen und beraten zu lassen, welche Unterstützung für deinen Großvater am besten wäre und vor allem, wie du und deine Familie am besten mit ihm und der Gesamtsituation umgehen können. Auch ist es wichtig, dass dein Großvater bestimmte Therapieformen bekommt, damit es ihm besser geht.

Es gibt auch Selbsthilfegruppen für Angehörige von Demenz- und Alzheimerpatienten. Dort kann man sich mit anderen Angehörigen austauschen und vor allem auch mal aussprechen. Frag einfach mal bei sozialen Trägern in deiner Stadt nach, oder wenn du dich mal von einer Beratungsstelle beraten lässt. Vielleicht findest du auch selbst bei Google welche, wenn du in deiner Stadt danach gezielt suchst.

Hier findest du in einer Adressdatenbank alle wichtigen Anlaufstellen:

https://www.wegweiser-demenz.de/no_...k.html?cHash=04a3244e37e9f50ea8616f815201e527

Ganz pauschal gesagt ist eine feste und klare Tagesstruktur für deinen Großvater sehr wichtig. Auch Eckpunkte im Alltag, an denen er sich orientieren kann.

Wenn er für dich als Außenstehender "wirres Zeug" redet oder in einer anderen Zeit feststeckt, dann versucht ihm auf keinen Fall das auszureden oder mit der Realität zu konfrontieren. Das heißt nicht, dass man alles bestätigen muss, aber man sollte Demenzpatienten auch sein lassen, wie sie sind und nicht überfordern.

Wir hatten z. B. mal eine ältere Dame, die war dement, die hat immer wieder gedacht, sie muss jetzt ihre Kinder abholen. Und dass die vor der Schule auf sie warten. Nur waren die Kinder dieser Dame bereits weit über 40. Trotzdem hat sie sie gesucht. Ich habe dann immer zu ihr gesagt "Ihr Mann hat bei uns angerufen, er hat heute seine Überstunden abgefeiert und früher mit der Arbeit aufgehört. Ich soll Ihnen sagen, er holt die Kinder von der Schule ab und geht mit ihnen in den Park und kommt dann nach Hause. Sie müssen also nicht gehen."

Die ältere Dame ist dann immer friedlich und erleichtert zurückgegangen und hat irgendwas anderes gemacht.
 
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