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es ist mir einfach zuviel, jeden tag arbeiten zu gehen.

Kann mich den letzten nur anschließen.
Gehöre auch zu denen, die gerne früh Feierabend machen und kann nicht nachempfinden, was in den Menschen vorgeht, die gerne Überstunden machen, bis spät Abends teilweise im Büro sitzen.
Sicherlich nicht alles workaholicer, aber viele davon.
Manchen macht der Job vielleicht wirklich Freude, aber ich kann mir vorstellen das viele ihren Job, der so naja ist immer noch dem trüben, langweiligen Privatleben vorziehen.

Auffallend ist auch, das viele in den ü 40 Generationen keine Kinder haben, vor allem bei den Frauen.

Nunja man fühlt sich natürlich unwohl und unter Druck gesetzt unter Kollegen, die gerne Überstunden machen und nicht verstehen, dass ich mit einem Lächeln in den Feierabend gehe. Da muss man sich leider irgentwie anpassen.
 
Bei meinem früheren Arbeitgeber wars so, dass auch angeordnete Samstagsarbeit meistens ohne Murren einfach akzeptiert wurde. Allenfalls bei besonders schönem Wetter war ein kleiner Ausdruck von Missmut erlaubt (denn sportliche Aktivitäten, wie z.b. Mountainbiken galten mehr oder weniger als einzig legitimer Grund für einen frühen Feierabend). Ansonsten hieß es dann meistens: "Ach, kein Problem, ich hätte sowieso nix vorgehabt".

Ich fand es damals schon immer sehr schwierig, hier gegenzusteuern und zu sagen "Aber mir ist das Wochenende wichtig!"

Nach wie vor fühle ich mich mit meinen Freizeitaktivitäten wie ein Exot, der sich ständig neu erklären muss, wenn er mal frei haben will.
 
Aber warum muss das so sein ??

Ist es nicht mehr legitim sich aufs Wochenende zu freuen und sagen zu dürfen ich hab jetzt Feierabend ?

Ich habe genug Beispiele im Umfeld wo all das mal ganz schnell unwichtig wird, z.B. wenn man plötzlich schwer erkrankt. Man sollte das Leben auch irgendwo so gut es geht geniesen (dürfen). Ich jedenfalls sehen keinen Sinn darin mein Leben lang mich totzuackern für einen Erfolg der mich Jahre der Freizeit kostet, und den ich nicht mit ins Grab nehmen kann. Und wenns schlecht läuft ist der Erfolg und die Kohle da und dann kann ich sie nicht mehr ausgeben weil ich plötzlich fertig bin. In vielen Firmen wird doch harte Arbeit eh nicht mehr honoriert.
 
@ Tabea: Ich kann Deine Lage gut nachvollziehen. Ich würde an deiner Stelle überlegen, ob nicht ein Arbeitsplatzwechsel oder eine Weiterbildung ein bisschen Schwung in die Sache bringt. Ansonsten teilst Du leider das Los wie viele Millionen Menschen in diesem Land, sprich Arbeiten --> ein bisschen Freizeit und vor sich her vegetieren.

Ich bin vor Kurzem auch mit meinem Studium fertig geworden und arbeite Fest im Unternehmen und weiß auch manchmal nicht, was der ganze Sinn an dem ganzen ist! Aber naja meckern auf hohem niveu anscheinend. Ich denke Du solltest dir positive Freizeitaktivitäten vornehmen und suchen und wieder auch privat, Kontakt mit Menschen suchen.....versuch dich dem Leben anzupassen, wie es ist, sonst wirst Du ständig darüber nachdenken....

Viel Glück!
 
Mir geht es auch so wie den meisten hier. Ich möchte daher mal ein paar ganz wesentliche Punkte zuammenfassen.

Jeder Mensch hat eine andere Einstellung zur Arbeit, manche brauchen es förmlich ständig nach oben zu streben, haben keine Hobbies oder langweilen sich ansonsten. Andere sind nicht dafür geschaffen das Leben dem Job hinzugeben, 10 Stunden-Tage zu absolvieren, immer noch weiter zu kommen etc... wenn diese dann noch Kollegen haben die keinen Feierabend kennen fühlen die sich natürlich genötigt da mitzuziehen, ob sie es können oder nicht.

Leider ist ist nunmal so, dass für die meisten Arbeit und damit eben Geld notwendig ist um zu "leben".

Ich finde trotzdem dass es mittlerweile im Arbeitsmarkt extrem krankt. Betrachtet man mal den Sinn des Lebens, wäre meine Meinung dazu: das Leben ist endlich, ich kann später keinen Cent mit ins Grab nehmen, wieso soll ich mir täglich den Hintern bis zum Mond aufreißen, mich kaputtmachen, immer weiter streben...? Das Verhältnis Arbeit/Leben passt einfach nicht mehr, und diejenigen die damit nicht umgehen können gehen daran kaputt.

Ich dachte heute morgen auch schon wieder Auto freikratzen, im Stau anstellen, malochen, Abends dasselbe zurück, was essen, vielleicht noch - 1-2 Stunden Freizeit, schlafen ... und das jeden Tag.... Irgendwann wird es so kommen dass die Leute 2-3 Jobs brauchen um über die Runden zu kommen, dann wird eben nur noch gearbeitet..

Fast ironisch muss man dann so einen Artikel auffassen: Bundesbank-Studie: 4,81 Billionen

Das immer schneller werdende und voranschreitende Zeittempo lässt viele Menschen verzweifeln. Man fragt sich warum man sich diesen Stress überhaupt antut. Es ist irgendwie kein Leben mehr. Jeden Tag der selbe Ablauf, diesen monotonen Alltag. Alles erscheint sinnlos. Freizeit bleibt einem kaum, man vernachlässigt vieles und vergisst das Geniessen. Abschalten fällt auch schwer. Bin selber nie arbeitslos gewesen, aber seit kurzer Zeit bin ich es und merke, das es mir ohne dem täglich ausgesetzten Stress bedeutend besser geht. Endlich kann ich das tun wonach mir ist. Es fängt schon morgens an, das ich nicht mehr hetzen muß, sondern schön ausgeruht in den Tag starten kann. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich jemals wieder irgendwo neu anfangen kann, wenn ich an meine Vergangenheit denke. Nochmal so etwas durchstehen das schaffe ich nervlich nicht. Es ist so schlimm, das ich mir keinen Neustart in eine andere Richtung oder sonst was vorstellen kann. Momentan denke ich erstmal an mich und erhole mich von allem.
 
Ja, heutzutage sieht der Alltag von vielen Menschen sehr stressig aus. Man verbringt sehr viel Zeit in der Arbeit. Wenn man noch eigene Interessen und Hobbys entwickeln will, muss man sich ziemlich anstrengen, um die Zeit dafür zu finden. Dabei denke ich, dass es nötig und empfehlenswert ist, nach anderen Tätigkeiten zu suchen, die mit dem Beruf nichts zu tun haben. Dadurch gewinnt man die Distanz zum Alltag und zu sich selbst, Freude, Energie und Kraft, um anderen Problemen entgegenzukommen.
 
In vielen Firmen wird doch harte Arbeit eh nicht mehr honoriert.

Das kommt leider noch dazu. Auch gute Arbeit wird meistens nur honoriert, indem man eben nicht ermahnt wird. Viele Chefs denken, das würde schon ausreichen. Ein Kollege sagte mal sinngemäß, dafür bekäme man schließlich sein Gehalt, da müsste man nicht auch noch Lob aussprechen.
 
mein haushalt ist eine katastrophe, freunde habe ich schon gar keine mehr, da ich eh immer zu müde und zu fertig bin, um was zu unternehmen, somit ruft mich seit knapp einem jahr auch keiner mehr an, da alle denken, es wäre eh nur eine lahme ausrede meinerseits.
Bist Du eher ein introvertierter oder ein extrovertierter Mensch? Dass Du nichts mehr unternehmen möchtest, weil Du zu müde bist, deutet auf Introvertiertheit hin. Ein extrovertierter Mensch würde eher nach Zerstreuung und Action suchen, um sich einen Ausgleich zum lähmenden, nervigen, und gefängnismäßigen Berufsalltag zu verschaffen. "Gefängnismäßig" schrieb ich, weil man halt doch irgendwo eingesperrt ist in so einem 8 bis 5 Job.
Für introvertierte Menschen, die ihre Batterien durch das Alleinsein aufladen, kann alleine schon die Aussicht jeden Tag 9 Stunden mit Menschen in einem Büro zubringen zu müssen, die schlimmste Qual bedeuten - selbst wenn man ein eigenes Büro hat und die Kollegen noch so nett sind.
Der Alltag eines Angestellten ist für so manchen Introvertierten bestimmt genauso schlimm wie es das Leben eines Eremiten für einen Extrovertierten wäre.
Als ich vollzeit gearbeitet habe, ging es mir genauso wie Dir: ich konnte an den Abenden in der Woche und auch an den Wochenenden nur dann etwas unternehmen, wenn ich mich dazu zwang. Und oft konnte ich nicht.
Jede Unternehmung, egal ob Kino, Freunde treffen oder gar Fitness Studio war harte Arbeit. Ich hatte auch einen sehr langen Anfahrtsweg zur Arbeit und brauchte die Zeit nach dem Eintreffen in meiner Wohnung, um mit meinen Gedanken alleine zu sein.
Ich kann unglaublich gut stundenlang herum sitzen, über alles Mögliche nachdenken -ohne aktiv etwas zu tun. 🙂 Bei mir stellte sich immer mehr die Erkenntnis ein, dass ich für einen normalen Bürojob nicht tauge, so wie es bei vielen anderen Menschen ebenfalls der Fall ist. Mein Studium habe ich ohne Probleme zuende gebracht. Man hat dort mehr Zeit mit sich alleine und ist selbstbestimmter.
Manche introvertierten Menschen blühen auf, wenn sie selbständig arbeiten. Wobei man natürlich die Worte "selbst" und "ständig" nicht unterschätzen sollte. Allerdings glaube ich, dass der Haken bei Dir entweder Introvertiertheit, das Eingesperrtsein (tägliches Einerlei, wenig Selbstbestimmung) oder der Job an sich ist. Würdest Du generell unter Antriebsarmut leiden, hättest Du Dein Studium nicht geschafft.

Könntest Du Dir ein Leben als Freiberuflerin vorstellen? Natürlich hat man auch als Freiberufler viel mit anderen Menschen zu tun und muss sich nach Wünschen anderer richten, doch so "eingesperrt" und von anderen eingekesselt wie im Angestelltenverhältnis ist man nicht.
Oder als Selbständige? Gibt es ein Hobby oder ein Thema, das Dich fasziniert und dem Du Deine Lebenszeit gerne widmen würdest, wenn Du es könntest?
Oder könntest Du Dir einen Pflegeberuf vorstellen? Dort hast Du entweder Frühschicht und den Nachmittag frei (so ab 2 oder halb 3) oder Spätschicht und kannst lange ausschlafen. In der Pflege ist man zwar sehr nah an anderen Menschen dran, aber nicht so einkesselt von Menschen wie in einem Büro. Zumindest fiel mir die Pflege immer leichter als Büroarbeit oder gar in einer Schulklasse zu sein (für mich damals auch der Horror 😱), wobei Pflege natürlich nicht jedermanns Sache ist.
Oder würdest Du lieber draußen arbeiten (Tierpflegerin, Gärtnerin oder zB in der Landwirtschaft)? Wenn man draußen ist und die Tageszeiten mitbekommt, ereilt einem auch nicht so schnell das Gefühl eingesperrt zu sein.
Auch als Taxifahrer, Fahrlehrer, Chauffeur (dafür gibt es auch Ausbildungen), Busfahrer...fühlen sich Nicht-Büromenschen oft wohler.

ich beneide wirklich die menschen, die trotz einer 40-stunden-woche noch gutgelaunt sein können und ihr leben außerhalb der arbeit auf die reihe bekommen und spaß haben können.
ich auch! Und ich kämpfe hart dafür mich gegenüber diesen Menschen gleichwertig zu fühlen. Unsere Welt ist auf extrovertierte Actionmenschen ausgerichtet, für die ein Leben mit Vollzeitjob, Familie, Feiern, und Hobbys (am besten Teamsportarten) das Nonplusultra ist. Stille, leise Menschen haben es in unserer Welt oft schwer.
Wenn man sagt, man möchte alleine mit seinen Gedanken sein, wird man angeschaut wie ein Alien. Doch wir sollten uns, finde ich, nicht so fühlen!
Oft sind es gerade die stillen Menschen, die gute Ideen haben, wenn man ihnen doch mal zuhören würde. Und unsere Gesellschaft lebt von der Vielfalt. 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
@Themba:
Deine Berufsvorschläge sind sehr gut. Ich bin auch so einer, der insbesondere mit einem Standard-Bürojob sehr schlecht zurecht kommt, und ich könnte mir sehr gut einen der von dir genannten Berufe vorstellen. Aus dieser Kategorie würde mir übrigens der Beruf des Lokführers am besten gefallen...
 
Hallo Tabea,

du sprichst mir aus der Seele. In meinem Kopf schwirrt auch seit längerem der Spruch "Ich arbeite, um zu leben und nicht andersherum!"

Es klingt vllt doof aber was würde dein Chef machen wenn du schwanger würdest und du dann nach einer Teilzeitbeschäftigung fragst?!? Wenn er dich dann kündigt ist das direkt nen AGG Fall.
Ich habe auch schon das eine oder andere mal darüber nachgedacht wie es wäre, sich einfach schwängern zu lassen (bin verheiratet, also keine falschen Eindrücke 😉) und dann endlich gesellschaftstechnisch gesehen einen Grund zu haben, weniger zu arbeiten. Kinder sind ja in unserer Leistungsgesellschaft das einzige Argument, nicht vollzeit zu arbeiten. Traurig.

Ich glaube, dass es Männern auch generell leichter fällt, Spass an ihrer Arbeit zu haben. Sei es, weil ihre Aufstiegschancen besser sind, sei es, weil sie öfter ihre Meinung offen vertreten. Keine Ahnung, jedenfalls kenne ich sehr viele Frauen, die genau wie du und ich weniger "belastbar" sind, wenn man es denn so ausdrücken will.
Von Faulsein kann hier keine Rede sein, Menschen sind nunmal nicht alle gleich. Außerdem - wer hat gesagt, dass jedem eine 40h Woche liegt, nur weil sich das mal irgendein Wirtschaftsgenie so überlegt hat?!?

Wegen der Fahrzeit denke ich genau wie die anderen hier, zieh entweder näher hin oder such dir was in deiner Nähe wenn das möglich ist. So viel Zeit im Auto und im Stau hält niemand lange aus. Rechne mal aufs Jahr hoch, wieviel Freizeit dich das kostet und gib dir mal einen fiktiven Stundenlohn dafür. Diese vergeudete Zeit deines Lebens kann dir keiner bezahlen!!!

Alles Gute
 

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