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Erwachsene Kinder von Alkis: EKINDA

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Es wurde übrigens festgestellt, dass auch erwachsene gewordenen Kinder von Depressiven oder chronisch Kranken ganz ähnliche Persönlichkeitsmerkmale/-störungen aufweisen - denn wenn wir zwar nicht alle mißhandelt wurden (ich zB nicht), so mussten wir doch alle vor der Zeit wie Erwachsene handeln und die Eltern unserer Eltern sein - den Kram zusammenhalten, unseren Eltern den Psychiater machen, das Geheimnis nach außen schützen, die Wohnung in Ordnung halten usw.; wir wurde kurz gesagt um unsere Kindheit betrogen (so heißt auch ein Buch dazu).
Ich hatte zwar in meiner letzten Beziehung gemerkt, dass es ein Problem gab, das noch aus der Zeit bei meinen Eltern herrührt, aber ein wirklicher Alkoholiker ist mein Vater nicht gewesen. Meine Mutter hat ihn zwar oft als Säufer beschimpft, aber ich denke nicht, dass mein Vater abhängig war, und "Alkoholiker" ist ja nur, wer davon abhängig ist. Außerdem ist mein Vater halt auch bereits ohne Alkohol sehr jähzornig, aber natürlich hat sich das im alkoholisierten Zustand noch verstärkt...

Im Teenageralter hab ich mich immer schlafend gestellt, wenn mein Vater gegen 22:30 Uhr von der Mittagsschicht nach Hause gekommen ist, denn auf Arbeit haben sie immer viel getrunken. Und wenn er mir dann "hallo" gesagt hat, dann gab es irgendwie immer irgendwas, um mit mir Krach anzufangen. Er war einfach äußerst gereizt. Ich konnte damit nicht umgehen. Meine Reaktion war eben Flucht. Erst wenn ich hörte, dass er zu Bett gegangen war, habe ich meine Hausaufgaben weiter gemacht, falls ich nicht vorher geschlafen habe.

Ich kann nun bis heute nicht mit Menschen umgehen, die viel Alkohol trinken und sich dann so verändern... streitlustig werden...
Mit meinem Ex-Freund hatte ich vom ersten Tag an Probleme, wenn er trank, wobei ich ihn in einer Phase kennengelernt hatte, in der er eine strenge Diät machen musste und das insofern für mich nicht von Beginn absehbar war.
Und es gab viele Anlässe für ihn, um reichlich zu trinken, denn er war in einem Schützenverein.
Es war dann später auch so, dass ich mich versuchte, schlafend zu stellen, wenn er von einer Schützenversammlung nach Hause kam... da waren genau dieselben Ängste wie im Elternhaus. Damals wurde mir das bewusst, und es hat mich belastet. Schließlich gab es ja keinen vernünftigen Grund für diese Angst, denn mein Freund hätte mich ja nicht geschlagen, wir haben halt nur oft gestritten... Aber ich kam einfach nicht dagegen an.
Insofern war das viele Trinken das Problem meines Freundes, aber mein Umgang damit war eben MEIN Problem. Das haben die anderen Schützenfrauen alle besser lösen können, die waren mental einfach stärker als ich.

Aber wie gesagt, ein wirklicher Alkoholiker ist mein Vater eben nicht gewesen. Insofern betrifft mich diese Seite auch nicht. Aber schön, wenn es Menschen gibt, die sowas ins Leben rufen. Viel Erfolg dem Projekt!

LG.
Nohope.
 
Es mag sein, das Kinder von Suchtkranken vieleicht in das selbe Verhaltensschma verfallen können.
Betonung ligt auf Können , Müssen muss es nicht sein. Also bitte nicht alles über einen Kamm schehren.
Ich trinke keinen Alkohol und bin bei Feiern und nach Feiern immer gut gelaunt.
 
Es mag sein, das Kinder von Suchtkranken vieleicht in das selbe Verhaltensschma verfallen können.
Betonung ligt auf Können , Müssen muss es nicht sein. Also bitte nicht alles über einen Kamm schehren.
Ich trinke keinen Alkohol und bin bei Feiern und nach Feiern immer gut gelaunt.
Worauf bezieht sich Dein Beitrag? Ich verstehe den Zusammenhang gerade nicht.
 
Hopi -
ich glaube, du machst dir bezgl. deines Vaters was vor, aus welchen gründen auch immer.

Es ist völlig egal, ob er täglich sternhagelvoll war oder nur manchmal - WENN er es war, hast du riesig Angst gehabt, eine Angst, die ohne Alkohol nicht in deinem Leben gewesen wäre.

Alkoholtrinkende machen dir bis heute Angst.
Deine Kindergefühle und heutigen Ängste machen dich zu einem erwachsenen Kind erines Abhängigen. Wie deine Vater selbst sich sah, ist völlig nebensächlich - was das bei DIR bewirkt hat, steht bei EKINDA im Mittelpunkt.

Mein Vater war auch ohne Alkohol schon cholerisch - aber auf Entzug erst recht!!!
Was glaubst du denn, woher einige deiner Schwierigkeiten kommen???

Beste Grüße, CC
 
Was glaubst du denn, woher einige deiner Schwierigkeiten kommen???
Das kann ich Dir sagen: Ich bin einfach zu empfindsam!
DAS ist das Problem.
Deshalb fange ich beispielsweise z. T. auch heute noch an zu weinen, wenn andere Menschen sich in meiner Gegenwart lautstark streiten, weil mich das wahrscheinlich irgendwie an das Gefühl der Hilflosigkeit erinnert, als ich die heftigen Streitigkeiten meiner Eltern miterleben musste.

Und deshalb habe ich halt auch ein Problem mit Menschen, die etwas zu viel Alkohol trinken und sich dabei verändern.
OBWOHL mein Vater KEIN Alkoholiker war.
Schau, die Frage hat sich meines Erachtens wirklich endgültig vor ungefähr zehn Jahren geklärt, als er aus gesundheitlichen Gründen von einem Tag auf den anderen für ein Jahr keinen Tropfen mehr trinken durfte. Es ging. Einfach so. Und das war also der Beweis.

Ich habe ihn im übrigen auch nie "sternhagelvoll" erlebt, was für mich jetzt bedeuten würde, derjenige kann sich nicht mehr auf den Beinen halten und lallt nur noch. Nein. So nicht. Er hat ja sehr viel vertragen können. Er war halt nur noch aggressiver und streitsüchtiger als sonst.

Es ist wirklich mein Problem.
Im Moment ist es ja kein Problem, da ich keinen Freund habe, und mit meinen anderen Partnern war es auch nie ein Problem, da diese halt nicht viel getrunken hatten.
Bei den Schwierigkeiten mit meinem Ex-Freund war ich auch irgendwo selbst schuld, wenn wir uns dann gestritten haben, denn ich hasste es, diese Angstgefühle zu haben, und ich wollte als erwachsener Mensch keine Angst haben müssen, also war ich wohl selbst aggressiver, als es einem angetrunkenem Menschen gegenüber klug ist.

Naja. Egal. Vergangenheit.
 
Ist eben ein TABU Thema 😉

Alkohol ist zwar ein Tabu Thema

ist aber stark im kommen.

Denn nicht immer wird ein Auge zugedrückt.

In der freien Wirtschaft gibt es da harte Bandagen, sprich kein Pardon.

Nur im öffentlichen Dienst wird der Alkohol noch verdrängt und nicht bekämpft.

Aber Kinder von Alkohlabhängigen Eltern sind für mich nicht bekannt, mit der Ausnahme von drei "asozialen" Familien.

Irgendwie wird in intakten Familien das Problem intern geöst. In meinem Bekanntenkreis.

In alten Winzerfamilien waren alle irgendwie vom Alkohl abhängig, bzw. sind damit aufgewachsen.

So hab ich schon als Kind Wein getrunken in Maßen, mit 10 schon Schnaps, war aber nie eine Schnapsnase denn ich habe den Umgang mit Alkohol gelernt und kann damit umgehen.
schlimm war nur die Zeit ab 16. Denn die Kumpels haben Alkohl über den Durst getrunken.

Das kann ich nicht.
 
Hopi -
es ist, ich sage es noch einmal, völlig egal, wie du das Verhalten deines Vaters nennst und einkategorisierst.
Was es bei dir angerichtet hat (beguck dir mal deinen Nick), ist wichtig.

Möglicherweise wärest du ohne deine alkoholbedingten Kindheitserlebnisse heute weniger ängstlich und selbstbewußter und zufriedener.

Aber beurteilen kannst das natürlich nur du selbst - auch, ob du den Wunsch hast, doch einmal Menschen, die ähnliches erlebt haben und dich ganz genau verstehen, davon zu erzählen, oder nicht. Es war nur ein Hinweis und ein Angebot, und ich halte jetzt auch die Klappe...

Grüße! CC
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich denke dass eben viele Menschen ihre Probleme nicht in der Vergangenheit ansetzten.
Dass sich deshalb wenige melden. Es ist einfacher zu pauschalisieren z.B. nach weniges Selbstbewusstsein, aber nach: Alkoholmissbrauch der Eltern?
Es gibt ja auch kein (zumindest habe ich noch kein Forum gefunden) über häusliche Gewalt - danach.
Dieses Danach ist es eben auch. Man darf in dieser Welt keine Probleme haben, schließlich sind sie ja schon rum. Das ist schon so lange her, es darf mich nicht belasten--- etc.
Da macht man sich lieber noch selbst Vorwürfe. Warum belastet mich das denn noch? Es ist doch vorbei.
So auch bei meiner Mutter - sie war/ist keine Alkoholikerin, bei Alkohol wird sie nur richtig locker und kichert nur noch - auch mal was neues, da stellt man doch gerne ein,zwei, drei Bier in den Kühlschrank-
Naja auf jeden Fall hatte/hat sie auch psychische Probleme. Aber immer wenn ich daran denke, denk ich mir: das darf dich nicht belasten. Es ist egal. Es ist nicht so schlimm. Du kannst sie dafür nicht hassen.... etc.

Ich denke das ist das Hauptproblem bei dem Forum, dass man sich selbst nicht eingestehen möchte, dass man deswegen Probleme hat. Man ist ja kein Weichei.

Viele liebe Grüße
whisperer

P.S. Ist das Forum von dir? Hab nicht genau reingeschaut, nur kurz, aber die Gedichte und die graphische Aufarbeitung gefallen mir wirklich sehr gut.
 
@whisperer -
nein, ads Forum ist nicht von mir, aber von einer Betroffenen, deren Eltern drogensüchtig waren.
Häusliche Gewalt kommt übrigens ja meistens im Verein mit Alkohol daher - wo ich davon lese, vermute ich das immer auch.

Psychisch kranke Eltern
(zB Depressive) sind eine Belastung für Kinder, die sich ebenfalls so auswirken kann wie Süchte:
Auch hier dasselbe:
Das Kind wird nicht gesehen, weil die Eltern um sich selbst kreisen (müssen) - später wird es sich wie unsichtbar fühlen und seine eigenen Bedürfnissen weder spüren noch wichtig nehmen.
Das Kind muß nicht-kindgerechte Sachen tun wie Haushalt machen, Geschwister beaufsichtigen, Eltern trösten(!) - später wird es sich in Helferberufen aufhalten und immer alles unter Kontrolle haben müssen, denn das hat es gelernt.
Das Kind hat selbst gar keine Kindheit, sondern lebt wie ein kleiner Erwachsener - später wird es schwer Grenzen setzen können, weil es seine eigenen Belastbarkeitsgrenzen nicht kennt.
Statt Schutz und Fürsorge zu bekommen, muß es das GEBEN - aber alle reden nur über die armen, armen Eltern...

Kommt dir da was bekannt vor?
LG, CupCoffie
 
Ja - kommt mir bekannt vor 😉
Und ich denke, dass man diesen Kreis irgenwie brechen kann. Bzw so umsetzten, dass dann nicht wieder die Kinder der Kinder des betroffenen das selbe erleben müssen. Zumindest hoffe ich das.
Das Forum ist trotzdem nichts für mich, ich steck ja noch in dieser Lage und versuche momentan meine Geschwister bestmöglich da zu unterstützen.

hey am besten das Forum wird nicht mit ads abgekürzt sonst muss man direkt an ads denken 😉

liebe Grüße
whisperer
 
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