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Erwachsene Tochter ignoriert jegliche Kontaktversuche

Finchen74

Neues Mitglied
Ich bin ganz neu in diesem Forum und habe mich angemeldet, nachdem ich einen Beitrag komplett durchgelesen habe und ich denke, hier neutrale Meinungen zu bekommen.
Ich bin 51 Jahre alt, körperlich eingeschränkt und habe einige körperliche Baustellen. Darum geht es aber primär nicht.

Die Tochter, um die es geht ist jetzt 27, hat eine 10 jährige Tochter und wir haben bis vor 4 Jahren zusammen gewohnt. Da meine Tochter ja noch sehr jung war als sie Mutter wurde(sie hat die Schwangerschaft verheimlicht und erst "gestanden" als der Blasensprung kam. Ich habe mich überwiegend um die Kleine gekümmert und habe meine Tochter ihr Jugend ausleben lassen( sie ist auch mehrfach für ein paar Tage unabgesprochen verschwunden). Auch ihren Schulabschluß hat sie nachgeholt. Seit ihrer frühen Jugend hat meine Tochter psychische Probleme und war auch in Therapie, hat die Therapie aber nie wirklich angenommen. Ich habe sie immer mit Samthandschuhen angefaßt und versucht sie zu unterstützen. Nach häufigen ein- und Auszügen meiner Tochter zum jeweiligen Partner und zu mir zurück, habe ich die Reißleine gezogen (durch die beiden Schlaganfälle bin ich eingeschränkt und nicht mehr sehr belastbar) und bin in eine kleinere Wohnung rund 80km weit weg gezogen. Seit dem sehen wir uns nur noch zu Feierlichkeiten, wenn ich die kleine übers WE oder in Ferien zu mir nehme oder wenn ich sie besuchen komme.Wir sind auch regelmäßig zusammen verreist.
Nun zur aktuellen Situation:
Ich war im Juli zum Geburtstag meiner Mutter zu Besuch 800km weit weg vom Wohnort. Dort bin ich aufgewachsen, jedoch als meine Tochter in die Schule kommen sollte umgezogen. Gründe dafür: Ich war unzufrieden mit meiner Arbeit, dadurch ständig aggressiv und genervt. In der Schule, die zuständig gewesen wäre, wäre meine Tochter untergegangen (Gewalt unter Schülern und Gewalt gegen Lehrer von Schülern ausgehend)
Es mußte etwas passieren und so bin ich mit meinem damaligen Partner 800km weit weg gezogen.
Sicherlich hätte es auch eine andere Möglichkeit gegeben aber ich sah das als einen Neuanfang.

Ich war nun also wieder in der alten Heimat, habe auch meine alten Freunde wieder gesehen und festgestellt, daß ich wieder zurück möchte.
Ich bin ein sehr introvertierter Mensch und finde schlecht Anschluß. Am aktuellen Wohnort habe ich außer Arbeitskollegen und Nachbarn keinerlei Sozialkontakte. Ich gehe Arbeiten, einkaufen und ansonsten bin ich im Garten am arbeiten. Glücklich und zufrieden bin ich nicht. Wenn ich überlege, daß das so bis zum Lebensende so sein soll, möchte ich das nicht. Ändern kann ich das aufgrund meiner körperlichen Baustellen allerdings auch nicht.

Ich habe also für mich beschlossen, in 3 Jahren Erwerbsunfähigkeitsrente zu beantragen und wieder zurück in die alte Heimat zu ziehen.
Das habe ich am 17.07.25 auch meiner Tochter persönlich mitgeteilt. Sie reagierte darauf erstmal gar nicht.
Dann warf sie mir vor Zitat: "erst reißt du mich da weg und jetzt verschwindest du einfach"
Wie gesagt...in 3 Jahren (erst will ich einen Kredit abzahlen und Geld für den Umzug sparen)
Ich habe zu ihr gesagt, daß sie fast 30 ist, und sie ihr eigenes Leben hat, daß sie sehr gut meißert. Daß sich für sie nichts ändert. wir können uns weiter sehen, weil ich dann ja in Rente bin und Zeit habe und wir können auch weiter zusammen verreisen.
Geplant war Ende Oktober wieder ein gemeinsamer Urlaub auf den ich mich auch schon sehr gefreut habe.
Sie sollte noch ihren Anteil am Urlaub bezahlen und hatte das erst "vergessen"
Ich habe sie mehrmals daran erinnert und bis vor meinem Heimaturlaub hat sie das auch nicht in Frage gestellt.
Seit Anfang August ignoriert sie jegliche Nachristen und Anrufe von mir. Auch meine Bitte um ein Gespräch in Ruhe wird ignoriert.
Sie war noch nie Kritikfähig und ist Konflikten immer aus dem Weg gegangen. Unangenehme Situation wurden vermieden.
Enge Freundschaften und auch Partnerschaften beendet und geghostet.
Die Kleine antwortet mittlerweile auch nicht mehr. Das belastet mich ehrlich gesagt noch mehr, da wir ein sehr enges Verhältnis haben und hatten. Ich kann aber verstehen, daß sie sich nicht einmischen oder ausgefragt werden will. Ich habe ihr geschrieben, daß ich ihr nicht böse deshalb bin, sie liebe und jederzeit für sie da bin.
Den Urlaub versuche ich gerade für die beiden zu stornieren, damit ich nicht auf den Kosten in Höhe von immerhin 2,6k sitzen bleibe.
Ich weiß nun nicht ob es sinnvoll wäre meiner Tochter einfach mal zu schreiben was sie mir mit der Aktion antut oder ob ich sie in Ruhe lassen sollte.
Ich bin absoluter Kopfmensch und sehr reflektiert. allerdings auch sehr verletzt, wütend und hilflos.
Wer bisher gelesen hat, danke 🙂

Hilfesuchenden Gruß
Finchen
 
Die Tochter, um die es geht ist jetzt 27, hat eine 10 jährige Tochter und wir haben bis vor 4 Jahren zusammen gewohnt
Wie war euer Verhältnis denn, als ihr zusammen gewohnt habt?

Seit Anfang August ignoriert sie jegliche Nachristen und Anrufe von mir. Auch meine Bitte um ein Gespräch in Ruhe wird ignoriert.

Dir wird nichts anderes übrig bleiben als das zu respektieren. Auch wenn dir das natürlich hart fallen wird. Wenn sie nicht reden will, dann will sie nicht reden.
Ist zwar schade, aber zwingen kannst du sie halt nicht.

Ich weiß nun nicht ob es sinnvoll wäre meiner Tochter einfach mal zu schreiben was sie mir mit der Aktion antut oder ob ich sie in Ruhe lassen sollte.

Die wird schon wissen, was sie dir damit antut.
Vielleicht gehts ja auch genau darum.
Wären das Fremde Leute würde ich sagen "Scheiß drauf".
Das ist aber bei der Tochter und Enkelin (die ja überhaupt nichts für all das kann) schwer möglich.
Ich würde eine letzte Nachricht schicken, so im Sinne von:

"Meine Türen sind immer für euch offen. Ich will, dass zwischen uns alles wieder gut wird"

Und dann darauf hoffen, dass sie irgendwann von selbst kommt.
 
Hallo Finchen74, willkommen hier!

Die Sache mit den Samthandschuhen war mit Sicherheit nicht so richtig hilfreich. Jetzt ist deine Tochter erwachsen und die pralle Realität muss sie selbst erziehen, du wirst da nichts mehr ausrichten.

Lass sie mal 'ne Weile einfach ihr Ding ohne dich machen.
In acht Jahren ist die Enkelin volljährig, spätestens dann kannst du zu ihr wieder Kontakt aufnehmen oder sie wird zu dir kommen.
Aber wenn du nicht den dir zwischen Erwachsenen einfach zustehenden Respekt einforderst, wird deine Tochter auf ewig mit deinen Gefühlen spielen. Einfach, weil sie weiß, es funktioniert.

Versuch mal einen neuen Weg einzuschlagen. Deine Tochter ist gewohnt, dass du alles für sie tust, nur um des lieben Friedens Willen. Tu's einfach mal nicht - wenn deine Aktionen sich verändern, müssen ihre sich zwangsläufig mit ändern.
 
Nachdem du ihr bisher eher nachgelaufen und ihr überall entgegengekommen bist, wird sie darauf warten, dass du einknickst und doch da bleibst, weil sie sonst den Kontakt verweigert. Ich persönlich würde da nicht nachgeben. Allerdings ist es auch nicht meine Familie und nur du weißt, wie stur sie ist, ob sie irgendwann einlenken würde oder ob du dich tatsächlich entscheiden musst. Sie oder Heimat.
 
Wie war euer Verhältnis denn, als ihr zusammen gewohnt habt?



Dir wird nichts anderes übrig bleiben als das zu respektieren. Auch wenn dir das natürlich hart fallen wird. Wenn sie nicht reden will, dann will sie nicht reden.
Ist zwar schade, aber zwingen kannst du sie halt nicht.



Die wird schon wissen, was sie dir damit antut.
Vielleicht gehts ja auch genau darum.
Wären das Fremde Leute würde ich sagen "Scheiß drauf".
Das ist aber bei der Tochter und Enkelin (die ja überhaupt nichts für all das kann) schwer möglich.
Ich würde eine letzte Nachricht schicken, so im Sinne von:

"Meine Türen sind immer für euch offen. Ich will, dass zwischen uns alles wieder gut wird"

Und dann darauf hoffen, dass sie irgendwann von selbst kommt.
Genau das sage ich mir auch. Ich weiß, das ich ihr immer in den A**** gekrochen bin, wenn was war, werde aber ihre Befindlichkeiten nicht mehr mitmachen. Sie ist Manipulativ und will mich damit wahrscheinlich bestrafen. Wie konnte ich auch so dreist sein eine Entscheidung für mein Wohlergehen zu treffen ohne sie vorher zu fragen oder auf sie Rücksicht zu nehmen? Mein Verstand sagt mir das alles ganz klar und deutlich. Mein Herz macht aber mimimiiiii und will sie schütteln bis sie wieder "klar denkt"und das sie damit aufhört. Eine letzte Nachricht a la Türen sind offen, wenn sie bereit ist zu reden wird es noch geben, dann ist von meiner Seite Schluss. Bringt sowieso nichts außer das ich mich aufrege und sie bekommt was sie will. Sei es narzistischer Natur oder sonstwas.
Lieben Dank für die Antwort.
 
Hallo Finchen74, willkommen hier!

Die Sache mit den Samthandschuhen war mit Sicherheit nicht so richtig hilfreich. Jetzt ist deine Tochter erwachsen und die pralle Realität muss sie selbst erziehen, du wirst da nichts mehr ausrichten.

Lass sie mal 'ne Weile einfach ihr Ding ohne dich machen.
In acht Jahren ist die Enkelin volljährig, spätestens dann kannst du zu ihr wieder Kontakt aufnehmen oder sie wird zu dir kommen.
Aber wenn du nicht den dir zwischen Erwachsenen einfach zustehenden Respekt einforderst, wird deine Tochter auf ewig mit deinen Gefühlen spielen. Einfach, weil sie weiß, es funktioniert.

Versuch mal einen neuen Weg einzuschlagen. Deine Tochter ist gewohnt, dass du alles für sie tust, nur um des lieben Friedens Willen. Tu's einfach mal nicht - wenn deine Aktionen sich verändern, müssen ihre sich zwangsläufig mit ändern.

Ganz gut eigentlich. Ich habe sie zur Selbständigkeit erzogen und sie größtenteils ihr Ding machen lassen. Sie konnte immer zu mir kommen, wenn etwas war, was sie aber nur in Notfällen tat.
 
Jetzt verarbeitet sie diese Information und wird mal anders wieder sein- derzeit gibts Denkpause und Verdau-Zeit.

Liebe Finchen, ich kann immer wieder sehen, dass reale Treffen, Augenkontakt, Gegenüberstellen total anders ist, als wenn man schreibt, denkt, fantasiert.
Deine Tochter ist dein Schatz, die Kleine auch, es wird sich alles wieder aufrichten, was derzeit geknickt ist. Frag nicht, ob du darfst, deine Liebe bleibt, auch wenn gerade nicht danach gegriffen wird. Pasta. Geh hin, bring für die Kleine eine Pizza mit und zeig kein Kummergesicht, nicht mal dann, wenn sie keine Zeit hat gerade. Versuche es dann halt nachher wieder, ohne zu bitten, weil ihr als Familie nicht bitten braucht, wenn ihr den Wunsch habt, euch zu sehen.
Schmollen und Gekränkt sein darf nicht siegen, siegen muss das Liebhaben. Beim Gegenüber stehen wirst du sehen, dass sie sich freut, so erlebe ich das immer wieder bei mir selbst, bei den anderen.
 
Jetzt verarbeitet sie diese Information und wird mal anders wieder sein- derzeit gibts Denkpause und Verdau-Zeit.

Liebe Finchen, ich kann immer wieder sehen, dass reale Treffen, Augenkontakt, Gegenüberstellen total anders ist, als wenn man schreibt, denkt, fantasiert.
Deine Tochter ist dein Schatz, die Kleine auch, es wird sich alles wieder aufrichten, was derzeit geknickt ist. Frag nicht, ob du darfst, deine Liebe bleibt, auch wenn gerade nicht danach gegriffen wird. Pasta. Geh hin, bring für die Kleine eine Pizza mit und zeig kein Kummergesicht, nicht mal dann, wenn sie keine Zeit hat gerade. Versuche es dann halt nachher wieder, ohne zu bitten, weil ihr als Familie nicht bitten braucht, wenn ihr den Wunsch habt, euch zu sehen.
Schmollen und Gekränkt sein darf nicht siegen, siegen muss das Liebhaben. Beim Gegenüber stehen wirst du sehen, dass sie sich freut, so erlebe ich das immer wieder bei mir selbst, bei den anderen.
Das habe ich auch versucht. Da im Moment Ferien sind und die Kleine oft bei Freunden hatte ich sie gefragt ob sie da sind weil ich mit ihr essen gehen wollte. Erst kam Ja, dann von meiner Tochter durch die Kleine ausgerichtet sie muß Arbeiten und hat keine Zeit. Dabei ging es gar nicht sie. Meine Tochter arbeitet sehr viel und schiebt das gerne als Ausrede vor.
 
Bei meinen Kindern ist immer wieder Sendepause, sie haben so viel zu tun, sie sind von mir entwöhnt, das tut mir auch immer wieder weh.
Bei dir ist es so, dass du sicher ein wichtiger Halt bist auch für dein Enkelkind. Da würde ich mir schon überlegen, ob das nicht noch ein Jahr verschoben werden kann, dieses Umsiedeln, weil jetzt bald die Pupertät anrollt und die damit verbundene große Unsicherheit. Du wärst eine verlässliche Bezugsperson, selbst wenn man nur weiß, dass du nahe bist, kann das sehr beruhigen.
Kannst du nicht noch warten mit deinen Plänen und deinen Mädis die Angst nehmen, indem du zuerst einmal sagst, du bleibst. Nach und nach bereite für dich alles vor inzwischen, ohne Hektik fang von hier schon mal an, dich in kleinen Schritten vozubereiten, ohne groß darüber zu reden.
Einige Jahre auf oder ab, das müsste dir ja egal sein und glaub mir, in drei Jahren kann noch so viel passieren, zb..dass ihr gemeinsam hinfährt und Besuche macht, die Tochter auch gern bleiben würde... oder sich dort verliebt usw.
Jetzt momentan ist dein verlässliches Bleiben sowieso noch dran. Du hast eh noch keine andere Wahl. Verzichte auf Reden über Fortgehen. Verzichte auf Gespräche über Probleme, erscheine kurz, in dieser kurzen Zeit sei herzlich, normal, dann erhöhe die Dosis so nach und nach wieder und fertig, alles ist wieder wie vorher.
 

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