S
Santino
Gast
Ich würde "positiv auffallen" und Sympathie nicht mit "mögen" oder gar "sehr mögen" gleichsetzen. Ich "mag" meine Studierenden nicht, man kennt sie in der Regel gar nicht so gut. Ich finde sie allerhöchstens sympathisch oder stehe ihnen neutral gegenüber. In ganz wenigen Fällen empfand ich in der Vergangenheit jemandem gegenüber Antipathie - da war dann meist ein für mich unangenehmer Habitus der Auslöser, nicht die Leistungen der Person.Ja, aber die Frage war doch, ob sie manche mehr mögen als andere. Da reicht es schon, dass nach deiner Beschreibung zumindest die erste Person positiv auffällt und die zweite eher gar nicht. Schwubs ist die Bedingung erfüllt, dass ein Professor womöglich die erste Person mehr mag.
Nein, auch das führt nicht dazu, dass ich jemanden "mag" oder gar "sehr mag".Ähnliches passiert ja auch mit der Einschätzung der Intelligenz.
Intelligenz führt nicht grundsätzlich und schon gar nicht zwingend zu Höchstleistungen. Eine hohe Intelligenz schafft nur bessere Voraussetzungen für Höchstleistungen. So sicher ist man sich in seinen Einschätzungen daher nicht.Ich zweifle nur an, ob diese Einschätzung korrekt ist. Dazu habe ich einfach viel zu viele Professoren und Lehrpersonen erlebt, die dachten, dass sie genau wüssten, was jemand kann oder nicht kann,
Das kommt aber natürlich auch darauf an, wie lange man einen Studierenden schon kennt und ob man seine Leistungen aus früheren Prüfungen bereits beurteilen kann.
Manchmal weiss man dann z.B., dass es jemand "eigentlich besser kann" und ist überrascht, dass es nicht für eine sehr gute Note gereicht hat. Das heisst aber nicht zwingend, dass man sich geirrt hat.
Auch hochintelligente Menschen müssen für Höchstleistungen arbeiten, sich anstrengen, üben, Zeit aufbringen. Es fällt ihnen leichter und geht schneller als bei durchschnittlich intelligenten Menschen, aber es fliegt ihnen nicht zu. Dann kommen noch psychische und andere Lebensfaktoren hinzu. Sicher voraussagen kann man Höchstleistungen daher nie.
Eine "weit unterdurchschnittliche Intelligenz" würde ja <50 und damit bereits eine kognitive Berhinderung bedeuten, zum Einen. Bist du dir da sicher? Zum Anderen glaube ich, dass du die kognitiven Anforderungen von Gesellschaftsspielen stark überschätzt.Sogar bei den IQ-Tests kenne ich einige Kandidaten, denen durch die Bank immer wieder bei jedem Test eine weit unterdurchschnittliche Intelligenz nachgesagt wurde. Genau diese Personen hängen mich aber bei jedem Gesellschaftsspiel, wo es um Mustererkennung, Kopfrechnen, Taktik und Geschwindigkeit geht, sofort ab, weil der Kontext ein anderer ist und sie sich nicht geprüft fühlen.
Gängige Gesellschaftsspiele benötigen meiner Ansicht nach kein sonderlich hohes Mass an Mustererkennung, Taktik oder Verarbeitungsgeschwindigkeit, meist sind sie schon für Kinder spielbar und setzen für den Spielerfolg höchstens wiederholte Einübung voraus.
Auch die Spiele, die ein gewisses Mass an Strategie erfordern, sind in der Regel kognitiv nicht sonderlich anspruchsvoll. Dazu kommt in fast allen Spielen ein Zufallsfaktor, ob man gerade die richtige Karte zieht, auf dem richtigen Feld landet, usw.
Auf die kognitiven Fähigkeiten einer Person lässt sich aus meiner Sicht vom Spielerfolg in Gesellschaftsspielen nicht schliessen.
Eine aus meiner Sicht zulässige Kritik an Intelligenzmessverfahren ist aber, dass Aufgabenstellung oft ein grundlegendes Sprachverständnis voraussetzen und z.B. Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Sprachbeeinträchtigungen oft nicht angemessen beurteilt werden können. Derartige Diskrepanzen (kognitive Behinderung im IQ-Test bei eigentlich überdurchschnittlicher Intelligenz) sollte es aber eher selten geben.
Niemand hat gesagt, dass Lehrpersonen "leicht erkennen können", wie intelligent ihre Studierenden sind. Es gibt aber Intelligenzmerkmale, die im Alltag intuitiv erkannt werden können und anhand derer eine Lehrperson nach eigenen Fähigkeiten merkt, dass Studierende intellektuelles Potential besitzen (ich würde dahingehend nicht einmal zwingend vom Intelligenzniveau sprechen, das erkannt wird, allerdings sind bestimmte kognitive Fähigkeiten in bestimmter Ausprägung ja oft eine der Voraussetzungen für intellektuelles Potential und die Frage des TE bezog sich letztlich auf das Intelligenzniveau).Ich finde das Konzept, dass Lehrpersonen also leicht erkennen können, wie intelligent ihre Studenten sind, einfach weit hergeholt.
Das hat auch niemand behauptet, sondern der TE hat gefragt, ob Professoren erkennen können, ob jemand intelligent ist. Grundsätzlich merkt man das eben an den genannten Merkmalen, allerdings achte z.B. ich als Lehrperson nicht bewusst darauf, sondern auf Inhalte, an denen dies jedoch auch oft sichtbar wird. Das war die Antwort auf die Frage des TE, keine Tatsachenbehauptung dahingehend, dass es die Aufgabe oder besondere Fähigkeit von Lehrpersonen wär, die Intelligenz der Studierenden einzuschätzen.Das ist nicht ihre eigentliche Aufgabe, wenn auch verwandt, und dazu sind sie meist auch nicht befähigt.
Hast du dich selbst durch Lehrpersonen in der Vergangenheit falsch beurteilt gefühlt? Spüre in deinen Antworten so einen emotionalen Vibe, daher die Frage.
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