Ich finde es nur schade, wenn immer gejammert wird, dass es so viele einsame Menschen gibt, gerade alte. Aber im selben Atemzug macht man ehrenamtliche Bemühungen schlecht und degradiert sie zu "Fremden", die sowieso nur den alten Leuten das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Sehr schade, finde ich.
Es tut mir leid, wenn ich fast einen Monat nachher nochmal einhake, aber es ist mir wichtig.
Ich mache ehrenamtliche Bemühungen nicht schlecht, aber ich möchte auch darstellen, warum ein Pflegeheim nicht gleich juchuh schreit, wenn sich Leute andienen, um Brettspiele zu spielen oder vorzulesen.
Es ist bei Dir in der Großstadt gewiß anders, aber die meisten Menschen, die bei uns so ins Alters- oder Pflegeheim gehen, haben ein anderes Leben hinter sich. Oft ist da ein landwirtschaftlicher Hintergrund dabei oder ein Eigenheim oder so...kurz gesagt, man ist es gewohnt, irgendwie irgendwas dahinzuwerkeln, auf irgendeine Art und Weise. Bis ins hohe Alter hinein. Ich könnte noch soviel dazu schreiben. Long story short: Die meisten Menschen dort drin leiden nicht an Einsamkeit oder mangelnder Ansprache, die meisten leiden an tödlicher Langeweile.
Nur weil man alt ist und manches nicht mehr (so) gut kann, ist man noch lange nicht nutzlos.
Ich bin Mitglied in einem Katzenhilfeverein. 2022 gab es im Energiebereich ein Preisruck und gleichzeitig stiegen die TA-Kosten, unser Verein verlor Paten, unsere Kapitaldecke war damals richtig dünn. Wir haben dann so eine Plätzchenback-Aktion gestartet und auch gleichzeitig geguckt, wie kann noch vom wem in welcher Art Geld generiert werden. Die Plätzchen kamen verschiedensten Quellen, jaja. Hier auch long story short: Altersheimbewohner stricken Socken u.a., recyceln Kleidungsstücke, stellen Tierbedarf und Tierspielzeug her...und es gibt noch mehr solche "Beschäftigungsmodi", nicht nur auf unseren Verein bezogen. Da gibt es ja noch viel mehr Möglichkeiten. Ich beschreibe es gerne, wenn es gewünscht wird.
Es gibt sogar dank dieser Post mit Herz- Idee Brieffreundschaften zwischen zwei Altersheimen, von denen ich weiß. Da schreiben sich Bewohner gegenseitig und 3-4mal im Jahr fahren die sich auch gegenseitig besuchen. Witzigerweise besteht auch die Möglichkeit, sich Karten selbst zu basteln, die auch gerne angenommen wird.
Man soll sich durchaus engagieren, aktiv oder passiv, das ist vollkommen egal, nur wei jemand alt oder vielleicht dement ist, kann man trotzdem auch für selbst echt profitieren davon.
Manche reden aber aber mit Alten wie mit Kleinkindern.
Das ist überhaupt ein ganz weites Feld. Das Wort zum Samstag.