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Endgültig mit den Eltern brechen?

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Auch habe ich irgendwann alle außerschulischen Aktivitäten eingestellt. Interessiert hat das aber offenbar niemanden, schließlich war das Außenbild ja das einer braven bürgerlichen Familie.
Mir ging es auch so ähnlich. Mein Leben bestand nur aus Schule und Nachhilfe. Ich hatte keine Freunde - wir waren von der Stadt sehr weit aufs Land gezogen und ich habe dort keinen Anschluss gefunden. Hat aber auch niemanden interessiert, auch als es mit mir richtig bergab ging, und sich manche Lehrer schon Sorgen machten.

Noch etwas zum Thema Leistung: einmal fragte ich meinen Vater verzweifelt und weinend, wann er mich den endlich mal als Mensch respektieren würde. Da sagte er: "Wenn du mal ein gutes Examen ablegst."
Und dagegen kämpfe ich seit vielen Jahren: dass Liebe an Leistung gebunden ist und ich deshalb extrem gut sein muss in allem, was ich tue. Es muss immer eine 1,0 sein, sonst...... sonst? Das versuche ich, mir abzugewöhnen. Aber es sitzt ganz tief drin.

Oft bin ich auch neidisch, wenn andere von ihrer lustigen Jugend erzählen, denn es scheint Menschen zu geben, die eine schöne, lustige Jugend hatten. Aber naja. Es hilft ja nichts. Wir können es nicht ändern, nur akzeptieren und abschließen.
Viele Grüße und dir auch viel Kraft! biancaneve
 
Hi biancaneve,
Tut mir leid zu lesen, dass du neben dem miesen Elternhaus auch noch gemobbt wurdest.
Auch da kann ich gut mit dir mitfühlen.
Es scheint als ob Leute mit schlechter Kindheit so Mobber besonders anziehen. Wahrscheinlich weil durch die suboptimale Erziehung das Selbstvertrauen dahin ist und man niemanden hat, der einen verteidigt und beisteht und sowas riechen die Mobber.
Ich durfte mir damals als ich gemobbt wurde, von meiner Erzeugerin anhören "wenn du ein bisschen mehr so wärst wie dein Bruder, würden die Leute dich auch mehr mögen." Also auch da wurde wieder mir die Schuld gegeben und damit hatte sich das Mobbing-Thema für sie erledigt. Dieses "wärst du mal mehr wie dein Bruder" durfte ich mir sowieso bei jeder Gelegenheit anhören.
Das war bei meinen Eltern immer der Vorzeigesohn mit guten Schulnoten, großem Freundeskreis und später tollem Studium und genauso toller Vorzeige-Schwiegertochter.

Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Stärke beim Durchziehen des Kontaktabbruchs und lasse dir da kein schlechtes Gewissen machen.
Whatsapp kann deine Mutter dir ja scheinbar noch schreiben. Hast du da mal überlegt, sie auch auf dem Weg zu blockieren, oder wünscht du das so, das zumindest auf dem Weg Kontakt bestehen bleibt?
Hallo Kylar,

vielen Dank für dein Mitgefühl. Das mit den Mobbern stimmt, sehe ich ähnlich. Irgendwie strahlt man wohl etwas Schutzloses aus, und da trauen sich dann alle, draufzuhauen. Es war bei mir auch so, dass auch andere Erwachsene ungestraft mit mir machen durften, was sie wollten: Freunde meiner Eltern stellten mich bloß und demütigten mich - meine Eltern standen daneben und lachten. Ein Erzieher in der Ganztagsschule (das war damals noch die Ausnahme) ohrfeigte mich und demütigte mich vor der gesamten Klasse. Alle lachten. Mein Vater: "Naja, du wirst schon was Entsprechendes gemacht haben." Ein Untermieter meiner Eltern belästigte mich sexuell. Meine Mutter: "Wie kannst du nur sowas sagen!! der xy ist ein ganz Lieber. Du lügst!" - und so weiter, und so fort...... auch heute werde ich noch oft Opfer, aber ich lerne gerade, das zu reduzieren.

Das mit dem Vergleichen ist eine ganz toxische Sache, traurig, dass du das erleben musstest. Ich habe ja jetzt schon viele Bücher über das Thema toxische Eltern, Narzissmus etc. gelesen, und das Vergleichen wurde auch genannt: das ist das Prinzip "Goldkind" vs. "Pechmarie/Prügelknabe". Das ist so gemein, was deine Eltern zu dir gesagt haben.... sei einfach mal wie dein Bruder, denn so wie du bist, wird dich nie jemand mögen. Das ist so eine Art verbale Vernichtung deiner Person. Das zerstört auch das Geschwisterverhältnis. Meinen Bruder habe ich streckenweise sehr abgelehnt, weil er immer der Liebling meiner Mutter war, das Goldkind, und er musste dafür nicht einmal besonders brilliant sein. Er hatte, wie ich, schlechte Noten und glänzte auch nicht in irgend einem Hobby. Über seine Witze lachte sie schallend, während sie es bei mir absichtlich kühl in die Ferne blickte, nicht nur bei Witzen, auch sonst. Sie schaute weg, wenn ich mit ihr sprach. Wenn ich dann unbewusst immer lauter sprach, sagte sie empört: "Jetzt schrei doch nicht so!"

Mit dem what`s app Schreiben meiner Mutter ist meine technische Inkompetenz der Grund, dass diese Nachricht mich erreicht hat. Muss ich die Telefonnummer löschen oder was muss ich tun, um sie zu sperren?

Vielen Dank für deine guten Wünsche, ich wünsche dir auch das Beste.

biancaneve
 
Hallo @biancaneve,

ich hab mich das auch vor einigen Jahren gefragt. Und gerade da man ja auch schöne Erinnerungen hat, wird es nicht leichter. Ich finde es sehr schmerzlich und traurig wie es ist, aber es ist wie es ist. Nur allein weil man sich Manches anders wünscht, wird es das leider nicht.
Ich kann für mich sagen, es war eine gute Entscheidung meine Mutter nicht mehr zu sehen. Ich finde es sehr schade und traurig und auch unnötig was sie so gemacht hat, aber irgendwie kann sie wohl nicht anders. Und sieht nicht einmal was sie gemacht hat. Das macht es auch nicht unbedingt leichter.

Jedenfalls wusste ich irgendwann, dass ich nicht mehr so behandelt werden möchte und habe den Kontakt abgebrochen. Am krassesten fand ich dann auch, dass nichtmal gefragt wurde warum ich nichtmehr komme. Und das hat mir auch gezeigt, dass kein Interesse daran besteht, das eigene Weltbild zu zerstören. Wobei das vermutlich jedem so geht.

Ich denke nicht, dass sich irgendetwas verändern wird in den nächsten Jahren. Manche sagen, dass man über 80 vielleicht nochmal irgendwo einlenkt, aber ich würde nicht drauf wetten. Ich weiß nichtmal ob ich den Kontakt irgendwann noch möchte.

Bei dir war es sicher krasser als bei mir, aber manche Dinge sind schon ähnlich. Dass sie sich für ihre Kinder aufgeopfert hat und dass wir ja so schwierige Kinder waren etc pp. All diese künstliche Drama, es war wie in einer billigen Seifenoper. Ich hätte es eigentlich lustig finden können, allerdings betraf es mich ja. ..

Naja, was soll man denn sagen? Meinst du deine Mutter wird sich irgendwann ändern? Oder meinst du vielleicht, dass du irgendwann damit leben kannst/ willst wie sie ist? Ich würd sagen schau ob du dir das weiter antun möchtest oder nicht. Aus meiner Sicht wäre die Antwort: Eher nicht.
Hallo Keep Going, vielen Dank für deine Nachricht. Ich finde mich in deinen Worten wieder. Genau so ist es - vielleicht ändern sie sich, aber eher nicht. Ich meine, dass meine Eltern sich nicht mehr ändern. Ein bisschen habe ich noch eine minimale Hoffnung, dass sie merken, dass ich es diesmal wirklich durchziehe - und dass sie das ausgelöst haben. Möglicherweise entschuldigen sie sich dann doch noch bei mir, aber ich glaube eher nicht. Wenn sie anrufen würden, sich aufrichtig entschuldigen würden und auch genau sagen würden, was sie falsch gemacht haben, dann würde ich es nochmal mit ihnen probieren. Aber das halte ich für utopisch, meine Eltern haben sich in ihrem ganzen Leben noch nie bei mir entschuldigt.
Ich bin ihnen nicht böse, sie können eben nicht aus ihrer Haut. Aber dann müssen sie damit leben, dass es ohne mich weitergeht. Es ist wahrscheinlich besser so - dass ich diesen toxischen Kontakt abbreche (und noch einen weiteren, aber das ist ein anderes Thema).

Ich wünsche dir auch alles Gute und dass du mit der Sache fertig wirst.
Grüße
biancaneve
 
Deine Eltern werden nämlich nie das sein, was du gebraucht hättest und jeder weiterer Kontakt verzögert nur die Heilung. Ich habe nämlich den Eindruck, dass du immer noch das kleine Mädchen im Inneren bist, das verzweifelt nach Liebe und Verständnis der Eltern dürstet.

Vielleicht ist noch nicht bei dir den Punkt erreicht, an dem dir dieser Schritt aufeinmal Ganz leicht fällt. War zmd bei mir so.
Ich kann dir nur empfehlen, es wirklich mit einem kompletten Kontaktabbruch zu versuchen. Das hat mir auch damals meine Therapeutin geraten und mir hat es geholfen.
Ansonsten wartet man nur immer weiter vergeblich darauf: "vielleicht entwickeln sie sich ja doch noch zu guten Eltern" und man wird immer wieder auf das neueste enttäuscht.
Auch in der psychischen Heilung wird man immer wieder zurückgeworfen. Zu Beginn hat meine Therapie, die diese Denke graderücken sollte nichts gebracht, denn kaum habe ich leichte Fortschritte gemacht, kam ein Kontakt zu meinen Erzeugern und die haben alles sofort wieder zunichte gemacht, indem sie da weitergemacht haben, wo sie vorher nach 20 Jahren Kindheit und Jugend-Indoktrination aufgehört hatten.
Zu erkennen, dass meine Eltern, nie die Eltern sein werden, die ich mir wünsche, nämlich liebende Eltern, und dementsprechend diese Menschen , zumindest meine Erzeugerin, gedanklich in die Wüste zu schicken, war das Beste was mir passieren konnte.

Hallo, ich wollte nur sagen, dass ich den Thread der TE und die Reaktionen hier sehr hilfreich finde für meine eigene Problematik. Kann man nicht 100 % anwenden, weil die Behandlung von dir durch die Eltern sicher viel schlimmer war als bei mir, aber ich habe mich in den letzten 10+ Jahren sehr häufig über meinen Vater geärgert und denke nach dem Lesen hier, dass da eine Kontaktminderung bzw. Kontaktabbruch echt das Beste ist, um mein Selbstbewusstsein dauerhafter aufzubauen und ihm dann auch mal die Meinung sagen zu können. Innerlich will ich natürlich auch noch immer irgendwie Liebe und Verständnis des Vaters haben, aber der Drang ist weniger geworden als noch vor 10 Jahren und ich habe erkannt, dass das mehr als unrealistisch ist. Mehr bringt da sicher ein Kontaktabbruch und auf sich selbst zu achten und ihm dann mal das alles zu sagen, statt runterzuschlucken, was mich an seinem Verhalten stört.

Manchmal spüre ich plötzlich heftigen Neid, wenn ich ein so vollkommen ungewohntes, echtes, hochfreudiges Lächeln im Gesicht meines Vaters sehe beim Anblick von oder dem Gedanken an Kindern aus der Familie. Frage mich dann, wann er mich je so angeschaut hat und wie lange das wohl her sein mag. Kann mich nicht wirklich an solche Situationen erinnern.
 
Kurz mal zu mir und meiner "Familie":
Mein Vater ist Anfang Juli verstorben - plötzlicher Tod.
Ich habe nicht wirklich getrauert.
Recht schnell merkte ich an mir eine Veränderung.
Mir ging es besser, ich war gelöster.
Der Druck war weg. Nein, unter Druck kann man was falsches verstehen.
Es war der Stress.
Mit meinem Vater war es für mich im Grunde immer nur Stress.
Innerlich.
Auch äusserlich, wenn er sich aufregte.
Er ist in den letzten Jahren aber ruhiger geworden gewesen (ööh, wie schreibt man das zeitlich richtig? egal)
Ich bin jetzt Ich.
Ich wusste schon lange, dass ich nicht besonders stark um ihn trauern werde.
Ich habe ihn nicht gehasst, er tat mir eher leid, und ich mir, weil wir kein gutes Verhältnis hatten.
Von unserer gemeinsamen Osteophatin hab ich gehört, dass er große Stücke auf mich hielt.
Aber es nicht äußern konnte.
Tja, Papa...
Und im Endeffekt sehe ich grade, dass mein Vater der beste von meiner Familie war (habe zwei ältere Brüder),und er hat auch viel für mich gemacht (ist ja alles relativ, aber er war nicht geizig, sagen wir mal so oder hat sich auch um Behördliches gekümmert was er von Berufswegen eh besser konnte als ich mit Depressionen), aber leider auch nur in dieser materiellen Richtung (mal mit in den Urlaub genommen, den bezahlt, Katzenpension bezahlt) (Hach, das mit dem Nicht-Geizig... naja... wie gesagt ist das ja alles relativ und ich müsste da weiter was zu schreiben... egal^^)

Mit meiner Mutter und meinen Brüdern ist es nur Katastrophe und ich werde nun mit denen nicht mehr reden.
Nur wenn es nicht absolut notwendig ist.

Also: wenn man unter Menschen leidet, egal wie oder ob sie mit einem verwandt sind:
ich würde einen Cut immer empfehlen oder halt ein spürbar lange Pause.

🙂
 
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Hallo Keep Going, vielen Dank für deine Nachricht. Ich finde mich in deinen Worten wieder. Genau so ist es - vielleicht ändern sie sich, aber eher nicht. Ich meine, dass meine Eltern sich nicht mehr ändern. Ein bisschen habe ich noch eine minimale Hoffnung, dass sie merken, dass ich es diesmal wirklich durchziehe - und dass sie das ausgelöst haben. Möglicherweise entschuldigen sie sich dann doch noch bei mir, aber ich glaube eher nicht. Wenn sie anrufen würden, sich aufrichtig entschuldigen würden und auch genau sagen würden, was sie falsch gemacht haben, dann würde ich es nochmal mit ihnen probieren. Aber das halte ich für utopisch, meine Eltern haben sich in ihrem ganzen Leben noch nie bei mir entschuldigt.
Ich bin ihnen nicht böse, sie können eben nicht aus ihrer Haut. Aber dann müssen sie damit leben, dass es ohne mich weitergeht. Es ist wahrscheinlich besser so - dass ich diesen toxischen Kontakt abbreche (und noch einen weiteren, aber das ist ein anderes Thema).

Ich wünsche dir auch alles Gute und dass du mit der Sache fertig wirst.
Grüße
biancaneve

Die minimale Hoffnung solltest du in Keim ersticken. Die meisten Eltern üben sich meisterlich in Verdrängung.

Mein Vater verdrängt bis heute was schief lief und meldet sich alle paar Monate bei meinem Mann wegen Nichtigkeit mit dem Hintergrund durch ihn Kontakt zu mir aufzunehmen.

Letztens meinte er mit Selbstverständlichkeit ich soll mich doch mal zu Geburtstag melden. Meine erste Reaktion war Lachen, aber auch Wut, dass er meint, dass ich schon noch bei ihn angekrochen komme.
 
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