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Empty Nest

Hmm.. es ist seltsam. Unsere Tochter, zu der insbesondere ich ein SEHR enges und kuscheliges Verhältnis habe, fliegt am Sonntag für mindestens 1 , maximal 4 Jahre in die Staaten und ich freue mich einfach nur für sie. Sie ist auch das einzige Kind, unser Hund schon viele Jahre tot. Ich mache mir seltsamerweise überhaupt keine Gedanken um mich oder auch darum, was ich am Sonntag wohl fühle, wenn sie sich am Flughafen zum letzten Mal zu uns umdreht und winkt. Frage mich gerade, warum das wohl so ganz anders ist als bei dir. Entweder haut es mich dann doch noch unvermittelt aus den Latschen oder aber es kommt dann wieder die Realistin in mir durch, die sich sagt, dass es ist wie es ist und dass ich da jetzt das Beste draus machen muss.. und auch werde, dass das Trauern (für mich) ein Energieräuber ist. Ehrlicherweise glaube ich tatsächlich, dass es Letzteres sein wird. Zwar werde ich gespannt abwarten bis sie sich dann später wieder meldet und verkündet, am Ort der Zwischenlandung gut angekommen zu sein, dann werde ich aber schauen, was ich noch so erledigen muss bevor ich Montag wieder zur Arbeit gehe, die mich im Moment stark fordert.

Bin ich ne schlechte Mutter, dass ich zwar schon traurig, aber doch recht zuversichtlich bin, die Zeit gut zu wuppen? Wir haben seit Jahresbeginn neue E-Bikes, wollen viel herumfahren, können ja jetzt völlig unabhängig planen, im Oktober dann noch mal in Urlaub fahren.

Und ja, ich werde trotzdem regelmäßig auf Insta schauen, in der Hoffnung, dass sie mich über ein paar Fotos an ihrem neuen Leben teilhaben lässt. Den Auftrag hat sie, denn sie hat sich ansonsten nie viel gemeldet, wenn es ihr gut ging.

Über Weihnachten kommt sie dann ein paar Wochen heim, um Mitte Januar wieder fortzufliegen. Ich glaub fast, dass ich mich daran festhalte. Es ist ja (noch nicht) für immer.

Ich bin gespannt...

Gerade kommt sie sehr häufig zum Kuscheln, Drücken, Knutschen.. das genieße ich sehr und bunkere gedanklich auf Vorrat. 😀
 
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Re: Empty Nest
Hallo beihempelsuntermsofa,

schau mal hier:
Empty Nest. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Also natürlich scherzhaft gemeint, nicht böse. Es ist aber tatsächlich so, wenn es gut läuft, meldet man sich weniger als wenn man Sorgen hat, die man besprechen will oder Hilfe von seinen Eltern braucht. Wenn sich die Kinder überhastigt melden, ist die Kacke am dampfen, wenn nichts kommt, läuft es vermutlich normal. Ich hatte auch immer das Gefühl, es wäre komisch sich zu melden ohne was zu erzählen zu haben, deswegen meldet man sich eher wenn was schlechtes oder sehr gutes passiert ist. Aber Alltag ist halt langweilig oder man hat einfach viel zu tun und Stress, dann läuft die Zeit auch schnell und plötzlich ist eine oder mehr Wochen um, bevor man sich meldet.
 
Meine Tochter denkt da tatsächlich völlig relaxed und kommt nicht im entferntesten auf die Idee, dass ich hier zu Hause vor Neugier platze. Für mich sind aber auch Sachen interessant, die für sie völlig unspektakulär sind. Und ihre Freude teilt sie dann eben lieber mit ihren Freundinnen als mit ihrer alten Mutter. Dass ich mich mehr zurückhalte und darauf vertraue, dass schon alles gut ist, daran hab ich echt arbeiten müssen. 😏 Am liebsten hätte ich jeden Tag eine Wasserstandsmeldung; unser Kind ist da sparsam bis geizig und nicht ansatzweise so mitteilungsfreudig wie Kinder unserer Freunde. Da hab ich in der Erziehung wohl irgendetwas falsch gemacht. 🤭

Aber im Ernst - ich bin gespannt ob ich das auch am Sonntag noch alles so locker sehe. Grundsätzlich kann ich schon verstehen, dass du @Frau Hempel sehr traurig bist. Das bin ich ja eigentlich auch tief in mir drin. 😏
 
Oder du hast alles richtig gemacht und dein Kind ist jetzt selbstständig 😃

Wie ist es denn mit euren eigenen Müttern? Meine Mutter ruft ihre Mutter auch nicht jede Woche an und ist öfter mal genervt, wenn es zu oft ist.

Oft fragen Mütter auch so Mutter-Sachen wie "Hast du genug gegessen? Denkst du an den Termin etc, brauchst du noch was, soll ich das und das kaufen?" Aber man ist eben kein Kind mehr. Dadurch kommt glaube ich dieses Empty Nest Gefühl, die große Lebensaufgabe ist weg und muss ersetzt werden und wenn man das schaft mit neuen Hobbys etc. dann ist es auch nicht mehr so schlimm.

Als ich in Frankreich studieren war, habe ich mich schon sehr selten gemeldet. Vielleicht einmal im Monat? Je nach Klausuren mal mehr. Inzwischen gehe ich fast jede Woche mit ihr einkaufen, weil sie nicht mehr so viel tragen kann. Meine Schwester ruft sie momentan mehrmals pro Woche an wegen dem Enkelkind, das abgeholt werden soll etc. Zwischendurch trifft man sich dann noch im Garten (ihr Hobby), wobei ich auch nicht gerne gärtner. Meine Hobbys interessiert sie nicht (Computer-Zeugs). Kinder habe ich nicht, aber ein Enkelkind ist ihr glaube ich auch genug.

Es gibt aber auch Familien, die sich öfter hören/sehen natürlich.
 
Oder du hast alles richtig gemacht und dein Kind ist jetzt selbstständig 😃
Dann hab ich auch alles richtig gemacht, so wenig wie Sohn sich meldet.
Im Moment schau ich immer mal wieder wann er zuletzt online war damit ich wenigstens sehe, dass er noch lebt.
Ihm dauernd hinterherschreiben will ich auch nicht. Und auf Insta hab ich ihn nicht. Will er nicht. Da muss ich dann seine Schwestern fragen ob es was neues bei ihm gibt.
Wie ist es denn mit euren eigenen Müttern? Meine Mutter ruft ihre Mutter auch nicht jede Woche an und ist öfter mal genervt, wenn es zu oft ist.
Meine Mutter lebt schon seit 18 Jahren nicht mehr.
Ich kann mich aber gut erinnern als ich ausgezogen bin (nur 20 km entfernt zu meinem Mann), dass ich oft ein schlechtes Gewissen hatte, Mama und Papa einfach allein zu lassen (ich bin Einzelkind und meine Eltern waren bei meinem Auszug schon Ü 70).
Aber ich weiss auch, dass man sich in jungen Jahren über vieles nicht so viele Gedanken macht wie „im Alter“. Man ist halt mit Leben beschäftigt, was aufbauen.
Z.B. den Tod eines geliebten Haustieres verkraftet man in jungen Jahren auch besser. Man hat einfach nicht so viel Zeit nachzudenken vielleicht..,
 
Im übrigen ist es vielleicht für mich auch deshalb besonders schwer, weil die Kinder meiner Nachbarn, Freunden, Bekannten entweder mit Mitte 20 noch zuhause wohnen oder höchstens in die nächste Ortschaft, die nächste Stadt (20 km), oder maximal zum studieren in die nächste Grossstadt (München, 120 km) ziehen.
 
Ich kann sonst nur sagen, dass nachdem man dann mal ne Weile alleine gelebt hat und weg war, man auch wieder zu den Eltern zurück findet. Gerade wenn die älter werden, dann will man sich auch kümmern. Aber so 5-6 Jahre musste meine Mutter auf mich verzichten.

Ansonsten sehe ich vielleicht noch ein Problem wenn ihr auf dem Land lebt?
Meine Cousine ist in einem Dorf groß geworden und zum studieren in eine Großstadt gezogen und scheint sich da besser zu fühlen als auf dem Land (Da gabs auch bessere Jobs). Die sehen sich dann natürlich auch nicht mehr oft.
 
Die Kinder meiner besten Freundin waren beide lange weit weg und sie hat sich gefreut, auch über neue Urlaubsziele, die sie dann ansteuern kann.
Eines kam jetzt zurück, weil es Nahe des Zuhauses studiert und sie meint es wäre ein komplett anderes und erwachseneres Zusammenleben, in dem sie vom Kind sehr viel mehr geschätzt wird.
 
Wie ist es denn mit euren eigenen Müttern? Meine Mutter ruft ihre Mutter auch nicht jede Woche an und ist öfter mal genervt, wenn es zu oft ist.

Das Verhältnis zu meiner Mutter ist völlig anders als das zu meiner Tochter. Wir waren uns nie sehr nah, hatten ständig Zoff. Sie war mir zu spießig, zu streng, zu dominant. Sie hatte auch überhaupt keine Probleme mit meinem Auszug- im Gegenteil hat sie den sogar noch forciert und war wohl froh, dass unsere Zankereien dadurch ein Ende fanden. Meine jüngere Schwester war ja noch zu Hause und die beiden haben sich eh viel besser verstanden. Mein Vater lebt seit 8 Jahren nicht mehr, sie ist jetzt Mitte 80. Ich fühle eine Verpflichtung, mich zu kümmern, allerdings versorgt sie sich noch weitgehend selber und wohnt auch 25 km weiter weg. Ich melde mich, wenn ich denke, dass es wieder mal an der Zeit ist und mich ein bisschen das schlechte Gewissen plagt. An Feiertagen wie Weihnachten holen wir sie zu uns; allerdings immer mit weiterer Familie. Sie alleine ist mir einfach zu anstrengend. Ich hoffe sehr, dass meine Tochter mich später mit völlig anderen Augen sieht als ich meine Mutter.
Oft fragen Mütter auch so Mutter-Sachen wie "Hast du genug gegessen? Denkst du an den Termin etc, brauchst du noch was, soll ich das und das kaufen?"
Das kenne ich von meiner Mutter auch - sie war überbesorgt - und ich fand es absolut nervig. Wenn man dann selber Mutter ist kommt man aus der Nummer aber auch nicht komplett heraus, selbst wenn man eigentlich alles ganz anders machen möchte. Ein Kümmer-Gen habe ich also auch definitiv; allerdings habe ich dann doch extrem viel anders machen wollen (und auch gemacht) als meine Mutter.

Unsere Tochter fand es glaub ich schon ganz komfortabel, dass wir ihr den Hintern so oft hinterhergetragen haben und immer wie ein Sicherheitsnetz in ihrem Rücken waren. Ich hab das aber auch sehr gerne gemacht, mit der Zeit dann aber doch gemerkt, dass ich es schon gut gefunden hätte, wenn sie im einen oder anderen Fall auch mal selber in die Puschen gekommen wäre. Ich hoffe, das lernt sie jetzt im Ausland - eigentlich weiß ich auch, dass sie es kann. "Hast du genug gegessen?" - so etwas habe ich nie gefragt, da hätte sie mich mit großen Augen angeguckt und dann wohl einen Lachkrampf gekriegt. 😆

Ich bin mal gespannt, wie es mit dem Abnabeln klappen wird und eigentlich bin ich auch ganz optimistisch. Für sie auf jeden Fall und ich gönne ihr so den Blick in ganz andere Richtungen. Ich habe damals auch mein Ding gemacht - wusste ja auch meine Elternteile noch beide in guter gegenseitiger Gesellschaft und wie gesagt war da auch noch meine Schwester.

Wo unsere Tochter studieren möchte soll sie ganz alleine entscheiden - dass es tatsächlich 4 Jahre USA werden ist eher unwahrscheinlich, da das, was sie studieren möchte, in den USA so nicht möglich ist. Zurück in Deutschland könnte sie in der Nähe bleiben, weil es hier in NRW einfach unglaublich viele Unistädte gibt. Es gibt aber auch so tolle weiter entfernt gelegene Unistädte oder auch Konzepte, die ein weiteres Auslandsjahr vorsehen - die Auswahl ist reizvoll (mein Kind fährt z. B. voll auf Bayrisch ab, Augsburg wäre auch cool).

Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass die Abnabelungsphase mit diesem Woche nun tatsächlich beginnt.

Was ich ganz sicher schon weiß ist, dass ich am Flughafen mächtig Pipi in den Augen haben werde. Das hatte ich bei allen Meilensteinen ihres bisherigen Lebens (Kindergarten, Einschulungen etc.) und erst kürzlich ganz arg im Rahmen der Abifeier bei der Zeugnisübergabe. Da bin ich ein unglaubliches Weichei - glücklicherweise fange ich mich dann aber recht schnell wieder. 😏
 
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