Ich habe deine Situation ja ein bisschen mit meiner verglichen. Ich glaube aber schon, dass es noch etwas anderes ist, ob ein Mädel geht oder ein Junge. Nicht umsonst ist es ja auch so, dass die Mädels früher ausziehen als die Jungs, die ihrerseits das Hotel Mama sehr zu schätzen wissen und sich gerne betüddeln lassen. Dann noch der Youngster - da kann ich schon verstehen, dass dir das sehr zusetzt.
Wie du das wegsteckst wird m. E. schon viel mit dir selber zusammenhängen und wie du es schaffst, deine "neue Freiheit" jetzt mit Leben und Aufgaben zu füllen. Arbeitest du? Ich bin aktuell z. B. sehr intenstiv beruflich eingebunden, so dass ich die freie Zeit, in der ich mich nur um mich (und ein bisschen um meinen Mann 😁) kümmern muss, sehr genieße. Es ist sehr ruhig geworden hier, ja, aber ich komme damit überraschend gut zurecht.
Unser Kind meldet sich auch doch häufiger als ich vermutet hatte. Sie hat eine Familiengruppe in WhatsApp angelegt und lässt uns stark an ihrem neuen Leben teilhaben. Wir bekommen immer wieder Fotos - unregelmäßig zwar und auch eher wenig Text. Aber man kann so richtig sehen, wie gut es ihr geht. Sie hat es super angetroffen und das sorgt natürlich auch noch einmal dafür, dass mir die Trennung leichter fällt. Zu wissen, dass es dem Kind wirklich gut geht in der Ferne ist ein dickes Pfund. Ab und an bekomme ich auch persönliche Nachrichten und kann auch vieles fragen. Da bin ich dann doch immer noch die "Mama", die für Spezialfragen herangezogen wird.
Vorgestern konnten wir ihr sogar beim Tennismatch gegen eine andere Uni zuschauen - es gab Kameras auf den Plätzen und somit einen Livestream. Das war richtig cool! 😃
Dass euer Hund trauert glaube ich gern; die Vierbeiner haben ja ein so großes Herz. (Wir hatten selber 15 Jahre lang einen Weimi - der ist allerdings schon viele Jahre tot). Auf der anderen Seite kannst du den ja jetzt umso mehr bekraulen. Umso mehr wird er sich freuen, wenn euer Sohn dann mal nach Hause kommt. Auf Youtube bin ich mal zufällig auf Filme gestoßen, die die Reaktion von Hunden auf amerikanische Soldaten-Rückkehrer zeigten. Die Freude war unbeschreiblich. Ich glaube auch, dass Hunde ziemlich im Jetzt und Hier leben und wenn ein adäquater Ersatz zurückbleibt, dass sie dann auch solche Verluste wie den eures Sohnes besser wegstecken.
Ich drück dir jedenfalls die Daumen, dass die Effekte im nahen Herbst weniger schlimm sind als von dir befürchtet. ✊ Unser Kind hat schon angekündigt, dass sie sich gut ein weiteres Jahr in den USA vorstellen kann. Tröstlich für mich ist, dass sie zwischendurch immer mal ein paar Wochen nach Hause kommt, wenn in den USA Semesterferien sind und die Studis den Campus verlassen müssen.