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Emotionale Unterstützung aus der Ferne

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Das kann so nicht weitergehen. Wahrscheinlich schämt sich dein Freund und will vor seinen Eltern nicht zugeben, wie schlecht es ihm geht. Das wird er aber müssen, sollen sie halt enttäuscht sein. Er kann jetzt nicht mehr.

Es liegt mir auch immer wieder auf der Zunge zu sagen "muss diese Aufgabe jetzt wirklich sein?" aber wäre das nicht schon wieder etwas übergriffig? Vor allem weil es ja gegen etwas geht das seine Eltern gesagt haben. Da komme ich ja schnell in Teufel's Küche wenn ich mich in seine "Familienangelegenheiten" einmische.
 
Ja wenn er mit seinem Studium unglücklich ist da kann er auch ein Urlaubssemester oder eine Pause einzulegen und schauen ob er als Werkstudent arbeiten will.
Ich habe auch damals mein Studium abgebrochen weil es mir schlecht ging und sich alles S**** angefühlt hat. Als ich als Wertkstudentin angefangen habe,wurde ich später übernommen. Jedoch kann es natürlich anders gehen.
Wenn er Werkstudent ist, ist er noch flexibel und kann die Arbeitstelle wechseln, wenn sie ihm nicht gefällt. Das ist find ich sehrvorteilhaft und sobald man eingelernt ist, indem Beruf kann man leichter übernommen werden.
 
Es liegt mir auch immer wieder auf der Zunge zu sagen "muss diese Aufgabe jetzt wirklich sein?" aber wäre das nicht schon wieder etwas übergriffig? Vor allem weil es ja gegen etwas geht das seine Eltern gesagt haben. Da komme ich ja schnell in Teufel's Küche wenn ich mich in seine "Familienangelegenheiten" einmische.
Es sieht so aus als ob er sich selber keine Grenzen setzen kann, wenn es ihm doch so schlecht geht? Vielleicht wäre auch dauerhafter Klinikaufenthalt besser da kann Abstand von der Familie habe und regelmäßig Therapie, wenn es geht wegen Corona.
 
Na ja, er ist Dein Freund, da hast Du schon das Recht, Deine Meinung zu sagen. Aber klar solltest Du ihn nicht zu sehr noch zusätzlich in die Lage bringen, zwischen den Stühlen zu sein.
 
Du kannst natürlich auch Deinen freund fragen, was ihm gut tut. Ihn fragen, ob er was reden will, wie es ihm geht und wenn nicht, dann was erzählen oder spielen.

Wenn ich ihn frage, was er gerne machen würde, antwortet er immer er wüsste es nicht und will einfach nur mit allem fertig sein. Meistens läuft es dann tatsächlich darauf hinaus dass ich ihm einfach irgendwas erzähle was ich gerade mache oder sonst etwas. Manchmal lässt er sich auch über eines seiner Projekte aus was ich mir gerne anhöre, weil ich weiß dass es ihm gut tut.
 
Ich denke, er will einfach nur Ruhe haben, Entspannung und keinen Stress mehr. Vielleicht wäre ein stationärer Aufenthalt wirklich das Beste, aber vermutlich wird er sich da nicht gegenüber seinen Eltern durchsetzen können.
 
Es sieht so aus als ob er sich selber keine Grenzen setzen kann, wenn es ihm doch so schlecht geht? Vielleicht wäre auch dauerhafter Klinikaufenthalt besser da kann Abstand von der Familie habe und regelmäßig Therapie, wenn es geht wegen Corona.

Das habe ich tatsächlich auch schon überlegt. Hierzulande gibt es leider kaum solche Optionen und es ist eine Horrorvorstellung für ihn. Es ist hier grundsätzlich so dass klinische Aufenthalte auschließlich als allerletzte Lösung angesehen werden also für Menschen die ansonsten eine akute Gefahr für sich oder andere darstellen. Selbst ambulante Therapeuten zu finden ist hier außerordentlich schwierig. Er hatte eine Therapeutin hier am Studienort aber bei ihm auf dem Land sind Therapeuten extrem rar.
 
Ich denke, dass so eine gute Mischung aus Anteilnahme und Ablenkung ihm vielleicht gut tut. Also nicht zu besorgt fragen: wie geht es, sondern etwas lockerer fragen. Und die Therapie sollte er auf jeden Fall weiter machen, da sollte er mit seinen Eltern reden und da zu stehen.

Ja, ich werde auf jeden Fall versuchen weniger besorgt zu klingen und positive Momente so lange wie möglich auszukosten. Ich werde ihn auch fragen ob er nicht doch nochmal seine alte Therapeutin kontaktieren kann - vielleicht macht sie ja inzwischen ein Onlineangebot. Ich werde versuchen ihn dazu zu ermutigen, auch wenn ich weiß, dass es trotzdem für ihn sehr unangenehm wäre im eigenen Haus an der Therapie teilzunehmen.
 
Zu dem Arbeiten noch mal:
So richtig fette Depressionen fühlen sich wie Überdruck an, als wenn man platzt. Man hat Hitze ohne Ende, will vor sich weg laufen, was aber nicht geht, kriegt keine Luft, und alles was man raus pressen kann ist Schnupfen, Schweiß , Tränen und Kot/Urin. Die Krampferei im Hals tut dann auch noch weh dazu, und die Gedankenkarusselle und der Schlafmangel geben einem den Rest. Rein mechanisch geht etliches noch, am besten so lange, bis man erschöpft ist und: endlich ein paar Stunden Ruhe bekommt.
Schlecht ist natürlich, wenn man jung und in guter Verfassung ist, denn dann muss man länger durchhalten.
Ich hab damals kurze Zeiten der "Erholung" gehabt, wenn ich gelaufen bin, am besten schneller als ich konnte.
Alles andere ging nur, wenn Schmerz dazu kam. Zum Beispiel bei schnellen, anstrengenden Auto-Reparaturen, wo einem die aufgeweichten Finger und umögliche, jedoch gewollt anstrengende Haltung einfach nur weh tun. Allerdings bekommt man Muskeln davon.
Gesellschaft ging zuletzt nicht mehr: das starke Kneifen in den Arm oder Hals hat nicht weh genug getan, es kam wieder dieser Druck, der fast an Panik grenzt und einen zur Flucht veranlasst.
Insgesamt war damit Anstrengung schon ok, und Gesellschaft geht, wenn man sich bewegen kann, bücken, wegdrehen, ausweichen. Katastrophe ist Sitzen am Tisch.
Danke für die eindrucksvolle Beschreibung, funktioniert zwar sicher nicht bei jedem, aber toll, dass du einen Weg gefunden hast.

TE, bei deinem Freund seh ich nur die Möglichkeit, dass er seinen Eltern reinen Wein einschenkt, dass er komplett überfordert ist. Dann ist er momentan zwar nicht mehr der strahlende Hoffnungsträger, aber damit müssen sie dann halt eine Weile leben. Er braucht Hilfe.
 

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