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Eltern brauchen als Erwachsene

Hey,

es ist völlig normal und in Ordnung, sich auch im Erwachsenenalter noch an die Eltern zu wenden, wenn es einem schlecht geht. Es ist sogar wichtig, ein soziales Netz zu haben, auf das man sich in schwierigen Zeiten verlassen kann.

Deine Freunde und deine Mutter sind da, um dich zu unterstützen. Es ist nicht egoistisch, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du sie brauchst und das ganz klar so zu sagen. Deine Mutter hat dir signalisiert, dass du dich mit allem an sie wenden kannst. Es ist daher legitim, von ihr Trost und Halt zu erwarten, wenn du dich überfordert fühlst.

Es ist auch verständlich, dass du in dieser stressigen Situation nicht alleine funktionieren möchtest. Es ist okay, sich manchmal schwach zu fühlen und Hilfe zu benötigen.

Dein Vater hat zwar insofern Recht, dass du als Erwachsene eigenständig sein solltest. Das sehe ich auch so, wenn ich ein Mann bin. Es ist aber auch wichtig, die andere Seite, also nicht seine Männlichkeit sondern auch seine Weiblichkeit zu verstehen. Hier verstehe ich, dass du in einer schwierigen Situation bist und gerade definitiv Unterstützung brauchst.

Es gibt um das mal klar zu sagen kein festes Alter, bis zu dem es legitim ist, die eigenen Eltern noch zu "brauchen". Auch bei mir, wo es keine Eltern gibt und ich nicht das erwarten könnte, was du erwarten kannst. Bei mir gab es also nie eine Familie, oder solche Möglichkeiten. Ich war immer, alleine selbst nach meinem Suizid kam keiner.

Es ist eben individuell verschieden, wie lange man die Unterstützung der Eltern benötigt.
Menschen wie ich, können sie sich nur wünschen... also ich hätte gerne gerade deine Probleme, weil das würde heißen, meine Eltern wäre noch da.

Liebe Grüße
 
Es klingt nach völliger Überlastung für alle (ich denke, such an deinem Vater geht all das nicht spurlos vorüber) und zum Teil selbstgemacht:

Einen Pflegeheimplatz möchte meine Mutter aber (verständlicher Weise) nur, falls etwas sehr gutes frei wird.

Ist denn da etwas in Aussicht? Ab wann wäre gut gut genug?
Manchmal gilt es einfach Prioritäten zu setzen und es bringt niemandem etwas, wenn man sich selbst an den Rand seiner Kräfte manövriert und am Ende selbst krank ist.

Ein Angehöriger von mir ist in einem gesundheitlichen Zustand, in welchem er zu Hause nicht versorgt werden könnte.
Die Frage nach einer Auswahl des Platzes, nach langer Suche, stellte sich so nicht, es brauchte eine Lösung.

Und wenn einer am Zahnfleisch robbt, braucht es auch eine Lösung! Weitersuchen kann man wenn nötig immer noch. Vielleicht ist die gefundene Lösung aber passender als man dachte.

Beim Gefühl von Überforderung und Gesprächsbedarf ist z. B. der Sozialpsych. Dienst eine Anlaufstelle, oder auch die Beratungsstelle der Caritas.
Manchmal erhält man da auch ganz praktische Unterstützung.

Lernen ist effektiver, wenn man sich auch bewusst Auszeiten nimmt, Sport treibt, für Entspannung sorgt, der Seele Gutes tut.
Prüfungsphasen sind stressig, aber wenn du derart an deine Grenzen kommst, solltest du etwas verändern, andere Ansätze als Ausgleich als bisher probieren und auch checken, ob du dein Lernen anders strukturieren solltest.
 
Ich schließe mich @Ausnahmsweise an. Das klingt nicht gut.

Meine Kinder helfen mir auch, kaufen für den Opa ein oder gehen gelegentlich ! Mal mit ihm zum Arzt. Mehr will ich nicht. Sie sollen sich auf ihr Studium und ihr Leben konzentrieren.

Ich weiß, es ist schwer, die Grenze zu finden zwischen Fürsorge und eigener Überlastung.

Du solltest wirklich anregen, ob eine Lösung gefunden werden kann, die euch alle etwas mehr entlastet. Bald!
 
Am Ende bestimmt der Pflegebedarf ob die Oma ins Heim muss oder nicht. Ob die Einrichtung dann gut oder schlecht ist, kann man vorher nur sehr bedingt prüfen. "Sehr gut" wird sie aber nicht sein, denn dann müsste man privat zuzahlen oder ist ganz Selbstzahler. Es hängt auch vom Krankheitsverlauf ab, den kann das Heim nicht beeinflussen, egal wieviel Personal sie haben.

Trotzdem kannst du dich an deine Mutter wenden, egal wieviel sie um die Ohren hat. Ich weiss auch gar nicht ob es gut ist, wenn man sie von deinen Anliegen verschont. Damit hält man sie noch mehr in diesem Pflegehamsterrad drin, das am Ende jeden frisst.
 
Ihr seid allgemein in einer schweren Situation und das hört sich für keinen der Beteiligten gut an, da jeder aus seiner Komfortzone mehr als rauskommen muss.

Für dich selbst fällt mir da nur eine Sache ein, sorg dafür das du genügend Ausgleich hast. Es bringt nichts es jedem recht machen zu wollen und zu viel Zeit fürs Lernen zu investieren, wenn das Gehirn nicht mal abschalten kann.
Das ist Kontra für dich und deine Zukunft.
Das du dich daher derzeit rausnimmst ist nicht nur verständlich sondern auch richtig. Auch wenn es egoistisch ist, Ist es das einzig richtige für dich.
Und da ist es auch richtig und in Ordnung wenn du deiner Mutter einfach mal nicht zuhören kannst. (Heißt nicht sich komplett rauszunehmen sondern auch mal auf sich zu achten)

Gibt es andere Verwandte die deiner Mutter helfen können? Bspw. Onkel/Tante oder Enkelkinder?

Du schreibst es ja schon selbst, dein Vater ist nicht gut darin Emotionen zu erkennen bzw richtig drauf zu reagieren, das ist aber in Ordnung, da er für dich da ist wenn du ihn aktiv drauf ansprichst. Und hier liegt auch der Knackpunkt, sprich ihn offen drauf an, das hilft ihm ggf auch in der Hinsicht “besser” zu werden.
Das würde deiner Mutter auch helfen, auch wenn es nicht ganz das ist was du dir wünschst, muss man in der Ausnahmesituation gucken das man niemanden zu sehr belastet.

So blöd sowas immer ist, ist ein Pflegeheim eine Option?
Ich kann mich hier nur an die Situation meiner Oma erinnern, sie ist nachher auch in die Pflege gekommen, auch aus dem Grund das ihre Kinder das nicht mehr Stämmen konnten. Wir Enkel haben zwar auch unterstützt, aber irgendwann geht es leider nicht mehr.
 
Naja, sie ist eine erwachsene Frau die ihre Grenzen ja auch kommunizieren kann, wenn es gerade nicht passt. Und sie sagt ihrer Tochter ganz klar, dass sie grundsätzlich immer zu ihr kommen kann. Ich bin mir absolut sicher, dass sie das auch so meint. Ich kann mir sogar vorstellen, dass sie traurig wäre, wenn ihre Tochter ihr aus falscher Vorsicht versucht weniger zu erzählen. Und wenn die Mutter gerade unpässlich ist, wäre es nicht an dem Vater die Tochter etwas aufzufangen und damit die Mutter zu entlasten? So macht man das doch in einer Familie 🙂
Danke, du sparst mir den eigenen Beitrag 😉
Besser hätte ich es nicht formulieren können.
 
Ich habe verstanden, dass du jetzt gerade einen Peak im Studium hast, aber ein Ende in Sicht ist. Da finde ich tatsächlich wichtig, dass du dich auf deine Bedürfnisse konzentrieren kannst, nehme aber auch wahr, dass dir das - wenn auch über Diskussionen - zugestanden wurde. Trotzdem sollte auch immer noch Raum bleiben, um Unvorhergesehenes besprechen zu können wie z.B. das aktuelle Problem.

Wenn für dich nach Abschluss deiner Prüfung wieder ein Normalzustand erreicht wird, solltet ihr kritisch reflektieren, ob ihr den wuppen könnt oder ob das weiterhin nur auf dem Zahnfleisch geht. Falls Letzteres der Fall ist, wäre es sinnvoll zu überlegen, welche Optionen es gibt. Habt ihr z.B. alle staatlichen Unterstützungsleistungen ausgeschöpft und auch die der Kranken- bzw. Pflegeversichrung?
Natürlich wünscht man sich für seine Lieben nur das Beste. Wenn man dabei aber selber vor die Hunde geht ist damit niemandem gedient.

Du solltest dir auch vor Augen führen, dass auch irgendwann deine Eltern so alt sind, dass sie Unterstützung benötigen. Es sollte m. E. nicht so sein, dass du die besten Jahre deines Lebens vornehmlich für Pflege aufwendest. Wenn deine Eltern das von dir erwarten, dann läuft bei aller Liebe etwas falsch. Klärt rechtzeitig die Erwartungshaltungen. Das erspart später viel Kummer.
 
Hallo @Blume4554
Dein Beitrag hat mich sehr berührt. Du machst dir viele Gedanken und schreibst verantwortungsvoll und liebevoll über deine Eltern. Ihr habt vermutlich eine nahe Beziehung.

Hast du inzwischen mit deiner Mutter gesprochen? Klar, sie ist belastet, aber ich sehe es da ähnlich wie du: Du belastest sie vielleicht mit deinen Dingen gar nicht, sondern lenkst sie eher ab.
Eine Demenz ist eine schwere Erkrankung. Meine Eltern konnten noch nicht mal meine Oma im Heim besuchen, das hab ich dann getan.
Wäre ich eine Mutter, würde ich mich freuen, wenn meine Tochter zu mir kommt. Das zeigt doch
auch, dass du Vertrauen in sie hast - In Ihr Zuhören, ihr Dasein, Ihre Ratschläge. das hat auch nichts
mit dem Alter zu tun. Du bist ihr Kind. Bei uns war das eher immer umgekehrt: Meine Eltern brauchten
das Gefühl, dass ich sie brauche, weil sie kaum ein eigenes Leben haben.
Schreib doch deine Mutter noch mal eine SMS oder Mail, dass du ihre Meinung und Anteilnahme sehr schätzt und wann sie Zeit hätte, mal mit dir zu sprechen.
Alles Gute!
 
Einen Pflegeheimplatz möchte meine Mutter aber (verständlicher Weise) nur, falls etwas sehr gutes frei wird.
Das ist nun nicht dein Problem, sondern das deiner Eltern, aber Pflegegrad 4 und starke Demenz geht mit "Betreutem Wohnen" sowieso nicht zusammen. Und wenn man wartet, dass was "sehr gutes" (haben deine Eltern da überhaupt was Konkretes im Auge?), hat man sich vorher kaputtgemacht. Wenn deine Eltern, was sehr verständlich ist, durch die Pflegesituation überfordert sind, sollten sie rasch eine Lösung suchen, und die Lösung bist nicht du. Auch dann nicht wenn du deine Prüfung gemacht hast.
rede aber fast jeden Tag über die gesamte Thematik, oft hat meine Mutter mehrmals am Tag Redebedarf und dann versuche ich auch, mir die Zeit zu nehmen. Manchmal signalisiere ich aber ehrlich gesagt auch, dass es in dem Moment nicht passt,
Na also, dann mach es doch genauso: Rede mit deiner Mutter über das was dich bedrückt und wenn sie gerade nicht aufnahmefähig ist, kann sie ja ebenfalls signalisieren dass es im Moment nicht passt.
 

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