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Einladung zum Vorstellungsgespräch: Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten

seeker95

Mitglied
Hallo,

ich habe mich letztes Jahr 2015 (immer noch dieses Schuljahr) für eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in einer Großtstadt beworben, bin zum Einstellungstest eingeladen worden und nun habe ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Nur eine Stunde wird sie dauern. Dort ein Mal hinzufahren mit dem Zug, dauert zwei einhalb Stunden, also Hin- und Rückfahrt zusammen 5 Stunden + laufen.
Der Termin ist an einem Mittwoch.

Das Problem ist nun, dass der Termin genau auf die Woche fällt, wo ich eigentlich Klassenfahrt nach Berlin hätte.
Das Vorstellungsgespräch ist an einem Mittwoch. Die Woche Klassenfahrt wäre in derselben Woche von Montag bis Freitag. Genau mittendrin hängt das Vorstellungsgespräch. Ich habe 170,00 Euro für die Fahrt gezahlt, die Rückbuchung ist nicht mehr möglich. Bei der Klassenfahrt hätte ich die Chance gehabt, einen Fuß in den Bundestag zu setzen und ins Bundeskanzleramt, wo normale Leute nicht hinkommen und den ein oder anderen Politiker würde ich da treffen.

Dass ich mich auf die Ausbildung beworben habe, war Zufall. Ich hatte die Stelle online offen gehabt und bis zum vorletzten Tag vor Ablauf der Frist gewartet, bis ich meine Bewerbung dann doch am letzten Tag vor Fristablauf abgeschickt hatte. Man muss auch sagen, dass die Stadt, für die ich mich beworben habe, nicht meine Traumstadt. Doch zu dem Zeitpunkt waren andere Städte, wo ich mich lieber bewerben würde, mit ihrer Bewerbungsfrist schon lang fertig gewesen - war also zu spät dran gewesen. Die Zeit davor war ich damit beschäftigt gewesen, mich für Nebenjobs zu bewerben

Dieser Beruf ist auch nicht mein Traumberuf, aber da ich noch immer meinen Traumberuf nicht kenne, habe ich mich darauf beworben. Außerdem hatte ich schon mal ein Praktikum in dem Feld gehabt, im Landratsamt.
Es war nicht der Hammer gewesen, aber ich habe mich in den Räumen wohl gefühlt und mit einer Routinearbeit kann ein Mensch trotzdem leben.

Ansonsten würde ich studieren gehen Informatik. Aber was das betrifft, weiß ich nicht, ob ich das Studium durchhalten würde. In Mathe war ich fürs Fachabitur nie gut gewesen, hatte laufend 4er und für meinen Abschluss hatte ich mich so sehr ins Zeug gelegt, dass ich denke, bei der Abschlussprüfung muss ich eine 2 gehabt haben, sonst wäre ich nie auf eine 3 im Abschlusszeugnis in Mathe gekommen.

Wenn ich das Informatikstudium nicht packe, wenn ich das im nächsten Schuljahr merke, wäre ich 22 und hätte noch immer nichts Festes in der Tasche. Ich möchte Informatik studieren, weil ich mich besser mit Computern auskennen will und wie sie funktionieren. Ich kann mir auch vorstellen, andere wegen Computerproblemen zu beraten. Im Moment kann ich nichts, was Informatik betrifft, aber während eines Studiums würde sich das sicher ändern. Andere Anhaltspunkte, was ich sonst studieren möchte, habe ich nicht.

Vielleicht noch Chemie. Aber Physik mag ich nicht. Politik auch nicht. Bwl eigentlich auch nicht, da war ich an der Fachoberschule noch schlechter gewesen, als in Mathe. Obwohl in in der Realschule in BWR bis auf die Abschlussprüfung fast nur 2er hatte und gelegentlich mal eine 3. Und mit meinem Fachabitur von 3,1 kann ich mit einem "Wunsch"studium nicht wählerisch sein. 3,1 ist kein guter Schnitt.

Ich möchte meine Lebenszeit einfach nicht verschwenden.
Ich habe oft das Gefühl, dass ich im nu 30 werde.

Mein ursprünglicher Plan war es gewesen, zum Vorstellungsgespräch zu kommen, wenn ich angenommen werde, noch eine oder zwei Wochen überlegen und dann endgültig zu sagen, ob ich studieren will (und der Ausbildungsstelle absagen) oder dort bleiben möchte. Ein Verwaltungsfachangestellter zu sein erscheint mir als ein sicherer Job, da die Zahl der Flüchtlinge ansteigt und das dann mehr Arbeit gibt. Außerdem denke ich, eine wachsende Stadt braucht auch mehr Verwaltungsfachangestellte.

Aber dann die Fahrt sausen zu lassen... Ich habe mich monatelang auf sie gefreut. Monatelang.
Mein Geburtstag ist praktisch ein Tag vor der Fahrt und es war wie mein Geburtstagsgeschenk.

Meine Eltern sagen mir, ich soll zum Vorstellungsgespräch kommen. Sie sagen mir, ich würde eine Chance verpassen. Nicht jeder der will, kann beim Staat arbeiten. Sie sehen es als Ehre an, für den Staat zu arbeiten.
Sie sehen es auch als sicheren Arbeitsplatz an, beim Staat arbeiten zu "dürfen". Eine leichte Bürotätigkeit, die gut für die Gesundheit ist. Sie glauben nicht daran, dass ich ein mathematisches Studium schaffen würde. Und ich selbst weiß es ehrlich gesagt auch nicht. Eine alte Dame mit 25, die ausstudiert ist aber das mit schlechtem Abschluss würde keiner mehr nehmen.Und wenn ich nochmal wechseln würde, wäre ich dann schon 23 oder 24 und bis ich ENDLICH mal eine Arbeit hätte wäre ich vermutlich erst 27/28.


Wenn ich höre, dass die eine oder der andere aus der Nachbarschaft und dieses und jenes erreicht hat und ich blicke auf mein Leben und sehe, dass ich beruflich noch nichts zustande gebracht habe, dann nagt das an mir.

Ich bin einfach nur verzweifelt. Ich will doch unbedingt zum Vorstellungsgespräch und wissen, ob sie mich genommen hätten. Ich will auch unbedingt einmal versucht haben, Informatik zu studieren. Ich möchte auch den Bundestag und das Bundeskanzleramt von innen sehen und eine schöne Zeit mit meinen Mitkameraden verbringen. Eine Woche, das Geburtstagsgeschenk, worauf ich mich schon so lange gefreut habe.

Was soll ich jetzt tun?
Wie wahrscheinlich ist es, dass ich das Vorstellungsgespräch auf eine Woche danach verschieben kann?

Mir wäre jeder Termin recht, selbst wenn ich für einen Nachtermin um 3:00 Uhr in der Nacht kommen sollte, würde ich kommen. Jeder einzelne Tag, jede Uhrzeit wäre mir recht, selbst ein Sonntag wäre in Ordnung
- wäre der Termin nur nicht genau in DIESER Woche.
 

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bird on the wire

Aktives Mitglied
Daß Du das Vorstellungsgespräch verschieben kannst ist eher unwahrscheinlich.

Bei einem Vorstellungsgespräch im öffentlichen Dienst sitzen locker 4 - 6 Mitarbeiter am Tisch. Die trommelt man nicht mal eben so zu einem neuen Termin zusammen. Da werden ein oder zwei Tage für die Vorstellungsgespräche geblockt, ein Gespräch nach dem anderen geführt und danach wird eine Person ausgewählt. Das Prozedere bis zur endgültigen Entscheidung dauert danach sowieso noch mit Dienstweg, Einbindung Personalrat etc.

Ich finde es übrigens sehr unfair, ein Vorstellungsgespräch bereits in dem Wissen wahrzunehmen, daß man sowieso absagen möchte, aber mal gucken will, ob man genommen worden wäre. Das stiehlt den Beteiligten nur die Zeit, ist unproduktiv und nimmt anderen tatsächlich interessierten Bewerbern die Chance.
 

seeker95

Mitglied
Ich hatte noch nie weder ein Einstellungstest mitgemacht, noch war ich bei einem Vorstellungsgespräch dabei gewesen. Deshalb ist es mir wichtig, darin einmal die Erfahrung gemacht zu haben.
Die Verwaltungsrichtung ist das eheste, was ich mir vorstellen kann, deshalb habe ich mich dafür beworben.

Wenn man noch nicht weiß, was man werden will, kann man ja trotzdem nicht ewig warten bis es Klick macht.
Wann kommt dieses Klick also? Keine Ahnung! Mir ist klar, dass es unfair gegenüber anderen Bewerbern ist, die wirklich wissen, dass Verwaltungsfachangestellter ihr Beruf ist, aber mit irgendetwas muss ich schließlich anfangen. Sonst könnte ich die nächsten Jahre auch damit verbringen keine einzige Bewerbung für überhaupt einen Beruf zu verschicken.

Von den Nebenjobs die ich gemacht habe, weiß ich zumindest, dass ich nicht in die Gastronomie will.
Altenpfleger auch eher weniger, damals hat mir das eine Praktikum nicht gefallen.

Von einem Vorstellungsgespräch erhoffe ich mir auch, mehr über mich selbst zu erfahren, durch die Bewertung, die ich am Ende von den Einstellern erhalten werde, wie auch immer sie ausfallen mag.
 
G

Gast

Gast
Das ist wirklich schwer zu entscheiden. Aber ich würde fast eher dazu tendieren, dir zu raten an der Klassenfahrt teilzunehmen. Ich bin 30, viel Beruferfahrung hab ich leider auch noch nicht, aber es läuft dennoch im Moment gar nicht so schlecht bei mir. Ich fühle mich mit 30 psychisch z.B. viel stabiler als mit 26. Nimm an der Klassenfahrt teil und häng dich dann erstmal in das Informatikstudium rein! Der Verwaltungsberuf scheint eher ne Notlösung bei dir zu sein.
 
G

Gast

Gast
Informatik / Chemie sind mit die schwersten Studien Fächer.
Mache da erst mal eine Lehre als Informatiker, da fallen schon über 70 % aller durch.
Ausbildung Informatiker/in EFZ (Grundbildung)
Dann im Job( wenn du gut ) wird dir das Studium vom Arbeitgeber finanziert.
Mache das grade hier als Master Studium, bin bei der Telekom in Essen angestellt: https://www.hft-leipzig.de/
Ps; Habe schon in der Lehre parallel ein Bachelor Studium ( Informatik Netzwerk Software Entwicklung ) gemacht.
 
G

Gast

Gast
Wenn dir jetzt schon nicht klar ist, das der Beruf / Ausbildung wichtiger ist wie 170 Euro und eine Woche Klassenfahrt, was dann?
Mache erst mal eine Berufsausbildung, wovon willst du ein Studium finanzieren, das ja erst mal abgeschlossen werden muß?
Und dann eine Stelle zu bekommen, da sind die welche Schon eine Ausbildung als Informatiker / Chemiker gemacht haben dann durch Studium weit voraus....
 

Kätzin

Aktives Mitglied
Hallo,

ich bin seit Jahren als Verwaltungsfachangestellte in der Verwaltung einer Großstadt tätig.

Zuerst mal: Du schreibst von 'leichter Bürotätigkeit'. Das ist der Beruf aber nicht. Natürlich findet die Arbeit - mit einigen Ausnahmen - im Büro statt. In einigen Bereichen kommt Außendienst hinzu. Aber 'leicht' sind die Tätigkeiten sicherlich nicht. Die Arbeitsbelastung ist eigentlich in fast allen Bereichen sehr hoch. Die Anforderungen sind hoch. Es wird viel theoretisches Fachwissen gebraucht.

Zu deinem eigentlichen Problem:

Wenn du das Vorstellungsgespräch wirklich wahr nehmen möchtest und dir vorstellen könntest die Ausbildung zu machen dann rufe zeitnah in der Stadtverwaltung an und erkundige dich nach einem Ersatztermin. Ich sehe durchaus das Argument mit der bereits bezahlten Klassenfahrt. Du würdest viel Geld verlieren wenn du die Fahrt einfach nciht antreten kannst. Auch die Mitarbeiter im Personalamt waren mal in der Schule.
Du solltest aber zumindest schon Interesse haben. Wenn du natürlich schon jetzt sagst, dass du grundsätzlich absagen würdest, dann solltest du nicht um einen Ersatztermin bitten. Es wäre schon unhöflich wenn andere für dich einen Termin finden, du aber schon weißt, dass du ohnehin absagen wirst.
Auch in Verwaltungsbereich werden gute Azubis dringend gesucht.

Es gibt übrigens auch Studiengänge in Verwaltungsinformatik oder Wirtschaftsinformatik. In diese Richtung könntest du dich auch informieren.
 

seeker95

Mitglied
Das Studium werde ich durch Bafög finanzieren und durch Nebenjobs.
Wenn ich mich für ein Informatikstudium entscheide, ist das mein zweites Studium, nachdem ich das Jetzige abbreche. Man kann ein mal wechseln. Ein drittes Studium nach einem zweiten abgebrochenen Studium kann nicht mehr durch Bafög finanziert werden, wie es mir gesagt wurde.

An Kätzin:

Ich hoffe, dass du Recht hast und ein Ersatztermin in Ordnung geht. Ich dachte nämlich, das ginge nicht, weil vielleicht beim Vorstellungsgespräch ein Part drankommt, wo man mit Mitbewerbern ein Thema diskutieren muss.
In dem Fall würde man nur wegen mir keinen Ersatztermin machen, sonst müssten die paar Mitbewerber auch auf den Ersatztermin und wenn da einer verhindert ist...

Es ist nicht so, dass ich mir die Ausbildung nicht vorstellen kann. Damit kann man leben.
Bürgerkontakte sind kein Problem. Wenn sich einer in der Behörde verirrt hat zeige ich ihm gerne den Weg.
Und wenn jemand die Formulare nicht versteht, werde ich sie ihm erklären (sobald ich es gelernt habe).
Die Welt ist groß. Das Berufespektrum ist breit.

Aber wie gesagt, die andere Option die da wäre...
Am liebsten würde ich ein Informatikstudium in Angriff nehmen und mir viel Mühe geben. Wenn es wirklich nicht anläuft mich nochmal auf eine Ausbildung bewerben. Dann hat sich die Sache mit dem Studium erledigt und ich bin zufrieden mit dem Thema. Aber in dem Fall wäre ich wohl bei den Behörden unten durch... oder kann sie eine Absage von vor zwei Jahren wirklich vergessen?

Verwaltungsinformatik hört sich nicht schlecht an.
 

Biddi

Sehr aktives Mitglied
Liebe seeker.

ich bin etwas verwirrt von deinen Reden.

1) was studierst du derzeitig?
2) Klassenfahrten nach Berlin macht man in der 9/10. Klasse.......
3) Hast du dich über Studieninhalte und -anfordrungen von Informatik informiert?
4) warum Bewerbung für eine Ausbildung, die dicht interessiert?
 

seeker95

Mitglied
Hallo Biddi.

1.) Ich gehe auf eine Fachakademie und studiere Fachübersetzen.
(Fachakademie - diese Schulform gibt es nur in Bayern. Ob es ein Studium oder mehr eine Ausbildung ist, ist für mich umstritten, da kein Studentenwohnheim mich aufnehmen wollte, als ich denen erzählte, ich gehe auf eine Fachakademie. Für die war ich kein Student, obwohl auf der Website der Akademie klar Studium steht, jedoch sich nicht das Wissenschaftsministerium sondern das Kultusministerium sich um die Akademie kümmert. Kompliziert. Theoretisch kann man nach 3 Jahren einen Abschluss als staatlich anerkannter Übersetzer machen und nach 3 1/2 oder 4 Jahren noch einen Bachelor anhängen.
Das nur so nebenbei.)

2.) Das mit der Fahrt habe ich vielleicht nicht genau genug erklärt. Die Fahrt ist eine landeskundliche Fahrt, für die sich jeder von allen drei Jahrgangsstufen eintragen kann, der Interesse daran hat. Ein paar aus meiner Klasse haben sich auch dafür eingetragen. Unter anderem besuchen wir den Bundestag und das Bundeskanzleramt.

3.) Ich habe mich schon etwas informiert. Ich war in den Herbstferien an einer Hochschule und habe in ein paar Vorlesungen geschnuppert, Mathe 1, Theoretische Informatik, Grundlagen der Informatik und Programmierung.
Grundlagen der Informatik (es ging um Gatter und die zu zeichnen macht Spaß) und Programmieren mochte ich. Theoretische Informatik eher weniger, da war mir nicht ersichtlich wofür das gut sein sollte, da war ich ziemlich schockiert. Chinesisch in einer völlig neuen Ebene. Mahte 1 war logischer als Theoretische Informatik. Als ich den Dozenten darauf ansprach hat er gemeint, ich könne das alles jetzt noch nicht verstehen, weil ich mittendrin reingekommen bin und ich den Stoff der letzten 7 Wochen nicht miterlebt habe. In Mathe 1 ging es in der Vorlesung, wo ich drin war um Primzahlen - der Dozent hat doch tatsächlich 90 Minuten nur über Primzahlen geredet. Da frage ich mich, wie dann die Klausur ausschaut. :confused:

Die anderen Vorlesungen des 1 und 2. Semesters: Englisch (sollte einfach sein, ich mag Englisch), Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre (kann nicht schwerer sein als Theoretische Informatik, zumal es "Grundlagen" heißt, BWR hatte ich schon mal, da kann ich mich nochmal einarbeiten), Software Engineering (darunter kann ich mir so nichts vorstellen)

Im Internet auf der TH Nürnberg steht auch drin, was für Vorlesungen es gibt. Eine Vorlesung heißt "Softwarearchitektur", soll im 3-7 Semester kommen. Ein Architekt für Gebäude in der realen Welt - darunter kann ich mir physisch etwas vorstellen. Wenn ich aber das Wort "Softwarearchitektur" lese, kann ich mir nichts drunter vorstellen, wie das funktioniert.

Die Anforderungen, mindestens Fachhochschulreife, der NC war im letzten Jahr 3,0 gewesen. Ich stehe auf 3,1 , wird also knapp. Es gibt eine Hochschule in Rosenheim, die keinen NC hat, aber auf die will ich eigentlich nicht gehen.

4.) Und warum ich mich für diese Ausbildung beworben habe:

Damals bin ich umgezogen für das derzeitige Studium Fachübersetzen. Zuvor habe ich eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin abgeschlossen. Ich fühlte mich aber nicht bereit, damit ins Berufsleben zu starten, weil ich in Französisch sehr schlecht bin und die Sprache nicht flüssig, eher stockend sprechen kann.
Deshalb wollte ich bei meinem derzeitigen Studium mein Französisch aufbessern, aber nicht mal für die zweite Schwierigkeitsstufe war ich gut genug gewesen und musste wieder in die Anfängergruppe. Englisch mochte ich gern, das war auch der Grund warum ich Übersetzen studieren wollte. Allerdings gibt es bei dem Beruf so viele Dinge, die zusammenspielen müssen. Man muss sehr viel Landeskunde draufhaben, weil es gewisses Begriffe gibt, die es in einer Sprache gibt, aber in der anderen Sprache keine entsprechende Übersetzung existiert.
Es reich nicht alle Wörter in einem Satz zu kennen um die Aussage eines Satzes zu verstehen, weil Ironie, Sarkasmus etc. Englischer Sarkasmus oder Ironie, allgemein einen englischen Satz muss man so übersetzen, dass er dieselbe Wirkung bei einem deutschen Leser erzielt. Ein Übersetzer muss so viel Weltwissen haben, weil er praktisch alles zum übersetzen vorgelegt bekommen kann. Auch über Themen, die ihm nicht so interessieren. Da habe ich nicht den Ehrgeiz dafür.

In meiner ersten Ausbildung wurde jeder aufgenommen, der bezahlt hat. Halbwegs gute Noten in Sprachen ist natürlich auch Voraussetzung, aber einen Test musste man keinen bestehen. War also relativ einfach, reinzukommen. Dann kam die Frage, wenn du das Jetzige nicht weiter studieren willst, auf was wechselst du nächstes Jahr und soll es eine Ausbildung oder ein Studium sein?

Mich für eine Ausbildung oder allgemein für einen Nebenjob zu bewerben kostet mich immer riesige Überwindung und ist Stress für mich und eine Bewerbung zu schreiben, dafür brauchte ich mehrere Tage oder eine Woche (mittlerweile habe ich aber schon viele Bewerbungen für Nebenjobs abgeschickt und die entsprechende Vorlage, dass ich im Bereich Nebenjobs nicht mehr so gestresst bin).

Ich hatte noch nie für eine Ausbildung eine Bewerbung geschrieben (hat doch schon jeder mal gemacht, außer ich) und an einem Einstellungstest hatte ich auch nie teilgenommen und hatte das Gefühl, ich würde etwas verpassen. Für welche Ausbildung, war dann die Frage. Da ich im Landratsamt schon Mal ein Praktikum gemacht habe - und wie gesagt, ich war mit dem Bewerben für Verwaltungsfachangestellte recht spät dran gewesen - habe ich mich dafür beworben. Für ein paar andere Berufe habe ich mir nicht zugetraut, eine Bewerbung zu schreiben. 5 Stunden Fahrt insgesamt habe ich auf mich genommen. Als ich in der Behörde war, wo der Test stattfinden sollte, fühlte ich Vorfreude. Und der Test an sich hat mir Spaß gemacht.

Ja... vermutlich hatte ich es für mein Gewissen getan und auf gerade den Beruf, weil das Praktikum im Landratsamt angenehm war. Als ich merkte, dass ich das im Moment nicht weitermachen wollte, habe ich Panik verspürt. Der Herbst letzten Jahres, wo ich mich durch die Berufe in berufe.net gezippt habe und Videos geschaut habe, war einfach grauenvoll. Ich wusste deshalb trotzdem nicht, was ich wollte, deshalb wurde mir dadurch nur schlecht, je mehr ich las. Wie Reizüberflutung mit einem Reizefilter, der nicht weiß, was er aussortieren sollte.

...

Ich habe jetzt bei der Personalabteilung angerufen und das mit der Terminverschiebung hat geklappt! Die Frau am Telefon hat gleich nach einem anderen Termin geschaut und mich total nett gefragt, ob es mit dem neuen Termin in Ordnung ist und mir Viel Spaß in Berlin gewünscht.

Ich hatte schon Schlimmeres befürchtet. Dass die Personalabteilung total genervt ist, kein Verständnis dafür hat und ich ellenlange Überzeugungsarbeit leisten müsste (was dann doch nicht der Fall war). Irgendwie finde ich es auch gut, dass ich zuerst nur den Anrufbeantworter zugeschaltet bekam und die Stimme der Frau hören durfte, das hat mir ein bisschen die Aufregung genommen als ich später nochmal angerufen habe.
 
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