Ich sehe das nicht als teilen des geliebten Menschen, sondern eher als Bereicherung der Beziehung. Ausserdem bedeutet für mich Liebe nicht Besitzergreifung. Wenn ich einen Menschen wirklich liebe, dann wünsche ich mir, dass er glücklich ist. Und das geht nur, wenn 100% seiner Bedürfnisse erfüllt werden. Also auch sein Bedürfnis nach Sex mit anderen Partnern. Ich freue mich dann für ihn mit. Ausserdem sammelt er so sexuelle Erfahrungen und ist somit besser im Bett. Das tut der Beziehung gut.
für mich ist das ein verhalten nahe selbstverleugnung. hauptsache der partner ist glücklich, was mit mir ist, ist doch egal. klar, man kann sich einreden, dass vor allem das glück des partners einen selbst glücklich macht, aber dann ist man wieder beim anfang meines satzes angekommen -
mein vorredner hats schon recht plakativ, aber korrekt dargestellt. nicht alles, was den partner glücklich macht, ist auch zwingend das richtige oder gut, insbesondere nicht für mich selbst, manchmal aber nichtmal für ihn/sie.
ob sexuelle erfahrungen mit anderen irgendwen "besser" im bett machen sei mal dahingestellt, und ob es der beziehung gut tut ebenso. es gibt genug leute, die jede menge erfahrungen haben, und trotzdem absolute nieten im bett sind. warum? weil sie egoistisch vorgehen, nur die eigene lust sehen und der partner/in zu kurz kommt.
wie irgendein mensch beim fremdgehen (selbst wenns toleriert wird) lernen und sich verbessern soll ist mir ein rätsel. wenn männer fremdgehen, dann (meistens) um unkomplizierten sex (oft mit einer bezahlbaren) zu haben. da lernt man nur eines : wie man sich egoistisch seinen orgasmus abholt, sonst nichts. wie das irgendeiner beziehug gut tun soll weiss ich nicht, und dann sind wir wieder am anfang meiens satzes. zum nunmehr dritten mal.
ich glaube durchaus, dass es paare gibt, die völlig ok damit sind, dass beide auch andere treffen
(und die dies auch vorher absprechen und sich nicht einfah mal so betrügen gegenseitig), NICHT SELTEN spielt dort eine rolle, dass die beiden beteiligten eben sexuell nicht so kompatibel sind. er will öfter (oder sie), er will härter (oder sie), er will dominant (oder dominiert werden, oder umgekehrt) und so weiter. das holt man sich dann woanders, und bei allem anderen funktioniert die beziehung (hoffentlich). dass man sich sowas aber mit eingeredeten argumenten marke "er lernt dann und wird besser im bett sein" "das tut der beziehung sicher gut" schönsaufen muss weiss ich nicht so recht, da bin ich gerne ehrlich. die argumente, warum das meiner erfahrung nach so gut wie nie so sein wird, habe ich ja nun oben dargelegt.